Dieser Beitrag sollte eigentlich schon vor Wochen erscheinen und deutlich ausführlicher werden, doch es gab zu viel wichtigeres zu tun. Bevor das Thema verjährt, poste ich wenigstens den schon geschriebenen Teil:
Die Verlagsgruppe Holtzbrinck hat die Studenten-Community StudiVZ gekauft. Der Holtzbrinck-Verlag war bereits Minderheitseigner bei StudiVZ. Der Verkaufspreis wurde zuerst von Spiegel Online auf über 100 Millionen Euro angegeben. Diese Zahl wurde nicht bestätigt und es ist von einem Preis zwischen 50 und 85 Mill. € auszugehen. Die Summe wurde nicht komplett überwiesen, sondern weitere Zahlungen sind an den zukünftigen Erfolg geknüpft. Das Geld dürfte jedenfalls reichen, ein paar fähige Leute einzustellen und die Serverkapazitäten entsprechend zu erweitern.
Don Alphonso hat viel Zeit investiert, die Kaufsumme zu drücken. Vermutlich hat er es sogar geschafft. Neue Gerüchte sagen, das sogar nur 12 Millionen Euro geflossen sind.
Um einen Eindruck von der Summe zu bekommen, bietet es sich an, den Preis je aktivem Nutzer zu berechnen. StudiVZ selbst spricht von mehr als einer Millionen Nutzern, laut der inoffiziellen Statistik sind jedoch 500.000 aktive Besucher realistisch. Bei einem geschätzten Kaufpreis von 50 Mill. € hätte Holtzbrinck ca. 100 € pro aktivem Nutzer bezahlt. Eine solche Summe wird kaum von den Studenten zu holen sein. Neben klassischer, zielgruppenorientierter Bannerwerbung sind besondere Produktangebote für die StudiVZ-Mitglieder denkbar, die einen deutlich höheren Gewinn abwerfen könnten. Die Kaufsumme relativiert sich erst, wenn die Nutzerzahlen in den nächsten Jahren deutlich steigen. In Deutschland sind knapp 2 Millionen Studenten eingetragen. Hier ist bald die Wachstumsgrenze erreicht und StudiVZ muss in weitere Länder expandieren. Ob die Erfolgsstory dort zu wiederholen ist, wird sich zeigen.
Egal wieviel letztendlich gezahlt wurde: es ist eine Menge Geld für ein Unternehmen, dessen Produktidee kopiert ist, deren Produkt nicht stabil läuft und noch keinen Umsatz gemacht hat. Deshalb von einer Web 2.0 Blase zu sprechen ist zu früh, aber die Tendenzen sind erkennbar. Immerhin investieren jetzt auch deutsche Firmen und wir überlassen die Pre-Blase nicht nur den Amerikanern.
Siehe auch Artikel Wo Spaß und Leichtsinn herrschen in der Telepolis.
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Ich sage, nein, StudiVZ ist sein Geld nicht wert. Du kannst sogar mithelfen, die Antwort zu beeinflussen.