Mein Blog hat Post per eine Snailmail SPAM bekommen. Ein weiterer Versuch, Blogger als Werbehure zu missbrauchen. Immerhin hat man sich mehr Mühe gegeben, als viele andere zuvor.
Der Umschlag besteht aus transparentem Papier und ist an den Rändern mit Fäden zusammengenäht. Innenliegend ist – was sonst – eine Pressemitteilung, drei Buttons, eine Visitenkarte und eine von Hand beschriebene Postkarte („Lieber Markus […] Dein Florian“ sagen sonst höchstens Freunde zu mir). Das soll mir vermutlich vermitteln, das die Firma genügend Praktikanten hat, den Post-SPAM zu personalisieren.

Nach soviel Old-School musste es ja kommen: eine Web 2.0-Firma verspricht Abhilfe für ein Problem („Orientierungslosigkeit im Kopf“), welches ich gar nicht habe. Es gibt schon wieder eine neue Community, die diesmal Daten sammeln der „Orientierungslosigkeit von Jugendlichen“ ein Ende setzen will. Die Daten heißen Profile und werden mit Profilen der anderen verglichen und sicherlich wird es dabei nicht bleiben. Vermutlich kommt auf jeden 10ten Jugendlichen mittlerweile eine Community, doch die Jungs und Mädels vergruscheln sich doch lieber ganz persönlich auf der Kirmes oder der Clique um die Ecke.
Ein weiteres Blättchen enthält den Pressespiegel mit einigen Internet-Links. Ich habe meine Maus draufgesetzt, ein wenig geklickt, aber der Link geht einfach nicht auf. Soll ich jetzt etwa meterweise URLs von Hand abtippen (voll Web 2.0!) oder lieber gleich Google bemühen? Letzteres ist sicherlich schneller und vermittelt ein ungetrübteres Bild. Im Pressebereich der beworbenen Webseite gibt es nicht etwa die Links, sondern nur das eben gelesene Anschreiben. ![]()
Doch anstatt mir einfach ein Link zu schicken, unter dem ich das „neuartige Interaktionsgeflecht“ erleben darf, müsste ich mich selbst anmelden, meine Daten preisgeben und den AGB zustimmen. Viel Glück, aber ohne mich.
Neben den beiden völlig sinnfreien Buttons mit der Aufschrift „Regisseur“ und „Neugierig“ gibt es immerhin einen brauchbaren mit „aus!gegruschelt“. Wie passend. Den kann ich auf der nächsten Studentenparty tragen.
Was hat der Absender der Blogpost jetzt von dem Ganzen? Diesen, jenen und jenen Beitrag und ein Beispiel, wie virales Marketing nicht funktioniert.
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Ha ha, Praktikanten
Die Gründer höchstpersönlich üben sich in nervender PR.