WLAN mit Naos e.V. im Jenear Damenviertel

8. February 2012

WLAN mit Naos e.V. im Jenear Damenviertel

Im Jenear Damenviertel gibt es noch keine DSL-Anschlüsse. Die meisten Aussagen, ob und zu welchem Zeitpunkt der Ausbau begonnen werden soll schwanken zwischen März 2006 und Ende 2008. Fest steht, das Jena bis 2008 komplett mit Breitband-OPAL überbaut werden soll und nach aktuellsten Berichten soll Ende 2006 im Damenviertel mit der Umstellung begonnen werden. Da nahezu jeder Straßenzug aufgebuddelt werden muss, ist nicht damit zu rechnen, dass alle Gebiete gleich schnell oder überhaupt versorgt werden können. Sollte der Ausbau jedoch erfolgen, ist es eine Investition in die Zukunft, denn die Technik kann nach heutigem Stand ohne größere Investitionen VDSL mit 52 MBit/s liefern. Mit der aktuellen Technik sind die Kupferverbindungen von der lokalen Vermittlungsstelle bis zum Anwender im Optimalfall nur 300 Meter, aber maximal 1400 Meter lang und bieten damit Potential für einige hundert MBit.

Für alle, die nicht so lange warten können gibt es seit einiger Zeit eine Alternative: Der private Verein Naos Jena e.V. wird von Frank Nitschke und Christian Gerlitz geführt und stellt im Damenviertel ein WLAN-Netz zur Internet-Versorgung bereit. Es wurde mittlerweile eine komplette WLAN-Infrastruktur aufgebaut. Die Zugangs-Server stehen in der Saalbahnhofstraße, wo mehrere DSL-Anschlüsse den Zugang in das Internet bereitstellen. Von dort aus geht es per Richtfunk-Antenne in die Kollwitz-Straße, von der aus eine Sektorantenne auf dem Dach möglichst große Bereiche des Viertels abdeckt. Jeder Benutzer erhält einen WDS-fähigen Access Point, der in vielen Fällen auch wieder für andere Benutzer als Zugangspunkt geht. Dadurch wird die Netzabdeckung mit zunehmender Benutzerzahl besser. In fast allen Straßen ist jetzt mindestens ein AP in Funk-Reichweite. Ein Zugang kostet für Privatanwender 25 Euro im Monat. Der passende WLAN-Router Linksys WRT54GS mit speziell angepasster Firmware wird für einmalig 75 € geliefert. Die Geschwindigkeit ist mit bis zu 350kb/Sek im Download absolut ausreichend, bricht allerdings in den Abendstunden z.T. deutlich ein. Allerdings gibt es eine merkliche Verzögerung der Antwortzeit nach einem Klick im Browser, da die Latenz durch die Funknetze z.T. deutlich über 300ms betragen kann. Da zu einem vollständig funktionierenden WLAN-Netz eine große Zahl von räumlich verteilten Komponenten funktionieren muss, ist von einer geringeren Zuverlässigkeit im Vergleich zu DSL-Anschlüssen oder gar Standleitungen auszugehen.

Mittlerweile sind über 75 Mitglieder am WLAN-Netz angeschlossen. Mit allen Infrastruktur-Access Points verteilen über 100 Router die Daten. Der Verein investiert kräftig in weitere Infrastruktur. Gerade wurde ein neuer 16 MBit DSL-Anschluss geschaltet und es wird an einem Überbau der Hauptverbindungen mit einem 5 GHz Netz gearbeitet. Der normale 2,4 GHz Bereich ist mittlerweile so dicht, das die Zahl der sendenden Geräte nicht mehr deutlich zunehmen darf. Selbst eine Optimierung der Sendeleistung der einzelnen Router sowie die strategische Verteilung der WLAN-Kanäle reduzieren die Probleme nur. Der Verein plant deshalb, sich um eine WiMax-Lizenz zu bewerben. Viele der genannten Probleme würden mit WiMax-Technik umgangen.

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