Journalismus

18. May 2012

TLZ und OTZ fusionieren und gründen derosten.de

Die folgende Satire ist ein Aprilscherz. Alle Informationen sind rein fiktiv und eine Übereinstimmungen mit Personen des realen Lebens mehr oder weniger zufällig.

Holzmedien adé: Kostendruck und sinkende Abo-Zahlen treiben die Verleger ins Netz. Wie die WAZ Mediengruppe, zu der auch die beiden großen Thüringer Tageszeitungen Thüringische Landeszeitung (TLZ) und Ostthüringer Zeitung (OTZ) gehören heute mitteilte, fusionieren beide Zeitungen und gehen gemeinsam mit einem neuen Online-Portal ins Internet.

Eine Fusion macht aus Verlegersicht Sinn: die beiden (noch) miteinander konkurrierenden Zeitungen belegen über 99% des regionalen Zeitungsmarktes und werden mit dem Stichtag 1. Mai 2008 zur Mittelthüringischen Landeszeitung (MLZ) zusammengelegt. Die Redaktionen sitzen in den meisten Städten in einem gemeinsamen Pressehaus und lassen sich daher mit geringen Investitionen zusammenlegen. Bodo Hombach, der Chef der WAZ Mediengruppe betonte heute in einem Pressegespräch, das “trotz der umfangreichen Neuorientierung nur ca. 20-30% der Redakteure entlassen werden”. Für die Einhaltung des selbst gestellten WAZ Kodex wird “natürlich gesorgt”. Die damit “indirekt vergrößerte” Mannschaft soll eine “weiter verbessere Qualität der Redaktion” sicherstellen. Weitere Kosteneinsparungen werden im Druckhaus in Gera erwartet, in dem jetzt deutlich weniger Lokalausgaben gedruckt werden müssen. Durch den weiter nach hinten verlegten Redaktionsschluss ist sogar eine noch größere Aktualität bei abends stattfindenden Ereignissen möglich, freut sich Bodo Hombach.

Die WAZ-Gruppe wartet mit einer weiteren Innovation auf: nach dem erfolgreichen Start des Online Portals derwesten.de folgt der nächste Streich: derosten.de wird in wenigen Wochen online gehen und gleich den kompletten Thüringer Raum mit Nachrichten versorgen: Die Redaktion der MLZ mit regionaler Unterstützung durch die Thüringer Allgemeine (TA) werden ihre Artikel dort kostenlos präsentieren. Wie schon bei derwesten.de wird sich Katrin Borchert für die Umsetzung verantwortlich zeigen und arbeitet gerade an der Umschulung Schulung der Redakteure auf das Onlineredaktionssystem LIRPA. Wie aus für gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautet, haben jedoch besonders die älteren Jahrgänge starke Vorbehalte zum neuen Portal, lassen sie sich doch für gewöhnlich das Netz nur ausdrucken.

Einzelstimmen aus den Redaktionen: Prutz Lager, Redakteur der OTZ: “Als Marktführer bei den Thüringer Tageszeitungen haben wir die beste Ausgangssituation um ein großes Medienportal auch in Thüringen einzuführen. Die Erfahrungen mit derwesten.de können wir nutzen und Klickmarktführer werden. Dazu beauftragen wir mehrere freie Fotojournalisten und Leserreporter, die unsere geplanten, umfangreiche Bildgalerien füllen werden.”. Doch nicht alle sind so begeistert über die neuen Möglichkeiten im Netz: Eine Redakteurin der TLZ (Name der Redaktion bekannt): “Wie soll ich meine Artikel online bringen, wenn ich das nächste mal mit Herrn Schröder auf Chinareise bin?” fragte sie und griff zum Telefon, um den Sachverhalt anwaltlich klären zu lassen.

Der Deutsche Journalistenverband DJV startet nach Bekanntwerden der Umstrukturierung umgehend Proteste: “DJV prangert Entstehung von Einzeitungskreisen an”. Ein Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit in Thüringen sieht der DJV und verlangt umgehende Rücknahme der Beschlüsse. “Weite Teile von Thüringen würden nur noch eine einzige Zeitung und ein Onlineportal wählen können, sollte die WAZ Gruppe ihre Fusion wahr machen.”, sagte der Vorsitzender des DJV Landesverbandes Thüringen, Wolfgang Marr, gegenüber den Medien. Weiterhin forderte er die Rückkehr der WAZ Gruppe in den Tarifverbund, eine Kündigungsschutz für Redakteure und eine Lohnerhöhung um 9%.

Onlineportale in Jena

Gemessen an der Größe von Jena ist die Portaldichte von journalistischen Angeboten sehr hoch. Nicht nur unsere beiden lokalen Tageszeitungen TLZ und OTZ (beide WAZ-Gruppe) betreiben Online-Portale mit ausgewählten Print-Nachrichten, auch zwei reine Online-Portale bieten selbst erstellte journalistische Inhalte. Doch auch abseits des klassischen Journalismus sehen insbesondere Event- und Suchportale ihre Chance. Meist von ein oder zwei Studenten gegründet ist eine dauerhafte Verfügbarkeit kaum gesichert. So ist auch das Stadtgespräch Jena gut gestartet, dann zu einer PR-Plattform der Linken verkommen und jetzt “Aufgrund technischer Schwierigkeiten offline…”. Die beiden reinen Online-Portale Jenanews (Jens Mende) und Jenakompakt (Thomas C. Stahl) sind zu klein, um im Vergleich zu den Seiten der Tageszeitungen auf nennenswerte Zugriffszahlen zu kommen. Gleichwohl sind sie eine ideale Ergänzung der Onlinelandschaft und stellen mit ihren teilweise ausgezeichneten Berichten und Kommentaren ein gewünschtes und benötigtes Korrektiv dar.

Webseiten Jenaer Medien

Ausschließlich Online

Blogger mit teilweise journalistischen Veröffentlichungen

Lokal orientiere Social Life oder Event-Seiten

Suchmaschinen mit Jenaer Fokus

Nicht mehr vorhandene Angebote

DFB Pokal: FC Carl Zeiss Jena – Arminia Bielefeld 2:1

Jena hat die Sensation perfekt gemacht und gewinnt in einem harten Spiel in der Verlängerung mit 2:1 gegen den Bundesligisten Arminia Bielefeld.

Podcast (Download) Pressekonferenz nach dem Spiel:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Weitere Fotos in der Happy Arts Galerie.

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Netzkrümel vom 25. Januar 2008

• Telepolis sagt: „Macht’s gut und danke für den Blog!“ und schickt uns in „Die mittlerweile unendlichen Weiten der deutschen Blogger-Welt“

„Die neue Kommunikationsfreiheit“ beschreibt Dr. Gunnar Bender auf dem media coffee blog.

• Um eine IP-Adresse des eigenen Rechners zu ermitteln gibt der Administrator ipconfig auf der Konsole ein oder ruft alternativ die Seite http://www.stoehn-meine-ip.de/ auf. Vorsicht: nicht mit eingeschaltetem Lautsprecher für das Büro geeignet.

• „Mühelos kann heute jeder seine Meinung ins Netz posaunen. Davon fühlt sich mancher Profi auf den Schlips getreten – doch das spricht für einen merkwürdigen Minderwertigkeitskomplex.“ schreibt Stefan Niggemeier in seinem taz-Artikel „Die Arroganz der Papierverfechter“

• Im Artikel „Wiener Blut“ schreibt der Sportjournalist Jens Weinreich über die ARD Dopingberichterstattung und über die Notwendigkeit von Qualität im Journalismus. Ein Plädoyer für die Recherche.

• Ein Gerichtsurteil aus Hamburg sorgt für eine weitreichende Haftung für Kommentare in Blogs, wie Stefan Niggemeier bei der Berichterstattung über Callactive erfahren musste. Don Dahlmann berichtet über den „Irrsinn Kommentarhaftung“

• Special Link: Das Medienlese-Blog veröffentlicht jedem Tag um „6 vor 9“ sechs ausgewählte Links, die fast immer den Status der Pflichtlektüre haben.

• Meine Links auf del.icio.us

StudiVZ-Kritik wird zum Selbstläufer

Die Diskussion um den Datenschutz in StudiVZ bleibt lebendig und StudiVZ’s offensichtlich nicht vorhandene Kriesen-PR sorgt dafür, dass es so bleibt.

Auf YouTube erschien gestern dieses Video, in welchem ein maskierter Rapper „Stasido MC“ mit einem „StasiVZ“ T-Shirt bewaffnet über den Datenschutz bei StudiVZ rappt. Er und sein Begleiter werben ausführlich die Wettbewerber Kaioo.

Das Video wurde in der ersten Woche ca. 9000 mal angeschaut. Das Branchenmagazin Werben & Verkaufen http://www.wuv.de/ (w&v) entdeckte das Video und fragte bei StudiVZ und Kaioo nach. Kaioos Geschäftsführer Thomas Kreye dementiert eine Beteiligung an diesem Video und StudiVZ lässt sich entlocken, dass juristische Schritte geprüft werden.

Statt die Kritik anzunehmen oder wenigstens zu ignorieren werden allein mit der Androhung eines Verfahrens Nutzer und Medien auf das Video aufmerksam gemacht und könnten zu einem weiteren PR-Gau führen. Die in diesem Bereich gefühlte Professionalisierung von StudiVZ hat es hier nicht bis in die Praxis geschafft: der Beißreflex war schneller als das Überdenken der möglichen Konsequenzen dauert. StudiVZ führt damit seine eingefahre Linie der Provokation weiter, wo eine Deeskalation sinnvoller wäre. Das Video wurde auf verschiedenen Plattformen wie MyVideo, sevenload und bubaTV hochgeladen und die Verbreitung wird auf juristischen Weg kaum dauerhaft zu verhindern sein. Der Imageschaden, insbesondere wenn die Aufmerksamkeit für dieses Video weiter steigt, wird nicht ausbleiben.

Die Anfrage für eine detailliertere Stellungnahme von StudiVZ ist bis zum aktuellen Zeitpunkt unbeantwortet.

Weiterführende Links:

StudiVZ: Ein Jahr danach

Ein Jahr ist seit der letzten Betrachtung der Zukunft von vergangen. Viel Zeit für ein Web 2.0 Projekt. Viel Zeit, um weitere Fehler zu machen oder den Vorsprung auszubauen. Damals fragte ich „Was kann sich StudiVZ (wenn überhaupt) noch retten?“. Heute wissen wir: das Portal hat sich ein weiteres Jahr gerettet, ist Marktführer in Deutschland, aber ein Sieg ist noch weit entfernt. Der break even soll erst nächstes Jahr erreicht werden. Die Konkurrenz Facebook plant die Expansion nach Deutschland und studi.net ist seit einigen Monaten online. Im folgenden werden die Ereignisse des letzten Jahres zusammengefasst und eingeordnet:

Köpfe. Der erste Kopf rollte schon im März 2007: Gründer Ehssan Dariani sorgte für Negativ-Schlagzeilen und wurde elegant aus der Geschäftsführung herausgelobt (Pressemitteilung). Die beiden Gründer Michael Brehm und Dennis Bemmann übernehmen die Posten des COO und CTO. Im Juni wechselte Dirk Hensen von Yahoo zu StudiVZ und übernimmt die Unternehmenskommunikation. Seit dem 20.08. hat sich StudiVZ einen Profi als Chef gesucht: Marcus Riecke wird CEO. Die PR Agentur Faktor 3 darf die Kommunikationsabteilung zusätzlich unterstützen. Personell ist StudiVZ auf dem Weg der Professionalisierung.

Datenschutz. Die Zahl und Taktrate der groben Pannen hat abgenommen, die Daten sind jedoch weiterhin nicht sicher. Trotzdem beginnt das Sprüche klopfen: StudiVZ möchte „Marktführer in Sachen Datenschutz sein“, sagte Marcus Riecke im HORIZONT-Interview und beleuchtet in einem Satz die große Distanz von Anspruch und Wirklichkeit. Im Dezember 2006 hat StudiVZ den „Datenschutzbeauftragten“ Manfred Friedrich gesandt, um die User zu beruhigen und das Image zu retten. Sein Auftritt dauerte allerdings nur wenige Tage – seit dem gibt es von ihm keine einzige Spur mehr im Netz. Er schützt vermutlich seine Daten – sein Profil – besser, als die restlichen 4 Millionen StudiVZ-Nutzer. Ein neuer Datenschutzbeauftrager wurde nicht benannt. Sicherheit entsteht durch die neue AGB, denn die verbietet jeden Angriff: „Elektronische Angriffe jeglicher Art auf die Plattform / die Datenbank / das Netzwerk von StudiVZ oder auf einzelne Nutzer sind strikt untersagt.“. Daran werden sich die Hacker und Cracker der Welt bestimmt halten, vor allem, weil jede Zuwiederhandlung zum sofortigen Ausschluss des Nutzers führt… Sollte doch etwas schief gehen – StudiVZ hält sich Schadfrei: „Der Betreiber haftet nicht für die unbefugte Kenntniserlangung von persönlichen Nutzerdaten durch Dritte (z. B. durch einen unbefugten Zugriff von “Hackern” auf die Datenbank).“.

Hygiene. Eine öffentliche Plattform ist automatisch auch eine öffentliche Plattform andersdenkender. Die Möglichkeit, beliebig viele Gruppen mit freiem Namen anzulegen wird rege genutzt. Gruppen wie „Männer, die tanzen können, sind toll!“ (23.000 Mitglieder) und „Elite-Allergiker – 5 Allergien minimum!“ (2.200 Mitglieder) sind lustig bis hilfreich, doch tummeln sich auch einige Extreme im StudiVZ, wie auf der Blogbar und Channelshift zu lesen ist. Die Gruppen können zwar von den Benutzern an StudiVZ gemeldet werden, allerdings werden trotz des Wissen um deren Inhalt und dem Verbot in der AGB weiter geduldet. Es ist vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die Staatsanwaltschaft mit diesem Thema beschäftigt. Bis dahin verdient StudiVZ mit jedem Mausklick. Die Moderatoren wollen den Spaß der Nutzer nur ungern einschränken und ziehen mit Gruppen wie „Dicke Kinder sind schwerer zu kidnappen“ (59.000 Mitglieder) die Grenzen des guten Geschmacks und rechtlich zulässigem sehr weit.

Features. Statt einer Revolution findet auf StudiVZ eine Evolution in kleinen Schritten statt. Innerhalb des letzten Jahres wurden an der Plattform kaum neue Features implementiert. Die Entwicklerressourcen wurden lieber auf SchuelerVZ und die Auslandsangebote verteilt. Der Einsatz von JavaScript und AJAX hat das Userinterface etwas beschleunigt, doch alle konkurrierenden Plattformen haben mehr Features und sehen besser aus. Features allein halten die Nutzer nicht, aber locken sie. Facebook geht den entgegengesetzten Weg und implementiert sogar experimentelle Features.

OpenSocial. Googles neue Web 2.0 Blase heißt OpenSocial und StudiVZ ist nicht dabei. Das Portal bleibt dadurch eine geschlossene Community und ein Wechsel wird erschwert. Doch wer einmal bei einem am OpenSocial angebundenen Portal ist, wird kaum wieder zurückkehren. Die Strategie dürfte kurzfristig für StudiVZ aufgehen – die kritische Masse an Nutzern ist schon überschritten. Langfristig ist StudiVZ damit eine große Insel, doch viele kleine Inseln mit Brücken (Mashups) sind auf Dauer spannender.

Image. Die Maßlose Überheblichkeit merkt man dem Marktführer auch in der Kommunikation an. StudiVZ provoziert viral an der Ekelgrenze berichtet off the record. Hier ist Schluss mit Ekel, der nächste Stichpunkt bitte:

Kraft der Masse. Tausend Lemminge können nicht irren. 3.2 Millionen studierende stürzen nicht gleich in den Abgrund, bilden dafür eine kritische Masse. Genau diese Masse ist das einzige – und wichtigste – was StudiVZ seinen Konkurrenten voraus hat. Schon die Erstsemester werden in ihren Einführungstagen auf die zu den Lehrveranstaltung passenden Gruppen hingewiesen und bilden ein Netzwerk aus geschätzt 80% der deutschen Studenten. Solange StudiVZ diese kritische Masse besitzt, bleibt StudiVZ Marktführer – selbst wenn weiterhin ein Fehler nach dem anderen gemacht wird. Doch die Studenten sind nicht dem Portal loyal, sondern ihren Freunden. Sobald sie wechseln, wandert das Netzwerk mit.

Weiterlesen: Alle Artikel zum Thema StudiVZ auf dem Happy Arts Blog sowie Artikel in der FAZ: StudiVZ will am Jahresende Geld verdienen

Der Preis eines geklauten Fotos

Professionelle Fotos kosten Geld. Sie zu stehlen noch viel mehr. Das hat der Betreiber der Homepage eines Profifußballers gelernt.

Fotojournalisten leben vom Verkauf ihrer Bilder. Um so ärgerlicher ist es, wenn die eigenen Fotos auf einer fremden Homepage auftauchen – und nicht bezahlt wurden.

Früher oder später muss das Foto bezahlt werden. Die Bezahlung im Nachhinein gibt es jedoch nur mit einem saftigen Aufschlag. Die Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing gibt jährlich ein kleines Buch mit der Übersicht der marktüblichen Vergütungen für Bildnutzungsrechte heraus. Hieraus errechnet sich, was auf den Contentdieb zukommt.
Ein kleines Rechenbeispiel: Ein Foto kostet für die Online-Nutzung für mind. 6 Monate auf einer deutschen Homepage laut Liste 180 € zzgl. MwSt. Die Preise sind am Markt leider nur selten zu erzielen. Realistischer sind etwa 50-90€.

Wer die Bilder unrechtmäßig nutzt, sollte nicht mit diesem Rabatt rechnen. Ein fehlender Urheberrechtsvermerk sorgt für einen Zuschlag von 100% (siehe Urteil des LG Hamburg vom 20.11.87, AZ 74 0 68). Richtig ins Geld geht jedoch die Strafe für die unrechtmäßige Nutzung: als Vertragsstrafe wird das fünffache des Nutzungshonorars angesetzt (siehe Urteile OLG FfM AZ 11U 49/96(l/1) , OLG Celle Az 13U 81/96 + 13U 139/96).

Pro Foto errechnet sich daher ein Preis von 180 € zzgl. 100% mal fünf = 1080 € (bzw. 1800 €, wenn der Aufschlag auf den Gesamtpreis gerechnet wird).

Der Fotograf hat zusätzlich die Möglichkeit, eine Abmahnung in Form einer strafbewehrten Unterlassungserklärung zu schicken. Im Falle einer erneuten Zuwiederhandlung verpflichtet sich damit der Verursacher, eine hohe Vertragsstrafe zu zahlen. Der Content-Dieb trägt zusätzlich die Anwaltskosten.

Link zum Heise Newsticker: Gericht: Sechs kopierte Bilder rechtfertigen über 10.000 Euro Schadensersatz

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Fotografen beim DFB Pokalspiel FC Carl Zeiss Jena gegen 1. FC Nürnberg

Der Preis der Werbung im StudiVZ

Viel bringt nicht immer viel. Auf die Werbung im StudiVZ bezogen heißt das: Beeindruckende 4 Milliarden Page Impressions (PI) bringen nicht automatisch eine beeindruckende Menge Geld – im Gegenteil. Der in der Werbewelt wichtige Tausenderkontaktpreis (TKP) ist bei StudiVZ im Keller.

Das soziale Netzwerke ein Problem mit klassischer Bannerwerbung haben, ist bekannt. Die Gründe und Konsequenzen lassen sich bei StudiVZ hervorragend beobachten:

Nutzung vs. Nutzer. Auf jeden der 4.471.332.528 Pis im Oktober 2007 (Zahlen der IVW) kommen bei StudiVZ nur 138.608.381 Visits, das sind ca. 32 PIs/Besuch bzw. über 1000 Klicks pro Nutzer/Monat. Die enorm hohe Zahl der PIs verteilt sich auf deutlich weniger Studenten, da diese sich oft mehrmals pro Tag einloggen. Es werden besonders häufig die immer gleichen Nutzer mit identischer Werbung zugeschüttet – eine für die Werbenden wenig gute Ausgangslage.

Kontaktpreise. StudiVZ muss seine Werbung gerechnet auf den TKP gerechnet quasi verschenken. Die Banner kosten zwischen 5 und 20 € TKP und liegen damit bei ca. 20% der gängigen Onlinepreise anderer Angebote wie z.B. Spiegel Online. Für die Textanzeigen schreibt StudiVZ nur 1.50 € TKP in ihre Preisliste. Kaum ein Werbekunde wird die Listenpreise zahlen. Ordentliche Abschläge sind üblich und bei der zu erwarteten Werbewirkung auf einem Community-Portal erwartet. StudiVZ kann das bis jetzt durch die extreme Menge an PIs noch ein Stück weit ausgleichen – die Inhalt stellen ja die Studenten bereit und die Server kosten nicht viel.

Abstumpfung. Speziell die eingebetteten Textanzeigen sind zwar nur auf dem zweiten Blick als Werbung zu erkennen, aber spätestens nach ein paar Seiten wird ein regelmäßiger Benutzer der Seite sie einfach komplett ignorieren. Da kaum eine Relevanz der Themen zu erkennen ist, dürfte die Motivation sich den Text durchzulesen kaum für eine ausreichende Klickzahl reichen.

Targeting. Die Zukunft heißt Targeting, auch für StudiVZ. Was bei diesem Thema nach den markigen Werbesprüchen übrig bleibt, wird sich in einigen Monaten zeigen. Ein Blick über den Teich zum Konkurrenten Facebook zeigt: es wird nicht einfach. Auf dem Blog Valleywag wird von Klickzahlen im Bereich von 0.04% berichtet. Das sind nur rund 400 Klicks auf eine Million PIs. Selbst mein Google AdSense Banner innerhalb der Happy Arts Fotogalerie hat eine um Faktor 10 höhere Klickrate.

Es wird schwer für die Facebooks und StudiVZs dieser Welt. Enorme Abrufzahlen und Reichweiten sind eine gute Basis – aber die bestehenden Werbekonzepte können nicht folgen. Kleinere Community-Portale, die zwar nur eine spezielle und deutlich kleinere Zielgruppe erreichen, könnten mit ausgefeilten Werbestrategien am Ende mehr Geld verdienen. Die Werbenden werden genauer definierte Zielgruppen bevorzugen und Gießkannenwerbung auf den großen Community-Portalen höchstens als Imagebildung zu einem niedrigen Preis zurückgreifen.

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Screenshot von http://www.studivz.net vom 27.11.07: Die Startseite ist aktuell komplett Werbefrei

Die Gießkanne des StudiVZ

Das krisengeschüttelte Studentenportal StudiVZ beeindruckt wieder mit Extremen: die enormen Nutzerzahlen und die Inkompetenz, damit Geld zu verdienen.

StudiVZ ist der Traum jedes Werbenden: Über 90% der gut 4 Millionen Mitglieder sind in dem für Werbende besonders interessanten Alter zwischen 18 und 30 und haben ein ausführliches Profil mit persönlichen Informationen, welches jede Volkszählung und Orwell blass aussehen lässt.

Was daraus gemacht wird, freut weder Nutzer noch Inhaber des Portals: StudiVZ packt die werbende Gießkanne aus und benetzt jeden Weißraum des StudiVZ-Portals mit Werbung.

Besser kann StudiVZ seine Möglichkeiten nicht ignorieren und verschenkt nicht nur bares Geld, sondern wirbt an seinen Nutzern vorbei. Dass sich daran vorerst wenig ändern wird, hat Annette Müller (StudiVZ Head of Business Development, XING Kontakt), in einer Diskussionsrunde auf der Konferenz Insight eCommerce Anfang November unfreiwillig zugegeben. Nach ihrer Vorstellung der aktuellen StudiVZ Marketingzahlen konnte sie den Fragen des anwesenden Fachpublikums inhaltlich kaum folgen und hinterließ ein Duzend unverständlich grübelnde Gesichter.

Vielleicht ist alles jedoch nur eine Ente und StudiVZ zaubert demnächst ein Micro-Targeting aus dem Hut? Nicht, solange Begriffe wie Zielgruppen, Targeting und Datenschutz Fremdwörter für StudiVZ bleiben. Am Abend der Konferenz hatten wir noch Gelegenheit, Frau Müller mit den Profis der Szene bekanntzumachen.

studivz_einstieg_271107.png Screenshot http://www.studivz.net vom 27.11.2007: Der Werdende Bereich „Einstieg“ hat jeweils 4 Banner vor- und nach dem Eingabefeld für die Jobsuche.


Siehe auch Artikel: Der Preis der Werbung im StudiVZ

Bilderflut bei der OTZ

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Doch sagen 65 Bilder mehr als ein Bild? Die Ostthüringer Zeitung (OTZ) scheint das zu glauben, denn sie visualisiert den Cha-Cha-Cha Weltrekordversuch  in einer Diashow mit 65 Bildern, die zu 98% das gleiche abbilden: tanzende Paare in der Nacht bei Nieselregen. Gern würde ich an einem eigenen Foto zeigen, wie es aussehen könnte – doch war ich zum Zeitpunkt des Weltrecords selbst mit Tanzen beschäftigt.

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Screenshot der OTZ Fotostrecke (Quelle: http://diashow.otz.de/otz/jena.diashow.tanzen/otz.jena.diashow.tanzen.frameset.php)

Ob die Redakteure der OTZ nach Anzahl der Klicks bezahlt werden oder die Homepage noch keine Videos unterstützt ist nicht sicher. Sicher ist: der Informationsoverkill geht in den anderen Galerien weiter: „Miss und Mister Mitteldeutschland 2007 in der Goethe Galerie“: 78 Bilder, aber nur zwei Gewinner. „Rasante Action am Burgaupark bei Stunt-Show der Steys“: 107 Bilder mit Kindern und Autos, „FC Carl Zeiss wirft Nürnberg aus dem Pokal“: 97 Bilder.

Hat sich die OTZ die Mega-Galerien als Klickhure von den Gagagalerien der Süddeutschen abgeschaut? Wir wissen es nicht. Aber wir kennen den Unterschied zwischen einem Amateurfotografen und einem Profifotografen: Der Amateur zeigt alle Bilder, der Profi wählt vorher aus. Journalisten sollten den Profis gleich tun und die Arbeit der Auswahl nicht den Betrachtern überlassen.

P.S. Die Fotos sind 370×272 Pixel groß und belegen damit etwa 5% meiner Monitorfläche. Selbst die Auflösung meines Handies ist nur unwesentlich geringer. Hier wird wohl entweder gespart, um das Trauerspiel nicht hoch aufzulösen oder weil das Internet schon fast voll ist.