
Die passende Bekleidung für die Demos kann man mittlerweile auch im Internet kaufen:

2006 Mai
Journalismus, Medien, Fotografie, Konzerte, Technik und Lokales in Jena und dem Rest der Welt
In Jena gibt es nur wenige Medien mit lokaler Berichterstattung. Das sind hauptsächlich die beiden Tageszeitungen TLZ und OTZ, welche eine Redaktion und einen Lokalteil in Jena haben. Zusätzlich berichtet jena.tv in Bildern und Kurznachrichten auf der Webseite. Außerdem versucht das neue Internetangebot jenakompakt.de mit einem regelmäßig gepflegten redaktionellen Bereich auf sich aufmerksam zu machen. Und es gibt dieses Blog.
Alle genannten Medien berichteten über die Menschenkette um den Intershop-Tower, die heute von den streikenden Ärzten gezogen wurde. An diesem Beispiel lässt sich sehr gut beobachten, wie unterschiedlich die Berichterstattung über ein relativ kleines und wenig interpretierbares Ereignis aussehen kann.
JenaTV berichtet in einem kurzen Artikel mit der Überschrift „Klinik-Ärzte protestierten in der Innenstadt“ über die Menschenkette und erklärt, warum der Streit weitergeführt wird.
„Jenaer Ärzte streiken weiter“ titelt das Internetportal jenakompakt.de in einem ausführlichen Artikel. Der Artikel enthält mehrere O-Töne, welche die verschiedenen Beweggründe der Ärzte für den Streik darlegen. Auch die Reaktion der Jenaer kommt zur Sprache:
„Die Teilnahme vieler Bürger der Stadt zeige, dass es den Menschen nicht an Verständnis für die Situation der Ärzte mangele, sagte eine Sprecherin des Marburger Bundes im Gespräch mit jenakompakt.de. Die Gesundheitsversorgung gehe sowohl Ärzte als auch Patienten an.“
Weiterhin wird über den geplanten Streikverlauf der Woche berichtet.
In der OTZ wird schon in der Überschrift der Bezug zu den Jenaern gesucht: „Jenaer solidarisch mit Ärzten in Menschenkette“. Enthalten ist ebenso ein O-Ton wie auch der Hinweis, das der Streik auch den Patienten etwas angeht:
„Eingereiht hatten sich indes nicht nur die Ärzte, sondern auch viel Jenaer – (potenzielle) Patienten, denen eine optimale Gesundheitliche Versorgung ebenso wie den Ärzten selbst am Herzen liegt.“
Der weitere Streikverlauf wird ebenso erwähnt wie der Hinweis auf den Infostand der Ärzte am Johannistor.
Der Bericht der TLZ (von der Redaktionsleiterin Lioba Knipping) liest sich jedoch plötzlich ganz anders: Der O-Ton kommt von „Jana und Silvia (Namen geändert)“, die erklären, warum sie am Streik teilnehmen. Nicht erklärt wird, warum die TLZ unter den vermutlich 200 anwesenden Ärzten niemanden findet, der seinen Namen hergeben möchte. Weiter geht es mit
„Mit einer Menschenkette rund um den Uniturm wollten die Ärzte der Universitätsklinik am Montag nun erneut Passanten auf ihre Seite bringen.“
Nein, sie wollten nicht nur, sie taten es auch: mit vermutlich 200 Passanten innerhalb einer halben Stunde. Viel mehr waren Montag 14 Uhr nicht in der nähe des Intershop-Towers zu sichten. Ein weiterer O-Ton folgt, für den die TLZ sich nicht einmal geänderte Namen ausgedacht hat:
„Doch die Ausdehnung des Streiks auf eine Woche ist für Passanten nur schwer nachzuvollziehen. Sie machen ihrem Unmut Luft: “Die Ärzte verdienen genug. Es gibt doch einen neuen Tarifvertrag”, äußerten überwiegend junge Menschen. “Wir haben auch einen akademischen Abschluss und bekommen längst nicht das Gehalt, das Ärzte monatlich haben.”“
Doch woher kommen diese Aussagen? Sie sind kaum schlüssig, denn wie sollen die „Passanten“ (=mehrere) darauf kommen, das der Streik auf eine Woche ausgedehnt wird, wo er doch vor zwei Wochen schon eine Woche lang war und eigentlich seit Februar läuft? Es ist ebenso kaum schlüssig, das die „Passanten“ von einem Tarifvertrag wissen, der in allen Medien (und mittlerweile durch ein Rechtsgutachten untermauert) als für die Ärzte nicht zwingend gültig dargestellt wird. Der Tarifvertrag bleibt weiter Thema:
„Markus Schlosser vom Marburger Bund wird nicht müde zu betonen: “Der Streik geht alle an. Nicht nur Ärzte, sondern auch die Patienten.” Er weiß sehr wohl, dass die Ärzte nun verstärkt die Unterstützung der Patienten brauchen, denn im Gegensatz zum Streikbeginn im März existiert jetzt ein Tarifvertrag.“
Der Artikel endet mit dem (korrekten) Hinweis auf die Notbesetzung im Klinikum und man wird das Gefühl nicht los, das die Autorin lieber einen Kommentar hätte schreiben sollen, als ihre Meinung in einem redaktionellen Beitrag zu äußern.
Am Montag beginnt eine weitere Streikwoche der Universitätsärzte, da die mehrere Tarifrunden und Gespräche mit den Arbeitgebern erneut gescheitert sind. Auch diese Woche haben die Ärzte wieder viele Aktionen geplant, um auf sich und ihre Wünsche aufmerksam zu machen. Auftakt war eine Menschenkette, die um den Jenaer Intershop-Tower gezogen wurde. Schätzungsweise zweihundert Ärzte und ebenso viele Passanten bildeten innerhalb einer halben Stunde einen geschlossenen Kreis um den Sockel des Turms. Die Mehrzahl der Passanten unterstützen die Aktion spontan oder auf Bitte der Ärzte.
Die Wahlentscheidung ist gefallen. Dr. Albrecht Schröter gewinnt mit 54,42% (14580 von 26790 gültigen Stimmen) die Wahl zum Oberbürgermeister Jena. Christoph Schwind erreicht 45,58% (12210 gültige Stimmen). Die Ergebnisse für jeden Wahlbezirk stehen auf der Wahlstatistikseite der Stadt Jena.
Herr Christoph Schwind verschläft die Probleme einfach ….

… und Herr Albrecht Schröter betet zu Gott, dass alles besser wird …

Die beiden Jenaer Oberbürgermeisterkandidaten Christoph Schwind und Dr. Albrecht Schröter wurden heute von der OTZ zu einer Diskussionsrunde in die Goethegalerie eingeladen. Lutz Prager, der Redakteur der Jenaer OTZ moderierte mit Fragen zu verschiedenen Themen, einer Quizrunde und ließ das sehr kleine Publikum Fragen stellen.
Dass es bei einem solchen Anlass kaum eine inhaltliche Diskussion geben wird, war abzusehen. Dass Herr Schwind jedoch Fragen zur Gestaltung der Höhe der Gebühren für Kindertagesstätten lieber dem Expertengremium überlässt, als seine eigene Meinung zu dem Thema öffentlich zu äußern, zeigt die Brisanz des Themas und fehlende Kraft, konkrete Probleme mit konkreten Aussagen zu begegnen. Die Aussagen beider Politiker beschränkten sich auf allgemeine Absichtserklärungen ohne Informationen darüber, ob die Wünsche überhaupt umsetzbar sind oder wie eine Umsetzung möglich wäre.
Die eigentlichen Unterschiede beider Politiker sollten wir nicht in den Absichtserklärungen suchen. Beide verstehen es, sich vor einem Publikum den Fragen zu stellen und spontan zu antworten. Herr Schwind beginnt seine Aussagen meist damit, dem Kontrahenten die Kompetenz abzusprechen und begibt sich dabei oft auf ein verbal niedrigeres Niveau als sein Konkurrent. Dass seine Biografie hauptsächlich von wirtschaftlichen Aktivitäten geprägt ist, merkt man auch der Diskussion an. Während Herr Schröter für eine persönliche Ansprechstelle für kleinere und mittlere Unternehmen plädiert, baut Herr Schwind auf finanzielle Wirtschaftsförderungen für potentielle Investoren. Die Biografie von Herrn Schröter zeigt, dass dieser aus einer ganz anderen Richtung kommt. Als Pfarrer und Leiter der Diakonie-Sozialstation in Jena stellt er mehr den Menschen und nicht das Geld in den Vordergrund. Die klassischen Stereotypen der CDU und SPD lassen sich damit recht gut auf die beiden OB-Kandidaten übertragen.
Wir Jenaer haben die Qual ohne Wahl, denn beide Kandidaten können kaum eine Überlegenheit gegenüber dem jeweils anderen darstellen, denn sie sind beide keine optimale Wahl. Keiner der Kandidaten hat es geschafft, eine größere Menge der Wähler nachhaltig von sich zu überzeugen. Wir können wählen zwischen dem Geschäftsführer, Aufsichtsratsvorsitzenden und Dezernenten für Wirtschaft und Verkehr der Stadt Schwind, der die Probleme mit Geld lösen möchte und einem Pfarrer und Doktor der Theologie und Dezernent für Soziales und Kultur der Stadt Jena der sagt, dass er jedem das persönliche Gespräch anbietet. Wir können wählen zwischen einem Kandidaten, der seit 1969 in der CDU ist oder einem Kandidaten, der sich zu DDR-Zeiten für politische Bildung in der kirchlichen Jugendarbeit engagiert hat.
In einem Punkt jedoch gibt es keine Wahl: Gehen Sie zur Wahl!
Seit vielen Jahren tagt der Jenaer Fotoclub “Foto im Wagner” jedem zweiten Montag im Café Wagner. Der studentische Fotoclub ist ein Treffpunkt für alle an dem Thema Fotografie interessierte Menschen und bietet Gelegenheit, über alle Themen der Fotografie zu sprechen und Bilder zu zeigen. In unregelmäßigen Abständen werden Workshops und Ausstellungen organisiert, an denen alle Mitglieder teilnehmen dürfen. Der Club ist sehr locker organisiert, jeder interessierte kann einfach zu den Treffen kommen. Für Mitglieder (Beitrag 10 €/Jahr) steht ein gut ausgestattetes Schwarz/Weiß-Labor im Keller des Wagner zur Verfügung. Der Club wird vom Studentenwerk Jena unterstützt, dadurch sind auch größere Projekte wie Ausstellungen oder Workshops möglich.
Jeder interessierte sollte sich an der Maillingliste Foto im Wagner anmelden, um über die nächsten Termine informiert zu werden. Das nächste Treffen ist am Montag, den 22. Mai um 19.00 Uhr im Cafè Wagner. Weitere Treffen finden aller 14 Tage statt.
Am 30. März 1993 schrieb ich die ersten Zeilen für mein erstes PC-Spiel. Damals waren 286er Rechner mit 16 Bit und 640kb Hauptspeicher mit MS-DOS als Betriebssystem aktuell. Die VGA Karten konnten immerhin 640×480 Bildpunkte darstellen, allerdings nur, wenn man mit vielen Programmiertricks die 64kb Grenze umschiffte. Die Spiele waren sehr viel einfacher als heute und es war meist nicht die Grafik oder der Sound, sondern die Spielidee entscheidend. Zur damaligen Zeit programmierte ich mit Turbo Pascal und Assembler und die Spielidee “Tetris” war ideal, um mit relativ kleinem Aufwand ein einfaches Spiel zu schreiben.
Ein Jahr später war aus der ersten kleinen Idee ein großes Projekt entstanden. Besonders viel Wert habe ich auf das eigentliche Spiel gelegt. Es sollte flüssig zu spielen sein und auch während der Arbeit kurzweilig ablenken können. Ein Bosskey (“B” im Spiel) zeigt den Screenshot vom 7. April 1994 mit dem Norton Commander für DOS. Große Teile wurden in Pascal geschrieben; die besonders zeitkritischen Routinen sind in Assembler codiert. Speziell das Intro mit seinen 3D-Morphing-Bällen, aber auch nahezu alle Zeichenfunktionen sind in 16 Bit Assembler implementiert. Damals hatten die Rechner 12 bis 16 MHz und die ersten 386SX mit 25 MHz kamen auf den Markt. An einigen Stellen werden auf 32 Bit Befehle benutzt, da die Grenze des 16 Bit Real-Mode erreicht waren. Verschiedene Sinusbrechungen, welche für das Morphing benötigt werden, liegen in vorberechneten Tabellen in der EXE. Ein Berechnen der Werte zur Laufzeit war damals zu langsam. Die Grafiken haben eine Auflösung von 320×200 Bildpunkten mit 256 verschiedenen Farben. Durch die geringe Auflösung ist ein Pageflipping nicht nötig, da das komplette Bild in einen 64kb Fenster passt. Alle Bilder und Ressourcen liegen in einer einzigen Datei (volume.000) gepackt vor. Das war zur damaligen Zeit ungewöhnlich, denn normalerweise wurden die einzelnen Daten einfach als Dateien in das Filesystem gelegt. Das Erstellen dieser Archiv-Dateien übernimmt ein eigenes geschriebener Archiv-Manager. Sogar die beigelegten Readme-Texte liegen noch einmal im Archiv vor und werden restauriert, falls sie gelöscht wurden.
Im Jahr 1994 wurde die erste Betaversion veröffentlicht. Damals kannte noch kaum jemand das Internet, aber es gab schon Online-Medien wie CompuServe. Die ersten öffentlichen Versionen des Tetris wurden im damaligen Magnamedia-Forum von einigen hundert Usern getestet und viele der Vorschläge eingebaut. Besonders aufwendig waren ein korrektes Timing und die Lauffähigkeit unter OS/2 oder anderen ungewöhnlicheren Systembedingungen. Da es keinen einheitlichen Zugriff auf die Soundkarte gab, war das Soundsystem besonders komplex und fehleranfällig. In diesem Jahr wurde das neue Soundsystem von Lutz Röder eingebaut, welches schon mit 32 Bit rechnete und daher MP3 und S3M-Dateien in sehr guter Qualität ausgeben konnte.
Ein Jahr später wurden nur noch kleinere Anpassungen entwickelt. Das Spiel läuft nun auch direkt von einer CD-ROM und das Setup-Programm wurde verbessert. Für das Setup verwendeten wir Object Professional von TurboPower Software.
Yves Hetzer verbesserte 1996 ein paar der Intro-Routinen und entwickelte sogar neue Intro-Teile. Die VESA-Unterstützung wurde ebenfalls an die aktuellen Entwicklungen angepasst.
In den letzten Jahren kamen regelmäßig Anfragen nach einer aktualisierten Tetris-Version, da das geliebte Spiel auf dem neuen Rechner nicht mehr läuft. Grund ist ein Fehler in Borland Pascal. Beim Start des Programms wird die Geschwindigkeit des Rechners gemessen, um diesen Wert dann in weiteren Routinen zu verwenden. Die Routine arbeitet jedoch fehlerhaft, so das diese bei besonders schnellen Rechnern eine Division durch Null erzeugt, die zum Abbruch des Programms führt. Der Fehler wurde Ende 2003 in einer neuen Version beseitigt. Das neue Tetris lief dann auf deutlich mehr Rechnern wieder ohne Probleme. Allerdings erreichten uns immer wieder Anfragen, das auch die neue Version noch nicht sauber läuft. Nach einer ausführlichen Debug-Session stellte sich heraus, das Object Professional (Unit OpCrt) auch einen ähnlichen Fehler enthält. Nachdem dieser in der aktuellen Download-Version 1.25 auch beseitigt ist, sollte das Spiel wieder auf allen neueren Rechnern laufen.
Da das Tetris ein reines MS-DOS-Spiel ist, wird es nicht mehr lange auf den aktuellen Rechnern laufen. Schon jetzt ist es äußerst schwierig, den Sound auch unter Windows zu hören, da die Creative Soundblasteremulation nur unter bestimmten Bedingungen (die so gut wie nie erfüllt sind) läuft. Unter Windows 64 Bit wird es keine DOS-Emulation mehr geben. Nach über 13 Jahren ist die damals modernste Technologie so veraltet, dass sie nur noch unter einer Emulation laufen wird.
Um das Spiel wieder eine Dekade lang zu ‚retten’, überlegen wir, es komplett neu in C# und .NET neu zu schreiben. Der Aufwand ist im Vergleich zu damals sicherlich viel geringer und es würde auch auf deutlich mehr verschiedenen Betriebssystemen wieder zufriedenstellend laufen. Vielleicht findet sich Zeit, ein historisches Projekt am Leben zu erhalten.
Die Ärzte der Universitätskliniken verschärfen ihren Streik. Mehrere hundert Mediziner aus Leipzig, Dresden und Halle trafen sich in Jena für den Auftakt einer viertägigen Streikwoche. Begleitet wurde der Fußmarsch vom Klinikum bis in das Jenaer Zentrum von der Sambaband Furiosa. Es waren gut doppelt so viel Ärzte anwesend als beim Streikauftakt vor ein paar Wochen. Auch sonst gewinnt man den Eindruck, das die Ärzte sich jetzt besser organisieren und ihre Auftritte professioneller gestalten.
Ein paar Impressionen befinden sich wie immer in der Fotogalerie.

Nach einigen Monaten Betatest hat Kaspersky endlich die neuen Versionen seiner Anti-Virus Produkte veröffentlicht. Ausgeliefert wird Build 299, im internen Alpha-Test befindet sich sogar schon Build 312, welche aber auf meinem Rechner im Bereich ProActive Defense (speziell die Keylogger-Erkennung) nicht sauber läuft. Die Testversionen können hier heruntergeladen werden.
Wie wichtig ein umfangreicher Schutz ist, habe ich gerade wieder an einem Kundenrechner erlebt. Dieser Rechner war mit SpyFalcon verseucht. Weitere Scans mit SpyBot Search & Destroy sowie SpyHunter fanden weitere Spyware. Der Rechner war mit dem Symantec AntiVirus geschützt und trotzdem wurden insgesamt gut 20 verschiedene SpyProgramme gefunden, auf die ein reines Antiviren-Programm nicht testet. Der neue Kaspersky hat bei einem Komplettscan einen weiteren Trojaner gefunden und beseitigt, den keiner der vorhergehenden Programme gefunden hatte.
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