2007 Februar

7. February 2012

Die Genossenschaft lebt mit TowerByte

In einer modernen Genossenschaft werden nicht mehr Äcker bestellt, sondern Bits und Bytes gewendet. Wie das erfolgreich funktioniert, zeigt die Jenaer TowerByte eG. Der Verbund von 18 selbstständigen Unternehmen entwickelt Software mit der Fokussierung auf elektronischen Handel (eBusiness).

logo_towerbyte.pngReinhard Hoffmann, einer der beiden Vorstände der TowerByte, stellte auf der Jahrespressekonferenz die aktuelle Entwicklung der Genossenschaft vor. Die Entwicklung ist durchweg positiv: Die Zahl der mittlerweile 165 Mitarbeiter soll im Jahr 2007 auf 220 steigen und die im Intershop-Tower angemietete auf Bürofläche von drei auf vier Etagen erweitert werden. Weitere Ziele sind die gemeinsame Vermarktung von Produkten und die Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Friedrich-Schiller-Universität und Fachhochschule Jena. Diese Kooperationen helfen, weitere qualifizierte Mitarbeiter zu finden und in Forschungsprojekten Grundlagen für neue Produkte zu legen.

Eine Genossenschaft lebt vor allem durch die Zusammenarbeit ihrer Mitglieder. Ein gemeinschaftliches Auftreten ermöglicht, größere Aufträge anzunehmen und zu verwirklichen, die eine kleinere Firma aufgrund ihrer Kapazitäten nicht allein ausführen könnte. Insbesondere Banken und Behörden erwarten Sicherheiten, die nur eine Genossenschaft oder größere Firmen liefern können.

Für die beteiligten Firmen hat sich die Genossenschaft bis jetzt bezahlt gemacht, wie Christian Grötsch exemplarisch an seiner Firma dotSource GmbH zeigt. Kaum mehr als ein Jahr nach der Gründung seiner Firma beschäftigt er 14 Mitarbeiter.

Die Orientierung auf das Thema eBusiness schafft Synergien zwischen den beteiligten Firmen und ermöglicht, Spezialwissen gezielt aufzubauen und einzusetzen. Es werden jedoch noch weitere Spezialisten, wie z.B. im Bereich Datenbankoptimierung gesucht.

Weitere Berichterstattung in der OTZ: „Ausgeborgt für den großen Auftrag“, TLZ: „Erfolgsrezept Zusammenarbeit“ und MDR Radio: „Firmenverbund “TowerByte Jena” wächst“ sowie mit einer Reportage im MDR Thüringen Journal.

Weiteres Bildmaterial und einen Audiomitschnitt der Pressekonferenz stelle ich Journalisten auf Anfrage zur Verfügung.

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Reinhard Hoffmann, Christian Grötsch, Mario Melle (v.l.) schauen positiv in die Zukunft

Disclaimer: Ich arbeite an Projekten für die Synchronity GmbH und Alea GmbH, zwei Firmen der Towerbyte eG.

Neue Canon-Kameras IXUS 70/75 und PowerShot A560 und A570 IS

Die Bits, mit denen die letzten Artikel (IXUS-Serie, PowerShot-Serie) über Canon Digitalkameras geschrieben wurden, sind noch nicht ganz trocken und schon gibt es Nachschub: Canon hat die IXUS 70/75 und die A560 und A570 IS vorgestellt. Grund genug, die Empfehlung für die IXUS-Serie und die PowerShot-Serie zu aktualisieren.

Die gute Nachricht vornweg: Die Anzahl der Pixel wurde nicht weiter erhöht und der Sensor (1/2.5″ bei allen hier vorgestellten Modellen) wurde nicht weiter verkleinert. Damit besteht endlich wieder die Chance, dass neue Modelle der kompakten Digitalkameras nicht eine schlechtere Bildqualität wie ihre Vorgänger haben.

Die beiden neuen Modelle haben viele Gemeinsamkeiten: 7,1 Megapixel, das klassische Design, den neuen DIGIC-III-Bildprozessor, neue Motivprogramme und Gesichtserkennung. Bei allen neuen Modellen wurde die Rauschunterdrückung verbessert und der ISO 1600 Modus erstmals bei den kompakten Canon-Kameras freigeschaltet. Das ermöglicht endlich stimmungsvolle Party-Aufnahmen ohne Blitz-Einsatz. Die neue Auto ISO Shift Funktion sorgt in Zusammenhang mit den 17 Motiv-Programmen dafür, das auch weniger erfahrene Benutzer eine passende Einstellung erhalten. Die Gesichtserkennung halte ich zwar in den meisten Fällen für eine Spielerei, aber sie ist durchaus geeignet, die Bildqualität zu verbessern, da der Autofokus, die Belichtung und die Blitzstärke abhängig von den erkannten Gesichtern korrigiert werden. Vielleicht sind dann totgeblitze und damit kreideweiße Portraits endlich Vergangenheit.

Die sonstigen technischen Werte entsprechen dem aktuellen Standard und bringen wenig Neues. Der Zoombereich von 35-105 mm (äquivalent zu KB) bei einer Blende von F2.8-F4.9 ist nicht optimal, aber durchaus praxisgerecht. Die IXUS 70 und 75 unterscheiden sich nur im Design und dem verwendeten Display. Während die IXUS 70 einen 2.5″ Polysilizium-TFT-Display mit der hervorragenden Auflösung von 230.000 Pixel verwendet, ist das PureColor-Display der IXUS 75 sogar 3″ groß. Canon wirbt für dieses Display mit der Anzeige von 30 Prozent mehr Tonwerten und einer besonders lebendigen und brillanten Farbwiedergabe. Außerdem ist der Betrachtungswinkel größer und eine Anti-Reflex-Beschichtung verbessert die Sichtbarkeit besonders bei hellem Umgebungslicht. Dafür entfällt der optische Realbild-Zoomsucher. Die IXS 75 bietet ein Touch-Control-Wählrad mit direktem Zugriff auf die Motivprogramme. Außerdem ist bei ihr der direkte Wechsel in den Wiedergabemodus möglich.

Vorbehaltlich der ausführlichen Tests der Bildqualität ist löst die 125 Gramm schwere IXUS 70 damit die IXUS 60 (170 Gramm) als meine Kamera-Empfehlung ab. Die IXUS 75 kostet ca. 30 Euro mehr und hat der kleineren Schwester ein paar weiteren Tasten und das bessere Display voraus.

Die neuen Kameras der PowerShot-Serie A560 und A570 IS erben mit dem DIGIC-III-Prozessor viele Features der IXUS-Modelle, wie die Gesichtserkennung und verbessere Rauschunterdrückung sowie die Höchstempfindlichkeit von ISO 1600. Der Zoombereich von 35-105 mm (äquivalent zu KB) bei einer Blende von F2.6-F5.5 ist von den alten A-Modellen bekannt. Hier wäre ein etwas weitwinkliger Bereich von 28mm beginnend besser. Unverständlich ist, warum das 2.5″ große Display nur eine Auflösung von 115.000 Pixel besitzt. Der Bildstabilisator, der im Vergleich zur A560 etwas 50 Euro teureren A570 IS dürfte viele Fotosituationen retten oder zumindest die Bildqualität verbessern. Auf ihn würde ich beim Kauf einer PowerShot-Kamera nicht verzichten.

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Torfeuerwerk bei FC Carl Zeiss Jena gegen 1860 München

So schnell kann Fußball sein: In den ersten drei Minuten drei Ecken für Jena und in der 10. Minute schon das dritte Tor – auch für Jena. Damit hat wohl niemand gerechnet, selbst Heiko Weber scherzt, dass die Strategie, am Anfang schnell Druck zu machen, so gut funktioniert hat und er sie wohl öfters einsetzen wird … Mit dem dritten Sieg in Folge ist Jena wieder zurück im Spiel und runter vom Abstiegsplatz. Die 11022 anwesenden Fans brachten ordentlich Stimmung in das Stadion und riefen nach der Halbzeit ihren Torsten Ziegner, der jedoch auf der Bank sitzen blieb.

Es blieb leider nicht beim Torfeuerwerk, denn die Gäste zündeten mehrere rote Feuerwerkskörper, obwohl dies noch einmal ausdrücklich untersagt wurde. Einige Vereine mussten in den letzten Wochen dafür jeweils 8000 € Strafe zahlen.

Auch die Fotografen durften heute ein wenig Sport treiben, denn die DFL-Richtlinien wurden diesmal konsequent umgesetzt: wir durften uns nach dem Anpfiff nicht aus dem 16m Bereich heraus bewegen; auch nicht in der Halbzeitpause. Der Seitenwechsel ging dann einmal die 400m Bahn herum.

Weitere Bilder vom Spiel in der Happy Arts Galerie Die Audio-Mitschnitte entfallen leider, da die Technik nicht mitgespielt hat. Vermutlich hat die automatische Aussteuerung versagt, denn die Sprache ging im Rauschteppich unter.

Spielberichte: Live-Ticker-Mitschnitt von Jens Mende, FCC Jena Homepage, Thüringerblogzentrale, TLZ: „Eine Abreibung vom Feinsten“

FC Carl Zeiss Jena gegen 1860 München
FC Carl Zeiss Jena gegen 1860 München
FC Carl Zeiss Jena gegen 1860 München
FC Carl Zeiss Jena gegen 1860 München
Foul von Thorandt an Mohammed El Berkani, er fällt mit Innenbandanriss im linken Knöchel für ein ca. 4 Wochen aus
FC Carl Zeiss Jena gegen 1860 München
FC Carl Zeiss Jena gegen 1860 München
FC Carl Zeiss Jena gegen 1860 München

Vorbesprechung Spiel FC Carl Zeiss Jena – TSV 1860 München

Für den FC Carl Zeiss Jena geht es diesen Freitag um 18.00 Uhr im Ernst-Abbe-Sportfeld beim Spiel gegen den TSV 1860 München wieder um drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Bis Mittwoch Morgen wurden schon 7300 Karten für dieses Spiel verkauft.

Für das nachfolgende Auswärtsspiel gegen Unterhaching wird der FCC mit seinem Hauptsponsor für den Preis von 5 Euro inkl. Ticket 12 Busse zur Verfügung stellen. Weitere 1500 Karten stehen für die individuell anreisende Fans bereit.
Update 23.02.07: Die Details stehen jetzt auf der offiziellen FCC Homepage bereit.

Ausführliche Informationen der heutigen Pressekonferenz zu diesem Spiel hat Jens Mende in den Artikeln „Die Löwenbändiger sind heiß“ und „Kevin Schlitte: Vertrag bis 2009 verlängert“ zusammengefasst.

sonyecm.jpgDas zweite Happy Arts Podcast hat jetzt schon eine etwas bessere Soundqualität, als der erste Mitschnitt der Pressekonferenz. Für die Aufnahmen habe ich ein Sony ECM-DS 70 P Stereo-Mikrofon an meinem iAudio U3 MP3 Player eingesetzt. Das Mikrofon ist so klein, das es direkt am MP3-Player angeschlossen wird.

Podcast (Download) der Pressekonferenz

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

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Heiko Weber, Foto: Markus Kämmerer

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Kevin Schlitte bei der Vertragsunterzeichnung, Foto: Markus Kämmerer

Tiefseefasching: LNT unter Überdruck!

Traditionell feiert der LNT Karnevalerein sein Spektakel mit der Rockband ROSA im F-Haus Jena. Gestern war die närrische Hauptveranstaltung mit einem guten Programm. Besonders die Tanzeinlagen waren wie immer sehr unterhaltsam. Die Gäste waren dieses Jahr im Durchschnitt jünger als sonst, aber wie immer sehr gut gelaunt. Eine Dokumentation in Bildern befindet sich in der Happy Arts Galerie.

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Sony MP3 Player WM-E002: Top und Flop

Es gibt Unternehmen, die verstehen die Wünsche ihrer Kunden. Und es gibt Unternehmen, die ignorieren diese Wünsche komplett. Bei der MP3-Player Serie WM-E00x gelingt Sony beides. Gleichzeitig.

Die Wünsche, die an einen MP3-Player gestellt werden, sind sicherlich sehr verschieden. Ein paar der Wünsche sind jedoch allgemeingültig genug, dass sie an jeden MP3-Player gestellt werden können. Der Player soll klein sein, gut aussehen und ein gut leserliches Display haben, welches alle wichtigen Informationen verständlich anzeigt. Die Bedienung sollte unkompliziert und ohne Handbuch möglich sein. Verschiedene Playlisten, Shuffle-Modi u.ä. helfen, die Musik nach eigenem Geschmack zu organisieren. Ein interner Akku erspart das ständige Wechseln der Batterien, benötigt aber zum Laden einen USB-Anschluß. Wenn der USB-Anschluß integriert ist, fällt auch das sonst nötige zusätzliche Kabel weg.

im_nw-e000b.jpgAlle diese Wünsche erfüllt der Sony Player hervorragend. Das Gerät ist extrem klein, gibt es in verschiedenen Farben und das gut leserliche OLED-Display verschwindet, wenn der Player ausgeschaltet ist. Über die wenigen Tasten sind alle Funktionen schnell erreichbar. Der interne Akku hält laut Hersteller 30h und ist schnell geladen: 3 Minuten am USB-Anschluß und der Player läuft für einige Stunden. Die mitgelieferten Kopfhörer sind immerhin ausreichend.

Das alles klingt fast zu gut, um wahr zu sein: Doch Sony hat es geschafft, mit seiner Software eine sehr gute Hardware fast unbrauchbar zu machen. Das wäre kein Problem, wenn der Player wie eine normale Festplatte mit MP3-Dateien bespielbar wäre. Das Gerät meldet sich zwar als Wechseldatenträger an, allerdings werden die Dateien in einem speziellen Sony-Format abgelegt, welches nur die Sony SonicStage Software unterstützt.

Der Weg zu SonicStage und zur Musik auf dem Player ist allerdings lang: auf der mitgelieferten CD befindet sich nur die veraltete Version 3.x. Im Netz erhält man die aktuelle Version 4.2 – allerdings nicht einfach als Komplettdownload, sondern nur den ca. 800kb kleinen Installer, der nach dem Start neben dem eigentlichen SonicStage noch 33 MB DirectX 9.0c herunterlädt, obwohl das selbstverständlich schon installiert ist. Der Server ist zudem noch so langsam, dass die fast 50 MB Installationsdaten mit DSL-6000 erst nach über einer Stunde da sind, obwohl weniger als zwei Minuten nötig wären. Vor dem ersten Lied auf dem Player hat Sony aber noch ein paar weitere Hürden gesetzt: Bevor ein Lied auf den Player kopiert wird, muss es importiert werden. Ein direktes Drag-und-Drop auf das Transferfenster des Players ist nicht möglich. Der Import ist für einzelne Dateien oder Verzeichnisweise möglich. Meine MP3-Sammlung war nach über einer Stunde fertig importiert (Foobar benötigt weniger als 30 Sekunden, um die gleiche Menge Dateien in eine Playliste zu kopieren). Alle .OGG (Ogg Vorbis) und .FLAC-Dateien wurden dabei ohne weiteren Hinweis ignoriert. Danach ist es endlich möglich, die Lieder auf den Player zu laden. Aber nur, wenn man sie auch wiederfindet: die komplette Verzeichnisstruktur und die Dateinamen gehen beim Import verloren. Wenn die ID3-Tags nicht korrekt gesetzt sind, ist es kaum noch möglich, gezielt bestimmte Alben oder Lieder wiederzufinden. Es gibt verschiedene Sortier- und Anzeigemodi (Playlist, Alben, …), die aber beim Wechsel (nur mit der Maus möglich) auf dem 2 GHz Dual Core erst einmal 15 Sekunden Pause einlegt.

Ich erspare es mir, alle weiteren Probleme der Software zu beschreiben, denn das katastrophale Fazit würde sich nicht mehr ändern. Es bleibt die Frage, wo die Gründe dafür liegen, ein eigentlich gutes Produkt mit solcher Software so konsequent untauglich zu machen. Zum Glück gibt es Alternativen.

Fotos FC Carl Zeiss Jena – Rot-Weiß Essen

Der FC Carl Zeiss Jena hat heute im Spiel gegen Rot-Weiß-Essen mit 2:0 gewonnen und damit drei wertvolle Punkte im Abstiegskampf gewonnen.

Weitere Bilder befinden sich in der Happy Arts Galerie und den Live-Ticker gibt es bei Jenakompakt.de

Zusätzlich zu den Bildern gibt es das erste mal im Happy Arts Blog einen Mini-Podcast. Der Inhalt ist ein Mitschnitt der Pressekonferenz nach dem Spiel. Die Aufnahmen entstanden mit dem internen Mikrofon des iAudio U3, deshalb die relativ geringe Qualität und die vielen Störgeräusche.

Podcast (Download) Pressekonferenz nach dem Spiel:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

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3. Benefizkonzert im F-Haus

Am 31. Januar 2007 fand im F-Haus das 3. Benefizkonzert mit den Bands Biba und die Butzemänner, Cliff, Phillip & Band, Rosa und Swagger statt. Der Erlös von 3529 Euro kommt dem Frauenhaus, der Straßenzeitung “Notausgang” und der Behinderteneinrichtung “Campino” zu Gute. Das jährliche Benefizkonzert entwickelt sich langsam zu einer Tradition, die auch nächstes Jahr fortgeführt werden soll.

Eine Dokumentation in Bildern befindet sich in der Happy Arts Galerie.

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Bild: Claus Hennberger von Rosa beim Benefizkonzert (Markus Kämmerer/Happy Arts)

MediaMarkt findet Satire nicht lustig und mahnt ab

„Ist Pressefreiheit in Deutschland die Freiheit der Anwälte?“ fragte ich vor einer Woche zum Thema „Mein Parteibuch“. Eine weitere Antwort auf diese Frage liefert uns unfreiwillig das Weblog http://media-bloed.de. Der Autor des Weblogs veröffentlichte eine Satire zum Thema Media blöd. Media Markt fand das offensichtlich nicht lustig und mahnte das Weblog kostenpflichtig ab (ausführlich in Spiegel Online) . Der Forderung wurde noch etwas Druck verliehen, in dem die gleiche Abmahnung noch von einem zweiten Media Markt versendet wurde – natürlich mit weiteren Kosten. Als die Bilder nicht entfernt wurden, beantragte Media Markt eine einstweilige Verfügung vor Gericht. Werden die Bilder nicht entfernt, droht ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro.

Der Autor plant jetzt den Gegenangriff. Er sprach mit fünf verschiedenen Anwälten, die unabhängig voneinander meinten, dass der Prozess mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit durch alle Instanzen zu gewinnen ist. Es bleibt das große “Aber”. Er schreibt:

Es bleibt das Risiko, auf den gesamten oder einem Teil der Prozesskosten sitzen zu bleiben, und die liegen schon in der ersten Instanz bei ca. 5000,- Euro und können sich über mehrere Instanzen auf 30.000,- Euro und mehr summieren.

Und genau darin liegt die große Gemeinheit, während der Mediamarkt, der Jahr für Jahr hunderte Millionen Euro für Werbung ausgibt, diese Summe aus der Portokasse bezahlt, wäre ich bankrott und hätte für den Rest meines Lebens einen riesigen Schuldenberg abzutragen.

Ich sehe diese Aktion als einen direkten Angriff auf die Pressefreiheit. Wer das meiste Geld und den längsten Atem hat, gewinnt. Dieser Fall könnte Zeichen setzen. Deshalb sollte der Autor für sein Recht kämpfen. Damit das möglich ist, hat er ein Spendenkonto eingerichtet.

Bei den letzten Spendenaktionen, als es um Abmahnungen von Blogs ging habe ich nie mitgemacht. Der Grund ist einfach: es waren oft Abmahnungen, die zwar nicht mit der Wahl der Mittel und den entstehenden Kosten, aber dem Inhalt wenigstens halbwegs gerechtfertigt waren. Die Selbstverantwortung der Weblogs können die Spendengelder nicht abnehmen. Dieser Fall liegt jedoch anders und ist viel zu eindeutig, als das man ihn einfach übergehen könnte.

P.S. Nach Spiegel Online veröffentlichte der Media Markt Rechtsanwalt Steinhöfel Texte verschiedener Medien auf seiner Homepage, ohne dafür eine Genehmigung beim Inhaber einzuholen.

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Bild: Symbolbild mit Bild von www.media-bloed.de

Vortragsbericht: Katharina Borchert über die Zukunft der Regionalzeitungen

Gestern sprach Katharina Borchert, Online-Chefredakteurin der WAZ-Mediengruppe, über ihre Ideen, den WAZ-Konzern in das Online-Zeitalter zu bringen. An der medialen Berichterstattung und Diskussion über diese Veranstaltung ist ein Stück der Zukunft der lokalen Berichterstattung zu beobachten. Auf Gonzo’s Weblog gibt es eine kurze Zusammenfassung und eigene Gedanken zum Vortrag. Sven von der Thüringer Blogzentrale hat den Vortrag auf Video aufgezeichnet, zum großen Teil online gestellt und einen ausführlichen Artikel mit Hintergründen (auch bei Medienrauschen zu lesen) zu dem Thema verfasst. In dem aktuellen Podcast von Radio-G wird ebenfalls über den Vortrag berichtet. Radio-G plant, den kompletten Mitschnitt demnächst online zu stellen. Für Bildmaterial hat das Happy Arts Blog gesorgt.

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Die lokalen Print-Redakteure waren fast vollständig anwesend, was nicht verwundert, denn der Ausgang des Online-Projektes WestEins wird später auch Auswirkungen auf die Thüringer Zeitungen OTZ, TLZ und TA (alle gehören zur Thüringer Zeitungsgruppe und damit zur WAZ) haben. Lutz Prager, der Chefredakteur der Jenaer OTZ hat in einem Print-Artikel (leider nicht dauerhaft online verfügbar) über den Vortrag berichtet. Er verwechselt ein Blog mit einem Tagebuch (da sich der Artikel and plain old Zeitungsleser richtet, verzeihen wir ihm diese Vereinfachung) und fügt dem Blog gleich noch ein „g“ hinzu:

„In Hamburg hat die aus dem Ruhrgebiet stammende 33-Jährige fünf Jahre lang ein Internet-Tagebuch – einen sogenannten Blogg – geschrieben und erlangte in der Szene unter dem Titel “Lyssas Lounge” mit ihren Alltagsgeschichten einer Großstadtnomadin Berühmtheit.„

Der von Thomas Knüwer und Don Alphonso diskutierte digitale Graben scheint also wirklich zu existieren. Das diese Themen auch im Print wahrgenommen und publiziert werden ist jedoch ein großer Fortschritt.

Über den Inhalt des Vortrages und der Diskussion werde ich in einem eigenen Artikel ausführlicher berichten.

Die folgenden Fotos dürfen für die Berichterstattung über diesen Vortrag frei verwendet werden:

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