2007 März

7. February 2012

Spiel der vergebenen Chancen: FC Carl Zeiss Jena gegen FC Hansa Rostock

Wenn die Rostocker Kogge versenkt werden soll, geht das nur mit Treffern. Jena hatte gestern im Spiel alle Chancen dazu. Aber sie haben sich bis zur 85. Minute Zeit gelassen, den frühen Vorsprung der Rostocker mit einem 1:1 auszugleichen. Die Freude über den Ausgleich war offensichtlich so groß, das die Jenaer die letzten 5+2 Minuten des Spiels vergessen wollten. Anders ist es kaum zu erklären, das innerhalb der nächsten Sekunden die Rostocker drei Chancen hatten, das Jenaer Tor zu treffen. Nachdem der Ball einmal den Pfosten und einmal die Latte begrüste, war er beim dritten mal endgültig drin und damit das Spiel quasi entschieden. In der zweiten Bundesliga reicht es nicht mehr, gut zu spielen, sondern jeder Fehler der anderen wird gnadenlos ausgenutzt. Rostock hatte diese Chance bekommen und genutzt. Die Jenaer müssen hier noch an professionalität gewinnen und bis zu Ende spielen. Solche Spiele wie gegen 1860 München gibt es eben nicht oft.

Weitere Bilder in der Happy Arts Galerie

Podcast (Download) Pressekonferenz nach dem Spiel:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Weitere Spielberichte: Live-Bericht von Jens Mende, Spielbericht “Tolles Spiel und dämliches 1:2″ in der TLZ

Tore:
0:1 Silva Menezes (38.)
1:1 Mikheil Ashvetia (85.)
1:2 Djordjije Cetkovic (86.)

Schiedsrichter: Georg Schalk (Augsburg)
Zuschauer: 12.500 (ausverkauft)

Aufstellung von Jena: 35 Georgi Lomaia, 32 Leendert van Steensel, 3 Alexander Voigt, 15 Toni Wachsmuth, 27 Ronald Maul (C), 14 Kevin Schlitte, 36 Filip Tapalovic, 13 Christian Fröhlich, 6 Sven Günther , 34 Mikheil Ashvetia, 11 Mark Zimmermann

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Einladung zum vierten WebMonday in Jena

Montag ist WebMonday-Tag. Zumindest nächste Woche in Jena. Deshalb ist jeder interessierte eingeladen, den Vorträgen zu lauschen und mit uns zu diskutieren. An diesem WebMonday werde ich auch einen Vortrag halten: “Rechte und Pflichten im Web: Abmahnungen oder warum ein Brötchen 6000 Euro wert ist”. Ich werde einige der bekannten Abmahnungen im Web vorstellen und ein paar Hintergründe dazu erläutern. Ich freue mich besonders, das die Rechtsanwältin Babette Sterna sich bereiterklärt hat, den zweiten Teil des Vortrages zu halten. Sie wird erklären, was genau eine Abmahnung (die eigentlich gar nicht so heißt) ist und was man tun kann, bevor und nachdem es zu spät ist. Das Thema ist sehr komplex, aber wir werden versuchen es entsprechend kurz und vor allem auch kurzweilig zu präsentieren. Hier die offizielle Einladung:

Liebe Web-Begeisterte aus Mitteldeutschland,

wir möchten Euch hiermit zum vierten WebMonday in Mitteldeutschland (WM04) einladen. Der WebMonday ist ein dezentral organisiertes, informelles Treffen zum Thema Web (2.0/SemanticWeb im weitesten Sinne), das Anwender, Entwickler, Gründer, Unternehmer, Forscher, Web-Pioniere, Blogger, Podcaster, Designer und sonstige Interessenten zusammenbringen möchte. Mit dem WebMonday in der eBusiness-Stadt und in der Towerbyte eBusiness-Softwaregenossenschaft haben wir die richtige Umgebung hierfür in Mitteldeutschland gefunden.

Der WM04 findet am 02. April 2007 um 19.30 Uhr bei der TowerByte eG (c/o Intershop Tower, Leutragraben 1, 07743 Jena) in der 29. Etage im IntershopTower statt. Zur Kostendeckung und Bereitstellung eines Begrüßungsgetränkes muss eine 5,- Euro-pro-Kopf-Pauschale erhoben werden. Zum Ende der Veranstaltung erfolgt normaler Ausschank.

Bei der vierten Veranstaltung erwartet die Teilnehmer eine bunte Mischung verschiedenster Kurzbeiträge. Zum einen werden zwei Hands-On-Workshops zu den Themen Podcasting (Radio-G) und Search Engine Optimization für Google AdWords (Finwall Media) den anwendungsbezogenen Charakter der Veranstaltung bestärken. Weiterhin startet Markus Kämmerer von Happy Arts mit seinem Vortrag “Rechte und Pflichten im Web: Abmahnungen oder warum ein Brötchen 6000 Euro wert ist” eine Vortragsreihe, die vor allem auf die alltäglichen Rechtsfragen im Web eingehen wird. Abschließend beschreibt “Sones – Das Optionsmenü für Dein Leben” die Wege eines web2.0 Startups, das die Welt verändern will.

Bitte bestätigt die Teilnahme in Form einer Rückantwort an die Absender-Email-Adresse oder einem Eintrag im Wiki des Jenaer WebMonday. Ihr könnt ebenfalls Euren Kollegen diese Einladung zukommen lassen.

Bis später, bitte die Anmeldung nicht vergessen!

Lars Zapf
Geschäftsführer Simprove Consulting
c/o Intershop Tower
Leutragraben 1
07743 Jena
+49.3641.412.050

und

Mario Melle
Vorstand Towerbyte eG
Geschäftsführer synchronity GmbH
c/o Intershop Tower
Leutragraben 1
07743 Jena
03641 – 57 333 40

Neue Schrottfiguren braucht das Land

Alles ist Kunst oder wird wenigstens dafür gehalten. Damit das weiterhin so bleibt und jeder davon erfährt, schickte die Buga heute eine Einladung für die Fotografen:

„Morgen werden in der Neuen Landschaft Ronneburg fünf große Schrottfiguren des Künstlers Karamol Mandir aus Remptendorf aufgestellt. Wir laden Sie aus diesem Anlass herzlich ein zu einem Fototermin.”

In Jena sind wir schon einige Jahre weiter und haben Erfahrungen mit Schrottfiguren, denn wir haben einige dieser rostigen Schattenspender auf dem Campusgelände stehen. Der Legende nach hat mal ein Student ein altes Fahrrad an eine der Figuren geschweißt – es hat wohl lange Zeit niemand gemerkt.

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Dieses Exemplar ist besonders bei den Medienwissenschaftlern beliebt, denn sie steht genau zwischen dem Institut und der Mensa. Der Sockel (nicht im Bild) ist eine hervorragende Sitzgelegenheit, denn die nächsten Bänke sind bestimmt 10 Meter entfernt.

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Das folgende Exemplar ist bei den BWLern beliebter, denn hier läuft die Diagonale vom Hörsaal zur Mensa entlang. Da es mehr BWLer als Medienwissenschaftler gibt, ist der Bedarf an Schatten höher, was die größere Figur erklären könnte.

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Hier scheint ein neuer Künstler am Werk zu sein – das Modell gab es zu meiner Studienzeit noch nicht.

Fotos vom Tanzball im Volkshaus Jena

Viermal im Jahr findet der Tanzball der Tanzschule Näder im Volkshaus Jena statt. An zwei Tagen gibt es die Gelegenheit die gelernten Tänze in festlicher Gelegenheit zu tanzen. Während des Abend zeigen sowohl die Tanzlehrer als auch ausgewählte Tanzgruppen kleine Showeinlagen. Fotos davon gibt es in der Happy Arts Galerie.

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23 Spieler beim Spiel FC Carl Zeiss Jena gegen den Karlsruher SC

Der FC Carl Zeiss Jena hat heute gegen den Tabellenführer Karlsruher SC mit 1:3 verloren. Doch beim heutigen Spiel hat nicht nur der FCC verloren, sondern auch die Fans, denn sie mussten die zahlreichen, zumindest zweifelhaften Entscheidungen des Schiedsrichters Dr. Felix Brych (München) mit ansehen. Beispielhat war die Situation vor dem 1:3 – ich hab den Ball über der Linie gesehen, die Jenaer offenbar auch, diese warteten auf die Schiri-Entscheidung und währenddessen schoss der KSC das Tor, welches der Meinung einiger Zuschauer wegen einem Abseitsspiel nicht hätte zählen dürfen.

Die 10.493 anwesenden Fans wurden wenigstens durch zahlreiche Torchancen der Jenaer getröstet. Einen Live-Spielbericht und eine Spiel-Auswertung gibt es auf Jenakompakt, die Stimmen zum Spiel auf der FCC Homepage und ein Interview mit Sercan Güenisik bei der TLZ.

Weitere Bilder befinden sich in der Happy Arts Galerie und im APIS Netzwerk auf apis.photopool.net.

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Heiko Weber vor dem Spiel
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Sind A-Blogger die Gatekeeper der Blogosphäre?

Bei der Thematik Media Markt gegen Media-Böld.de ist mir ein Satz von Rainer Kohnen besonders aufgefallen:

Auch in der sogenannten “Blogosphäre” war das Thema nicht auf die erhoffte Resonanz gestoßen, es hatten zwar eine große Anzahl von Blogs darüber berichtet (Mein Dank nochmals an Alle die etwas darüber geschrieben haben!), bei den sogenannten “A-Bloggern” aber, durch deren Berichterstattung die Sache auf Grund deren großen Reichweite enorm an Fahrt hätte gewinnen können, war von Solidarität nicht viel zu spüren. Woran es lag – keine Ahnung, jedenfalls nicht daran daß sie nichts davon gewußt hätten.

Daraus ergibt sich die Frage: Wie wichtig sind A-Blogger in der Blogosphäre für die Themensetzung?

Die A-Blogger haben mindestens 10-100 mal höhere Zugriffszahlen auf ihre Artikel als die restlichen, gut besuchten Blogs. Schon daraus ergibt sich, dass ein Thema mehr wahrgenommen wird, wenn ein A-Blogger sich damit beschäftigt.

Das bedeutet nicht zwingend, dass ein Thema von den A-Bloggern erfunden oder entdeckt werden muss. Oft wird die Thematik auf unbekannteren oder fachspezifischen Blogs entwickelt und verbreitet sich durch die Verlinkung innerhalb des direkten Umfeldes. Wird das Thema dann von einem bekannteren Blogger aufgefasst, gewinnt es meist eine neue Dynamik. Das Thema schwappt sozusagen aus einem kleinen, speziellen Interessenskreis heraus.

Auf den Meta-Blogs – typisch hierfür ist das Basic Thinking Blog – wird das Thema entweder nur verlinkt oder mit einem meist kurzen, persönlichen Kommentar versehen und damit bewertet. Durch die enorme Reichweite wird das Thema in der Blogosphäre bekannt und von weiteren Blogs aufgegriffen. Trackbacks auf dem Meta-Blog sammeln die Diskussion.

Andere Blogs, wie die Blogbar oder Indiskretion Ehrensache setzen neue Themen oft selbst. Meist gibt es einen klaren thematischen Fokus und bestimmte Themenbereiche werden bevorzugt. Auch hier ist der Artikel oft der Anstoß für eine längere Debatte innerhalb der Blogosphäre.

Auch bei Focus-Blogs, wie der Thüringer Blogzentrale, welche gute Blog-Artikel der Thüringer Blogs sammelt und zentral veröffentlicht erfolgt eine bewusste Auswahl der Artikel und Themen.

Es ist anzunehmen, dass Journalisten wenige und vor allem bekannte Blogger lesen und beobachten, da ein vollständiger Überblick über alle Themen der Blogosphäre weder möglich noch nötig ist. Damit dürfen es die Themen, welche von den A-Bloggern aufgegriffen werden leichter haben, die Blogosphäre zu verlassen. Eine gewisse Reputation der bekannten Blogger unterstützt diese Tendenz zusätzlich.

Das Auswählen und Kommentieren relevanter Themen sind klassische Aufgaben eines Journalisten. Die Betreiber der Blogs funktionieren als Gatekeeper der Blogosphäre. Der Unterschied zu klassischen Medien ist nur folgender: Ihre Macht ist begrenzter. Auch ohne A-Blogger kann es ein Thema mit dem entsprechenden Nachrichtenwert es ganz nach oben und bis nach draußen schaffen. In der klassischen Medienwelt ist das ohne die Macht der Großen kaum möglich.

In der Forschung wird die Abkehr von der alten Gatekeeper-Strategie beschrieben. Doch das ist nicht weit genug gedacht: auch die Blogs benötigen ihre Gatekeeper. Das ergibt sich schon aus der schieren Anzahl unterschiedlich relevanter Informationen, die publiziert werden. Zwar ist es jetzt nahezu jedem möglich, seine Gedanken und Informationen zu veröffentlichen. Aber nur, weil eine Information im Netz steht, wird sie noch lange nicht wahrgenommen. Aufgrund des nötigen Auswahlprozesses innerhalb der Blogosphäre wird diese nicht ohne ihre zunehmend journalistisch arbeitenden Alpha-Tiere auskommen.

Passend hierzu der Artikel. „Who’s a Journalist These Days?“ via Jonet

P.S. Es wird immer behauptet, die Blogsphäre beschäftigt sich nur mit sich selbst. Damit wenigstens Fünkchen Wahrheit in dieser Aussage enthalten ist, war dieser Artikel mein Beitrag dazu.

Media Markt gegen Media-Blöd.de: Das Geld gewinnt

Meine Frage „Ist Pressefreiheit in Deutschland die Freiheit der Anwälte?“ bekommt wieder eine neue Antwort: Media-Blöd.de akzeptiert die Abmahnung des Media Marktes – weil das Geld fehlt, für das eigene Recht zu kämpfen.

media-bloed-sidebar.jpgRainer Kohnen, der Betreiber von Media-Blöd.de wird nicht gegen die Abmahnung des Media-Markt gegen seine Media-Blöd-Satire (Hintergründe: Media-Blöd Abmahnung durch Mediamarkt-Steinhöfel/Höbelt und Media-Blöd: Gegen den Mediamarkt prozessieren oder aufgeben?) vorgehen, da er mit Kosten von 4.000 € bis 40.000 € rechnen muss, um den Prozess zu führen. Zwar müssen diese Kosten im Falle einer Niederlage des Media Markt von diesem übernommen werden, das Prozessrisiko bleibt jedoch. Die Chancen für den Prozess stehen allerdings sehr gut für media-blöd.de: mehrere Beobachter analysierten den Fall unabhängig voneinander (z.B. Media-Markt Abmahnung gegen Media-bloed.de und fettisch.de und J!Cast 26 Media-bloed – Was darf Satire) und sagten einen positives Ergebnis für Media-Blöd.de voraus.

Doch ein solcher Prozess muss erst einmal finanziert und geführt werden. Durch die einstweilige Verfügung des Media Marktes wurden die nötigen Prozesskosten weiter in die Höhe geschraubt.

Rainer von Media-Blöd.de hatte sich mehr öffentliche Unterstützung erhofft. Weder die Spendengelder von 170 €, noch Unterstützung durch die Blogosphäre und die Medien (trotz Spiegel Online Artikel) waren seiner Meinung nach ausreichend. Er hat jetzt Banner erstellt, die auf eigenen Webseiten veröffentlicht werden können und verkauft passende T-Shirts. Das soll unter anderem helfen, seine jetzigen Kosten von 2000-3000 € wenigstens teilweise zu decken und das Thema in der Öffentlichkeit zu halten.

Rainer gibt sich trotzdem kämpferisch:

Ich werde daher zwar nicht gegen den Media Markt prozessieren, aber ich werde auch weiterhin diese Zustände anprangern und Parodien und Satire auf Media-Blöd.de veröffentlichen.

Und ich werde nicht aufhören, mich für Meinungsfreiheit und für die Möglichkeit Parodien und Satire im Internet veröffentlichen zu können einzusetzen. Deshalb bin ich dabei gemeinsam mit einigen anderen Bloggern, Forenbetreibern und anderen Interessierten einen gemeinnützigen Verein mit eben diesem Ziel zu gründen. Wenn jemand Lust hat mitzumachen, einfach eine Mail schicken!

Spannend ist vor allem die Aussage von Media Markt Rechtsanwalt Steinhöfel. Rainer schreibt:

Ich habe darum auch bei Herrn Rechtsanwalt Steinhöfel angefragt, ob er evtl. bereit wäre auf Grund meiner finanziellen Situation auf einen Teil seines Honorars zu verzichten.
Herr Steinhöfel hat sich zwar die Zeit genommen, die unterschiedlichen Aspekte der Situation mit mir zu erörtern, auf einen Teil seines Honorars zu verzichten lag ihm jedoch fern, unter anderem aus dem Grund daß ich seiner Meinung nach uneinsichtig sei, da ich Kontakt zu den Medien gesucht hatte.
Im Übrigen vertrat er den Standpunkt daß es einem schon etwas wert sein sollte für die Meinungsfreiheit als hohes Gut der Demokratie einzutreten, und dass 40.000 € sicher kein zu hoher Preis dafür wären.
Womit er ja irgendwie Recht hat, oder! Schade nur, daß er die Summe nicht spenden wollte.

Insgesamt ist es erschreckend zu beobachten, wie die Presse- und Satirefreiheit in Deutschland weiter eingeschränkt wird. Besonders für die Kleinen ist es schwierig eigene Rechte gegenüber ‚den Großen‘ durchzusetzen, da fast jede Art der Berichterstattung mit dem Mittel der Abmahnung erst einmal wirkungsvoll unterdrückt werden kann. Dagegen vorzugehen benötigt eine große Menge Zeit und Geld und setzt damit die Hürden für freie Berichterstattung immer höher. Hier ist die Blogosphäre aufgerufen, auf diese Missstände aufmerksam zu machen und entsprechenden Themen mit Hilfe ihrer exzellenten Vernetzung den richtigen Spin zu geben um dann in den klassischen Medien entsprechende Beachtung zu finden.

In meinem Vortrag „Rechte und Pflichten im Web: Abmahnungen oder warum ein Brötchen 6000 Euro wert ist“ beim vierten WebMonday werde ich über diesen Fall berichten und damit hoffentlich auch einen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit der Blogosphäre leisten.

Update: Haben die vielen Proteste Wirkung gezeigt? Die FAZ titelt “Media-Saturn-Konzern sucht anderes Image” und berichtet, das der Anwalt Steinhöfel nicht mehr für den Media Markt arbeiten wird.

ROSA Oldienacht in Jena

ROSA goes Oldies und bietet für alle, die bei dieser Musik einfach nicht sitzen können Flanierkarten an. Wenn das keine Abwechslung zum klassischen Rosa-Konzert ist…

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Das für den Flyer verwendete Bild ist schon etwas älter, gefällt mir aber immer noch recht gut. Hier in einer Sepia-Variante:

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Themenvorschlag für 4. WebMonday

Der letzte WebMonday hat gezeigt, das weniger die technischen Themen, sondern eher Zusammenhänge, Entwicklungen und Visionen des Web 2.0 interessieren. Deshalb möchte ich ein Thema vorschlagen, zu dem ich zum 4. WebMonday am 2. April einen Vortrag (10-15 Min) halten möchte:

„Rechte und Pflichten im Web: Abmahnungen oder warum ein Brötchen 6000 Euro wert ist“. Das Thema interessiert eigentlich niemanden, ist dafür um so wichtiger für alle, die im Internet in irgendeiner Art publizieren oder präsent sind.

Folgenden Inhalt habe ich geplant. Was fehlt und darf nicht fehlen? Bitte weitere Themenvorschläge oder Wünsche für den Inhalt als Kommentar hinterlassen.

  • Einführung: Eine Abmahnung kann jeder erhalten
  • Themen für Abmahnung: Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht
  • Beispiele für Abmahnungen aus der Praxis (SaftBlog, Media-Blöd, Barthels, 6000 € Brötchen, …)
  • Typische Fallstricke?
  • Die Gefahr einer Abmahnung reduzieren
  • Impressum, V.i.S.d.P
  • Abmahnung erhalten? Was nun?
  • Buchempfehlung: Presserecht für Journalisten
  • Versicherung: Rechtsschutz, DJV

Da die rechtlichen Aspekte des Themas sehr komplex sind, bin ich mit der Rechtsanwältin Babette Sterna im Gespräch. Sie wird die fachlichen Aspekte des Themas ergänzen. Der genaue Inhalt wird noch besprochen.

Kennen unsere Politiker das Grundgesetz? – Die Debatte um die Begnadigung des ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar

Ein Gastbeitrag von Anja Eckert

Derzeit wird nicht nur an deutschen Stammtischen über eine mögliche Begnadigung des ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar diskutiert. Auch viele namenhafte Politiker meinen, zu diesem Thema Stellung beziehen zu müssen. Bevor deren Kommentare und Forderungen richtig eingeordnet werden können, müssen ein paar Sachverhalte erklärt und richtig gestellt werden: Christian Klar ist wegen mehrerer gemeinschaftlich verübter Morde im Jahre 1977 zu einer Freiheitsstrafe von fünf mal lebenslänglich plus 15 Jahre verurteilt worden. Prominentestes Opfer war der Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer. Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichtes Stuttgart 1997 muss die Haftstrafe mindestens 26 Jahre lang vollstreckt werden. Die Mindesthaft liefe demnach am 3. Januar 2009 ab. Christian Klar stellte im Jahr 2003 beim damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau ein Gnadengesuch. Jedoch sah Rau diese Frage noch nicht entscheidungsreif, da eine für die Gnadenwürdigkeit notwendige Einsicht bei Christian Klar fehle. Raus Nachfolger Köhler lässt derzeit den Antrag erneut prüfen. Beobachter in Berlin gehen davon aus, dass der Bundespräsident eher als sein Vorgänger dazu neige, das ehemalige RAF-Mitglied zu begnadigen.

Herr Klar hat ebenfalls seinen Teil dazu beigetragen, dass sich die Gemüter in der Debatte um seine mögliche Freilassung so erhitzen. In einer Grußbotschaft an die Rosa-Luxemburg-Konferenz Mitte Januar kommt eine nach wie vor vorhandene antikapitalistische Einstellung zum Ausdruck. Doch scheint eine solche Meinung vielen Politikern aufzustoßen, die daraus ihre Forderung ableiten, Christian Klar nicht zu begnadigen und sogar seine Mindesthaftdauer zu verlängern. So jüngst die Aussagen des CSU-Generalsekretärs Markus Söder und des bayrischen Innenministers (und designierten bayrischen Ministerpräsidenten) Günther Beckstein. Vielleicht sollten sich beide Politiker mit unserem Grundgesetz und unserem Rechtssystem beschäftigen. Dann wüssten sie, dass die Entscheidung über einen Gnadenerlass, die vom Bundespräsidenten zu fällen ist, nicht an die Erfüllung von Vorbedingungen geknüpft ist. Auch müssten sie dann wissen, dass das Grußwort von Herrn Klar voll durch sein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung gedeckt ist, was durch den ehemaligen Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichtes Professor Mahrenholz bestätigt wurde. Als promovierte Juristen wissen sie es besser, doch ist es politisch opportuner, Forderungen aufzustellen, die an sich verfassungswidrig sind, aber die Meinung der Bevölkerung widerspiegeln. Herrn Beckstein ist es wichtiger, Wählerstimmen zu sammeln, um bayrischer Ministerpräsident zu werden, als seine Wähler über unser Grundgesetz und die darin enthaltenen Grundrechte aufzuklären. Politische Bildungsarbeit wäre angesichts der fehlenden Kenntnisse unserer Bürger sehr vonnöten. Doch ist unsere politische Elite nicht an der Bildung und Aufklärung der Bevölkerung interessiert, denn gebildete Bürger würden nicht auf so viel Populismus der Politiker hereinfallen und das eine oder andere auch mal hinterfragen.

Es geht nicht in Wirklichkeit um die Frage, ob Mörder Gnade verdient haben oder nicht, sondern viel mehr darum, ob eine Kapitalismuskritik gleichgesetzt wird mit einer Ablehnung unserer freiheitlichen und demokratischen Grundordnung. Aber unser Grundgesetz, dass das Prinzip einer wehrhaften Demokratie beinhaltet, verbietet nicht, eine wirtschaftliche Ordnung zu hinterfragen. Doch wird es von vielen Politikern gern so hingestellt. Ganz zu schweigen, dass sich viele Bürger, die über einen gewissen Grad an Bildung und politischem Interesse verfügen, nicht mehr trauen, politisch nicht erwünschte Meinungen zu äußern. Sollten sie es doch wagen, haben sie als Angestellte im öffentlichen Dienst oder als Beamte mit beruflichen Konsequenzen zu rechnen. Und irgendwie erinnert mich das doch an etwas, was wir bis vor gar nicht so langer Zeit schon einmal hatten.

Weitere Meinungen zum Thema auf Mein Parteibuch.

Zur Person: Anja Eckert hat einen MA in Politikwissenschaft, Interkultureller Wirtschaftskommunikation und Psychologie. Ihre Interessensschwerpunkte liegen im Bereich Globalisierung und ihre politischen und sozialen Folgen, Zukunft der Arbeit, dem bedingungslose Grundeinkommen und Liberalismustheorien in Zusammenhang mit der Freiburger Schule.