2007 Juni

7. February 2012

Abiturball des Angergymnasium Jena

Meine Freundin hatte am Montag ihren Abiturball. Es war ein würdevoller Abschied von einer langen Schulzeit. Und ich war mit der neuen Kamera dabei.

Bei Abschlussveranstaltungen und Bällen läuft es fast immer gleich: ein Fotograf wäre eigentlich recht praktisch für einen solchen Abend. Aber mittlerweile hat jeder eine Kamera und ein Handy tut‘s auch. Das Organisationsteam hat natürlich keine Zeit sich um solche unwichtigen Dinge, wie einen Fotografen, zu kümmern. Das Geld ist sowieso alle. Aber Eintritt (23 €) zahlen, den ganzen Abend professionell Bilder machen, danach zu Hause stundenlang aussortieren und nachkorrigieren – ja, das wäre natürlich noch ok.

Am Abend läuft es dann ganz anders: jeder will ein Portrait, am besten natürlich mit Anhang und schöner Kulisse. Das Programm ist spannend, die Lehrer und viele Mitschüler sieht man nie wieder und schon reichen selbst große Mengen Visitenkarten und eine große Speicherkarte nicht mehr aus. Gegen Ende des Abends taucht dann auch das Organisationsteam auf und fragt, wie das mit den Bildern wäre. Einen Freundschaftspreis – wie freier Eintritt für zwei Personen ist dann nicht mehr drin.
Bei Hochzeiten funktioniert das in etwa genauso, schließlich hat der Schwager sich gerade letzte Woche eine neue Kamera gekauft.

Die Erkenntnis, dass es mit den Fotos nicht so leicht ist, kam einer jungen Frau bei der festlichen Zeugnisübergabe, als sie mit dem Kamerahandy versuchte, die Szene festzuhalten. Ich konnte noch ein paar graue Schatten auf ihrem Display entdecken, während ich versuchte mit ISO 1600, Offenblende 2.8 und indirektem Blitz mit Leitzahl 58 die zugegebenermaßen schwierige Lichtsituation nicht aussichtslos erscheinen zu lassen. Die Hände eines älteren Herren waren angesichts der emotionalen Situation so zittrig, dass er es erst nach längeren Versuchen schaffte, den Auslöser zu drücken, nicht ohne dabei die Kamera 30° zu verreißen. Eine ruhige Hand hätte ihm trotzdem nichts geholfen: der Blitz der Point-and-Shot versank nach gut 3 Metern im Dunkel der Aula und hinterließ ein fein aufgelöstes, unterbelichtetes Rauschen auf seiner Speicherkarte.

Wenn Menschen lernen, dann lernen sie über Enttäuschung. Die stellt sich spätestens dann ein, wenn die dunklen, verrauschten Bilder des letzten Balls oder der schönsten Hochzeit beim letzen Festplattencrash ohne Backup oder beim neuen Handy komplett verschwunden sind. Dann kommt die Erkenntnis, dass es gut war, wenigstens für das Gruppenfoto eine professionelle Fotografin zu engagieren und das vier Euro für ein Gruppenfoto der Abiturklassen nicht zu viel sind.


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Alle Abiturklassen vor dem Uni-Hauptgebäude
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Schulleiter Herr Peter erhält ein “zeitloses” Abschlußgeschenk
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Franziska im Esplanade
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Die Abiturienten beobachten das Programm…
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… und singen zum Abschluss ein Lied zusammen
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Party ohne Ende im Uma Carlson in der Neuen Mitte

Test Canon 1D Mark III bei Rosa

Letztes Wochenende spielte die Rockband ROSA im Jembopark Jena und es war trotz des schlechten Wetters eine gute Gelegenheit, meine neue Kamera, die Canon 1D Mark III ordentlich zu testen. Weitere Praxis-Tests und Berichte werden folgen. Am Sonntag spielt der FC Carl Zeiss Jena ein Testspiel gegen Herta BSC und dort darf sich die Kamera beim Sport beweisen.

Alle Aufnahmen des Konzerts sind bei ISO 3200 entstanden und sehen beim Rauschverhalten sogar besser aus wie die Bilder der Canon 1D Mark II bei ISO 1600. Diese hohe ISO Zahl sorgt dafür, dass bei Konzerten zumindest eine kleine Reserve bei den Belichtungszeiten vorhanden ist. Mit einer Custom Function kann der ISO-Wert 6400 freigeschaltet werden, allerdings ist dann das Rauschen wesentlich deutlicher zu sehen.

Die zweite wichtigste Verbesserung der Kamera betrifft den Autofokus. Im One-Shot Modus ist der neue Autofokus exzellent. Der Autofokus funktioniert noch bei Lichtverhältnissen, bei denen die 1D Mark II schon lange aufgegeben hat. Es werden wesentlich mehr AF-Punkte gleichzeitig einbezogen und die Zielebene der Scharfstellung besser ausgewählt. Der Autofokus im AI Servo Modus ist ebenfalls wesentlich schneller. Leider springt der Fokus bei bewegten Objekten im Dunkeln sehr schnell weg, nur um ebenso schnell das Objekt wieder zu fokussieren. Der AF versucht die Bewegung des Objektes auszugleichen, schießt dabei aber über das Ziel hinaus. Der AF lässt sich durch Custom Functions weiter anpassen, was ich noch ausführlich testen werde. Es ist möglich, das meine Erfahrungen mit den allgemeinen AF-Problemen der 1D Mark III zusammenhängen. Bevor ich das abschließend bewerten kann, muss ich noch einige Bilder mit der neuen Kamera schießen, denn das Gefühl, wie der AF reagiert und wie man sich das Verhalten zu Nutze machen kann, muss ich erst noch entwickeln. Bis die Kamera als Werkzeug durchdrungen ist, wird es noch ein paar Bilder brauchen.

Das komplette Album befindet sich in der Happy Arts Galerie.

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Features Kaspersky Internet Security 7

Die aktuelle Version von Kaspersky Anti-Virus und Kaspersky Internet Security 6.0 ist schon über ein Jahr alt. Die neue Version 7.0 steht vor der Tür und bringt wie immer neue Features, von denen einige in diesem Artikel kurz vorgestellt werden. Aktuell ist Version 7.0.0 Build 119 von Ende Mai.

Die größte Neuerung dürfte die neue Heuristische Suchengine sein. Sie basiert auf den gleichen Regeln, wie das Proactive Defense Modul, arbeitet jedoch nicht Realtime mit Events basierend auf einem Windows Kernel Mode Treiber, sondern nur beim scannen per Task. Dadurch wird die Systemgeschwindigkeit nicht verringert, aber bestimmte Schädlinge beim taskbasierenden Scan gefunden, die sonst erst bei der Ausführung erkannt würden.

Eine Rootkit-Erkennung ist auch schon in Version 6 vorhanden. Neu in dieser Version ist die Erkennung und Entfernung von versteckten Dateien. Dazu werden die Scan der Festplatte (Auf Wunsch inklusive der ADS) über die Windows API und über direkten Dateizugriff miteinander verglichen und Unterschiede gemeldet. Dies ist eine Standard-Methode für die Rootkit-Erkennung und z.B. in ähnlicher Form kostenlos mit dem RootkitRevealer von dem SysInternals-Team möglich. Weiterhin werden bekannte Rootkits und Keylogger wie Costrat, Elite Keylogger und Unreal.A erkannt.

Eine wesentlich verbesserter ausgehender Firewall Schutz wurde ebenso implementiert. Im Windows Personal Firewall Analysis Project kann der aktuelle Scanner mit einem Punktwert von 8375 ein sehr gutes Resultat vorweisen. Die Version 6 liegt bei immer noch guten 7950 Punkten.

Damit der Kaspersky arbeitsfähig bleibt, ist auch in den Vorversionen ein Selbstschutz implementiert. Neu in der Version 7 ist die Überwachung der Produktverzeichnisse und Registry-Keys auf Rechteänderungen. Das modifizieren bzw. deaktivieren des laufenden Scanners wird damit schwieriger.

In Version 7 hat Kaspersky den Netzwerktreiber komplett neu geschrieben, um die Geschwindigkeitseinbußen mit der alten Version insbesondere bei eMule und Spielen zu verringern. Der Netzwerkdurchsatz gemessen mit netcps lag nach Angaben von Kaspersky mit der Version 6 bei 48% (100% = ohne Scanner) eingehend und 35% ausgehend. Der neue Treiber ist wesentlich schneller: ein- und ausgehend werden jetzt ca. 99% des Maximaldurchsatz erreicht.

Auch in dieser Version wurde das Aussehen der Oberfläche wieder geändert, allerdings ist die neue Oberfläche von der Bedienung fast identisch. Dafür lässt sich beim Realtime Scan jetzt einigen Konfigurationsparametern die Geschwindigkeit besser beeinflussen.

Wann die endgültige Version erscheinen wird, ist noch nicht bekannt. Da aktuell keine neuen Builds bereitgestellt werden, wird es vermutlich noch ein paar Wochen dauern, bis die Release erscheint.

Update vom 26.06.07: Die Deutsche Version mit Buildnummer 7.0.0.123 ist jetzt erschienen. Die englische Version steht noch nicht bereit.

Wenn Dummheit und Dreistigkeit sich treffen

Eine Privatinsolvenz kann jeden treffen und muss nicht unbedingt direkt verschuldet sein. Für Menschen, die in diese schwere Situation geraten, hat der Staat mit der Restschuldbefreiung eine Möglichkeit geschaffen, wieder ein neues, schuldenfreies Leben zu beginnen. In einem Zeitraum von sechs Jahren muss man mit einem Minimum an finanziellen Möglichkeiten leben und ist danach von seinen Schulden befreit. Wer diese Chance nutzt und sich innerhalb dieses Zeitraums entsprechend verhält, kann ein neues Leben beginnen.

Oder er kann es anders machen: trotz der vor einigen Monaten abgegebenen Eidesstattlichen Versicherung (EV) Waren im Internet bestellen und diese nicht bezahlen. Im aktuellen Fall war es ein Karton Aloe Ferox im Wert von 99 €. Zwar ist die Summe von rund einhundert Euro nicht so hoch, dass sie jemand mit einer EV nicht bezahlen könnte, aber Aloe Ferox gehört nicht zu den Dingen, die man in einer solchen Lebenssituation unbedingt benötigt. Zwei Mahnungen und mehrere Telefonanrufe mit einem Spruch auf den Anrufbeantworter bewirkten keine Reaktion des Schuldners. Den Hintergrund der Zahlungsverweigerung nannte mir mein Inkassobüro Bürgel auf meine Anfrage: die EV wurde schon vor einigen Monaten abgegeben.

Wenn sich wie in dem hier berichteten Fall Dummheit und Dreistigkeit treffen, spricht man von einem Eingehungsbetrug. Dieser wird bestraft mit einem gerichtlichen Mahnbescheid („Titel“), der 30 Jahre vollstreckbar ist und einem möglichen Versagen der Restschuldbefreiung. Schon allein um anderen Händlern drohenden Ärger und Kosten zu ersparen, habe ich Strafantrag gestellt. Unter Druck lernt es sich vielleicht besser.

Weißes Gold aus Kahla

Wie aus vermeintlichen Alltagsgegenständen wie Haushaltporzellan moderne Designobjekte werden, zeigt uns das Kahlaer Porzellan. Und was der Geschäftsführer Holger Raithel dafür tut, damit das auch so bleibt erläuterte er uns Jenaer Wirtschaftsjunioren letzten Mittwoch bei in einem Gespräch in der Bibliothek des Hotel Esplanade.

Selbst Wirtschaftsjuniorenmitglied erklärte er sich sofort dazu bereit, auf Einladung des Arbeitskreises Existenzgründung und Unternehmensnachfolge der Wirtschaftsjunioren Jena/SHK über die Übergabe der Geschäftsführung von Günther Raithel an sich vor über zwei Jahren zu berichten.

Der Vater baute das Unternehmen seit der Neugründung 1994 komplett neu auf und konnte sich in einem schwierigen Markt behaupten. Das Unternehmen Kahla Porzellan erarbeitet mit seinen rund 330 Mitarbeitern seit zehn Jahren Gewinne.

Holger Raithel studierte Physik mit einem Schwerpunkt in der Werkstofftechnik und arbeitete viele Jahre als Unternehmensberater in der ganzen Welt. Die Übergabe vom Vater an den Sohn war lange Zeit kein Thema. Nachdem aber die Entscheidung fest stand, arbeitete er zunächst ein Jahr als Assistent der Geschäftsleitung. In dieser Zeit konnte Holger Raithel viele Erfahrungen sammeln. Die eigentliche Übergabe fand in einem harten Schnitt zu einem festgelegten Zeitpunkt statt. Die Wichtigkeit dieses genau definierten Übergangs betonte Holger Raithel mehrfach.

Doch auch der Vater ist damit nicht plötzlich arbeitslos: regelmäßig werden schwierige Fragen der Unternehmensführung im Kreis der Familie besprochen und die weitere Strategie geplant. Lebenslange Erfahrung im Porzellanbereich scheint einfach unersetzbar und auch gesellschaftlich ist „der Senior“ gefragter den je.

Holger Raithel führt sein Unternehmen sehr persönlich. Kurze Wege und viele Gespräche, nicht nur in der Hauskantine, mit allen Mitarbeiterebenen tragen dazu bei. Wenn ein großer Auftrag in kurzer Zeit erledigt werden muss, packen auch Mitarbeiter aus allen Bereichen und Hierarchieebenen im Schichtsystem die Kartons. Wenn Mitarbeiter und Unternehmen füreinander leben, gibt es „Das geht nicht“ nicht mehr.

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Holger Raithel, Geschäftsführer Kahla Porzellan
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Wirtschaftsjunioren in der Bibliothek des Esplanade Jena

Disclaimer: Ich bin Mitglied der Wirtschaftsjunioren Jena/SHK.