2007 August

7. February 2012

Fotos von PSapp in der Kulturarena

Weitere Fotos in der Happy Arts Galerie

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Fotos von An Pierlè & White Velvet

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Fotos Willy DeVille in der KulturArena

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Nachruf: Willy DeVille erlag am 6. August 2009 in New York an den Folgen eines Pankreastumors. Eine Flickr Fotogruppe erinnert an den Künstler.

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Fotos Holly Cole in der KulturArena

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TLZ: „Sommer steht im Mittelpunkt“ oder: Wie werbe ich richtig

Vor kurzem haben wir gelernt, wie es um „Händys und Praktikanten“ bei unser Thüringer Qualitätszeitung TLZ steht. Heute erfahren wir, wie bei der TLZ eine Pressemitteilung in einen Artikel umgewandelt wird.

Das Wichtigste ist natürlich die Überschrift. In der von Nancy Dröse geschriebenen Pressemitteilung der Kulturarena lautet sie: „Kulturarena – Die Abschlusswoche“. Jegliche Spannung auf den folgenden Artikel wäre damit komplett genommen und so textet die TLZ bei regnerischem Wetter „Sommer steht im Mittelpunkt“ und trifft damit das Thema perfekt. Das hält die Spannung und gibt Hoffnung auf positive Worte in den folgenden Zeilen: „Nun bricht die letze Woche der Kulturarena an […]“ und wir hoffen, dass sie beim Anbrechen nicht vorzeitig abbricht oder gar ins Wasser fällt.

Was die TLZ aus der Jubelmeldung über die kommenden Bands macht, zeigt folgende Gegenüberstellung der Pressemitteilung und des TLZ-Artikels (nicht Dauerhaft im Netz) :

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Immerhin: Die TLZ-Version enthält mit 2 Rechtschreibfehlern einen weniger, als das Presseoriginal.

P.S. Das Happy Arts Blog berichtet mit Texten von Jens Mende und Fotos von Markus Kämmerer ausführlich über die Kulturarena.

P.P.S. Der Besuch der Kulturarena lohnt wirklich – solange nicht Bela B. spielt. Dazu später mehr.

Awanda nimmt es nicht so genau, Teil 2

Hinweis für Betroffene: Bitte alle Artikel zum Thema lesen. Die meisten Fragen sind in diesen Artikel und den dazugehörigen Kommentaren beantwortet.

Dass unberechtigte Forderungen von Awanda keine Einzelfälle sind, hat jetzt auch die Verbraucherzentrale Sachsen erkannt und eine Pressemitteilung veröffentlicht. Das Inkassobüro heißt jetzt jedoch „abilita“ und nicht mehr „accumio“ - das Prinzip scheint das Gleiche zu sein. Die Verbraucherzentrale schreibt:

„Derartige Rechnungen haben die Empfänger dieser Schreiben jedoch nie erreicht. Welche Leistung der Firma Awanda Frau F. wie auch die anderen angeblichen Schuldner, die dieses Schreiben erhielten, in Anspruch genommen haben sollen, ist ihnen erst recht nicht bewusst.“

Awanda fühlt sich zu einer Stellungnahme genötigt und schreibt:

„Awanda stößt Mahnverfahren nur in den Fällen an, in denen berechtigte Forderungen auf der Basis eines rechtsgültig abgeschlossenen Vertrages auflaufen. Awanda kann diese Verträge in jedem konkreten Fall nachweisen.“

Mein Fall scheint eine Ausnahme aus „jedem konkreten Fall“ zu sein.

Vielen Dank an Joachim Geburtig für den Hinweis.

Awanda nimmt es nicht so genau, Teil 1

Hinweis für Betroffene: Bitte alle Artikel zum Thema lesen. Die meisten Fragen sind in diesen Artikel und den dazugehörigen Kommentaren beantwortet.

Nachdem Awanda die unberechtigte Forderung nach Intervention meiner Anwältin aus „Kulanz storniert“ hatte, geht es weiter um die Schadensersatzforderung, die mir zusteht. Es handelt sich um 46,41 €, welche durch die Beauftragung des rechtlichen Beistands beim Abweisen der ungerechtfertigten Forderung von Awanda aufgelaufen sind.
Awanda antwortete am 3. August 2007 auf das Schreiben meiner Anwältin wieder kostensparend per eMail und mit „interessanten“ Argumenten:

„Der Nachweis von Herrn Kämmerer ist uns am 30.04.2007 von unseren beauftragten Inkassounternehmen zugegangen.
Das Ihrem Mandanten erneut zugestellte Inkassoschreiben vom 03.05.2007 konnte so kurzfristig leider nicht mehr aus dem Mahnlauf genommen und eine Zustellung werden“ (wörtliches Zitat, Fehler sind auch im Original enthalten)

Meine Schreiben vom 24. März und 18. April (= angeblich am 30.04.07 eingegangen) sind jeweils in identischer Ausfertigung per FAX und z.T. schriftlich sowohl an die mahnende Firma accumio, als auch an Awanda gegangen. Der Vorgang war somit beiden Firmen gleichzeitig bekannt. Eine Weiterleitung meines Schreibens an das Inkassobüro war deshalb nicht nötig. Im Schreiben vom 03.05. wird behauptet „Die Forderung besteht hier zu Recht […]“ – der Argumentation Awanda folgend, hat mandiese Aussage zu dem Zeitpunkt gar nicht ausreichend geprüft, sondern einfach einen Mahnlauf gestartet.

„Nachdem uns der Nachweis des rechtzeitigen Widerrufes zuging wurde sofort ein Storno veranlasst, […]“

Das „sofortige“ Storno muss länger als vier Wochen benötigt haben, denn am 05. Juni kam die „Letzte außergerichtliche Zahlungsaufforderung“ vom Inkassobüro. Von einem Storno kann also keine Rede sein.

Die Taktik ist offensichtlich: verschieben und es nicht immer ganz so genau nehmen. Awanda wird damit bei mir keinen Erfolg haben, denn ich werde meine Forderung jetzt auf gerichtlichem Wege eintreiben.

Das Hauptgericht: Bela B.

Was braucht es, um über 3.000 Jenenser in Sekunden nass zu machen? Bela B. und einen sintflutartigen Regen. Die mit Schirm und Kapuze waren echt im Vorteil. Die Mädels aber in den weißen T-Shirts… Bis dahin aber sollten noch knapp zwei Stunden vergehen.

Bela B. in Jena. Laut. Live. Und in Hochform. Und 3.100 Besucher der KulturArena fanden den Auftritt des Ärzte-Masterminds am Donnerstagabend einfach nur geil. Es war quasi ein Heimspiel für den Meister, nachdem Lula mit ihrer Band im Vorspiel auf der Bühne regelrecht verhungerte.

Aber was Bela B. anfasst, gelingt. Selbst wenn es klingt wie das Arrangement einer Schülerband – Bela hat den Namen und die Masse jubelt. Dazu braucht er nichtmal seine Ärztekollegen Farin und Rodrigo – nee, das kann er ganz allein und da gehen die Arme der Besucher wie von selbst in die Höhe. Nur den rechten Arm mag Bela nicht so gern erhoben sehen. Bela, der erklärte Antifaschist, nutzt die Gelegenheit, auf die geplante Aktion der NPD am 18. August in unserer Stadt hinzuweisen und ruft zu Gegenmaßnahmen auf. Bela B. ist politisch und steht dazu.

Seine Musik ist – sorry, klar ist das Mainstream – aber wenn Mainstream so gut ist, dass selbst Briten und Amerikaner einen deutschen Bandnamen holprig – “Dei Aaaarzte” – aber voller Hochachtung aussprechen, dann sollten wir uns doch freuen, oder?

Bela ist auch cool genug, über sich selbst lachen zu können. Er weiß, er ist “der Teuerste hier auf der Bühne”. Und weil Geld keine Kalorien hat, isst Bela B. nur Geld. Der Mann weiß also, wie man auf die Linie achtet. Das Publikum verliert bei der verzückten Hüpferei auch so manche Kalorie. Das also ist das, was der Engländer als win-win-situation bezeichnet. Gut für alle also.

Und Bela kam gut vorbereitet nach Jena. Beispiel gefällig? “Wenn ich es mir aussuchen könnte, ob Erfurt oder Jena, ich würde nach Jena kommen. Die haben auch die bessere Fußballmannschaft!” Und 3.100 Zuschauer applaudieren. Klar doch, wenn es gegen Vieselbach geht, sind in Jena alle Blau-Gelb-Weiß…

Pünktlich zum Konzertende setzt dann der eingangs erwähnte Regen ein. Bela spielt trotzdem seine Zugaben und der harte Kern der Fans – die, die schon seit 17:00 Uhr den Arena-Eingang belagerten (“Wir woll’n den Bela seh’n!”) – nahmen den Regen eh’ nicht war. Bela kommentiert es mit Humor und stellt doppeldeutig fest: “Bela B. spielt in Jena und alle werden nass.”

Die Besucher mit Schirm und Kapuze waren klar im Vorteil. Die Mädels aber im weißen T-Shirt… sahen auch irgendwie richtig gut aus. Und über allem trohnte Bela B. Live. In Hochform. Laut. Und richtig gut.

Text: Jens Mende
Fotos: Markus Kämmerer/Happy Arts

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Die Vorspeise: Lula

KulturArena am Donnerstag: Der Theatervorplatz ist halbgefüllt, da tritt Bela B. auf die Bühne, um höchstpersönlich Lula, die Vorband des Abends, anzukündigen. Im fünften Song dann kommt der Meister als Duettpartner zurück, sehr zur Freude derer, die seit 17:00 Uhr den Einlass der KulturArena belagerten (“Wir woll’n den Bela seh’n!”).

Sollte sich noch jemand an das (West-) Berliner Projekt La Lora erinnern, das war Mitte der 80er Jahre, der hat zumindest eine leise Vorstellung, wie Musik von Lula klingt. Ein wenig Anleihe von Björk, manchmal klingt ein bisschen Philip Boa durch; das ganze gepowert von Bela B. – kann eigentlich nichts mehr schief gehen – oder?

Dass der Funke letztlich doch nicht wie gewünscht übersprang, lag wohl daran, dass das Publikum auf jemanden anderes wartete, als das, was da auf der Bühne zu sehen war – es war noch nie leicht, Vorband zu sein. Lula trägt’s mit Fassung. Die junge Frau singt mal englisch, singt mal deutsch und pfeift ansonsten auf alle Konventionen. Nach acht Songs hatte sie fertig und das Publikum freute sich auf das Hauptgericht des Abends.

Text: Jens Mende

Cyril Neville & Tribe 13 in der Jenaer KulturArena

Es fällt schwer, die Füße stillzuhalten, wenn man einer Überdosis Funk ausgesetzt ist. So erging es der übergroßen Mehrheit der Besucher der KulturArena am Mittwochabend. Das  Publikum zappelte, hüpfte, tanzte und applaudierte im Takt einer zutiefst ehrlichen und handgemachten Musik um die Legende des New-Orleans-Funk Cyril Neville und seiner Begleitband Tribe 13.

Da tummelte sich – wenigstens für die Kenner der Szene – Größe um Größe auf der Bühne. Zum Beispiel Slide-Guitar-Wizzard Papa Mali, der so virtuos sein Instrument beherrscht, dass er regelmäßig zu diversen Studioaufnahmen der einschlägigen Stars geladen wird. Zum Beispiel Gaynielle Neville alias Queen G, die als „die große weibliche Stimme New Orleans’“ bezeichnet wird – und wenn sie ihrer Stimme freien Lauf lässt, reißt sie innerhalb weniger Sekunden das Auditorium mit sich und erntet phrenetischen Beifall. Sie singt einen Aretha Franklin-Klassiker, und wenn man die Augen schließt, wähnt man das Orignal auf der Bühne. Zum Beispiel die Caesar Brothers Norman und Ricky an Drums und Keyboards – da sorgte jeder für sich und alle gemeinsam für New-Orleans-Feeling auf dem Theatervorplatz.

Vor allem aber ist es Cyril Neville, der den musikalischen Klebstoff liefert, der die Band stilistisch zusammenhält. Es ist eine Mischung aus ganz viel Funk, durchsetzt mit einer Brise Soul und das schmeckte den rund 1.200 Besuchern der KulturArena. Hinzu kommt, dass Neville durchaus Botschaften mit seinen Songs transportiert. So wies er deutlich auf siedlungspolitische und sicherheitstechnische Missstände in seiner Heimatstadt New Orleans hin, als viele andere noch dem Traum vom großen Schmelztigel nachhingen, der alle Probleme im Selbstlauf beseitigt.

Es fällt schwer, einen Abend in der KulturArena zu beschreiben, wenn doch die Füße partout nicht still halten wollen. Auch ich war am Mittwochabend dieser Überdosis Funk ausgesetzt.

Text: Jens Mende
Fotos: Markus Kämmerer/Happy Arts

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