2010 Juni

7. February 2012

283 Fotos, 4min 15 sec, 1 Lied und ein bisschen Nena

Wir waren wieder Pressevieh, die rund 10 Fotojournalisten und 15 Kamerastatisten, die für rund 4 Minuten im Fotograben NENA in Jena abschießen durften. Für mich war es 283mal der Versuch, eine wild über die Bühne gallopierende 50jährige Sängerin aus dämonischer Position nicht nur direkt in die Nasenlöcher zu fotografieren. Trotz einer Klickrate von 1,1 Fotos pro Sekunde ist das nicht immer geglückt.

Kurz vor Konzertbeginn wurde der Fotograben von der Security geräumt – Anweisung des Managements meinte der Chef der Security und liess dabei durchblicken, dass er von diesem Unfug auch nichts hält. Wenige Minuten später kam Nena auf die Bühne gesprungen. Nun hieß es für jeden, die 15kg Ausrüstung unversehrt durch die drängelnde Fotografenmasse zu quählen und nebenbei schon ein Eindruck vom Licht zu erhaschen. Die Kunst ist jetzt, die wenigen verbleibenden Augenblicke für ein halbwegs brauchbares Bild zu nutzen, denn wie lange das erste Lied dauert, weiß niemand. Was sonst auf der Bühne passiert auch nicht. Um die Herausforderung zu steigern machen die Lichttechniker das Showlicht erst an, wenn die Fotografen verschwunden sind. Zuerst mit dem Weitwinkel ein paar Übersichtsaufnahmen machen und vielleicht noch einen Gesamteindruck der Bühne vermitteln (wenn man direkt vor der ca. 1.60m hohen Bühne steht ist das fast unmöglich). Es bleibt nur Zeit für einen Objektivwechsel. Die letzten Fotos werden deshalb mit dem Teleobjektiv gemacht, das Canon 200/2.0L IS ist ideal dafür. Nena steht fast die ganze Zeit an der vorderen Bühnenkante und ich fast direkt unter ihr. Ein Foto aus dieser Position ist alleinfalls zur Abschreckung zu gebrauchen. Die einzige Lösung: Möglichst weit weg von der Bühne an die Fansperre drängeln und etwas seitlicher fotografieren. Wer allerdings seine Kamera nicht absolut sicher beherrscht hat in vier Minuten Konzert keine Chance auf ein gutes Foto.

Vorbei. Aus für heute. Die Security treibt uns aus dem Graben, wir müssen gehen. Die Kamera schreibt noch die letzten 20 Fotos aus dem internen Speicher in die Compact Flash Karte. Nun noch schnell unter die Fans gemischt, um wenigstens eine Totale zu schießen.

Die erwartete Ernüchterung kommt beim Sichten der Fotos: gerade einmal 20 Fotos sind gut genug, nicht sofort wegzufliegen. Wie die Verlage ihre üblichen Klickstrecken so füllen können bleibt offen. Was übrig bleibt, steht hier im Blog und reicht von der Qualität gerade so, das ich micht so sehr schähme und gleich alle Fotos lösche. Es bleibt dabei: in 4 Minuten kann kein Fotograf der Welt ein Konzert in vernünftiger Qualität dokumentieren. Jeder Konzertbesucher darf mehr: Er kann das Konzert über fotografieren und sich dabei an den viel besseren Positionen hinter dem Fotograben bewegen.

Es bleibt die Frage, was Künstler und Managment mit der künstlichen Beschränkung der Pressefreiheit erreichen wollen. Meistens ist wenigstens das Fotografieren in den ersten drei Liedern erlaubt. Das gibt eine halbwegs realistische Chance, ein gutes Foto veröffentlichen zu können. Eigentlich sollte es im Interesse der Künstler sein, gute Fotos in den Zeitungen und Zeitschriften zu sehen. Aber die schicken lieber ein vorausgewähltes PR-Foto und wollen die Imagebildung komplett überwachen.

Doch es gibt auch gutes zu berichten: Die Akkreditierung mit Presseausweis war unkompliziert und erfolgte ohne weitere Nachfragen oder spezieller Vorgaben wie Vorberichterstattung. Allerdings haben auch wieder Kollegen mit Kameras in der Größe meines Smartphones den Graben verstopft. Es sind bestimmt schreibende Kollegen, sie können dann in der Bildunterschrift unterbringen, was auf dem Foto zu sehen sein sollte. Oder es waren die fotografierenden Kollegen vom Radio. JenaTV hingegen hat keine Akkreditierung erhalten und könnte so höchstens mit Schwarzbild oder Archivmaterial vom Konzert berichten, hat es dann aber konsequenterweise gleich gelassen.

Zum Konzert selbst gibt es nicht viel zu berichten (die Textbaustein-Lobeshymnen gibt es zum Beispiel hier). Es war Nena und es war so, wie man sich Nena im Konzert vorstellt. Der Ernst-Abbe-Platz war nur halbvoll, was bei einem Kartenpreis von 49 € zzgl. VVK (zum Vergleich: ähnlich viel kostet die 6er Karte in der Kulturarena) nicht verwundert. In der Zeitung waren es 4000 Zuschauer, der Veranstalter berichtete von rund 3000 Zuschauern und es werden wohl um die 2500 Leute da gewesen sein.

Wie es auch anders geht war eine Stunde vor Nena zu erleben: Das musikalische Projekt „Zöllner & Söhne“ war das Musikalische Highlight des Abends. Und ich konnte das ganze Konzert ohne Einschränkungen fotografieren.

Update vom 29.06.2010: Offensichtlich hat sich Nena eines besseren besonnen und die Regeln gelockert: Es dürfen jetzt die ersten drei Lieder fotografiert werden, so berichtet rockpixx.com. Fotos aus Kiel „Unser Norden-Bühne“ hier (Artikel zu den Fotos).

Mehr zum Thema auch in DER TAGESSPIEGEL: Nach drei Liedern ist Schluss – Abgeblitzt

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Kein Kartenspiel: Deutschland – Gahna

Carlos “Sheriff” Simón hatte im Spiel Deutschland gegen Ghana wohl einen leeren Patronengurt und hat den Türken gewinnen lassen. Das war unerwartet, aber gut. Die Spieler waren sichtlich zurückhaltend, der Schiedsrichter auch. Das schont die Knochen der Spieler und die Nerven der Fans. Mit den zwei berechtigten gelben Karten war Simón weit unter seinen Möglichkeiten geblieben damit den Verschwörungstheorien zumindest bis zum nächsten Spiel etwas Nahrung entzogen. Vermutlich hat auch die FIFA eingesehen, das ein weiteres Schiedsrichterspiel den Weltfriedendie Gewinne der WM zumindest gefährden könnte.

Die folgenden Fotos sind wie schon zur WM 2006 in Jena im Bereich des Public Viewing am Faulloch entstanden.


WM Rudelgucken

Selbst zur Fußball WM ist Fernsehen passivsten Beschäftigungen überhaupt. Doch das lässt sich einfach pimpen: mit ein paar hundert gleichgesinnten macht es viel mehr Spaß und heißt dann anders: Public Viewing (Anglizismus für Rudelgucken). Die Augen der zahlreichen Zuschauer waren fest auf das Kartenspiel auf der Leinwand gerichtet. War es mal nicht so spannend, half ein Blick in die Menge, waren doch die Mädels angezogen, als gäbe es einen Schwarz-Rot-Goldenen Modelwettbewerb zu gewinnen.

Zweimal durfte ich mit der Kamera am Jenaer Faulloch schon üben und konnte abwechselnd gegen Himmel oder Erde gerichtete Mundwinkel fotografieren. Vielleicht gibt es beim nächsten Spiel noch ein paar Tore, das sorgt immer für die besten Fotos.


Die WM der Schiedsrichter

Wir erleben gerade die Gelb-Rote Fußball-WM der Schiedsrichter. Selten wurde so viel über von vielen als Spielgestalter empfundenen FIFA Schiedsrichter gesprochen.

Das Spiel Deutschland gegen Serbien war mit 8 gelben und einer roten Karte nicht nur farbenfroh (hier die spielentscheidende Szene), sondern auch noch furchtbar anzusehen. Das Spiel war definitiv keine Glanzleistung des spanische Schiedsrichters Alberto Undiano, welcher nicht einmal Kartenziehen die nötige Authorität verschaffen konnte. Dabei ist die Entscheidung für die Gelb-Rote Miroslav Klose nicht einmal das eigentliche Problem – ein hartes Einsteigen von hinten, welches ehr den Knochen der Mitspieler denn dem Ball gilt gehört verurteilt. Das gilt auch in einem sehr körperbetonen Spiel wie Fußball. Doch schon nach 20 Minuten Spiel quer durch die Mannschaft Gelbe Karten zu verteilen wird einem ehr harmlosen Spiel ebensowenig gerecht.

Unverständlich ist ebenso, daß die Deutsche Mannschaft scheinbar nicht ausreichend auf den Schiedsrichter eingestellt war. Dabei ist es kein Problem, den Schiedsrichter vorab etwas kennenzulernen. So wird der Unparteiische Alberto Undiano auf der Webseite World Referee mit einer durchschnittlichen Note von 6.4 (die Leser bewerteten mit 5.9) bewertet. Dort ist auch zu sehen, dass er, wie die meisten seiner spanischen Kollegen, regelmäßig viele Karten austeilt. Trauriger Rekord sind 10 Gelbe und eine Rote Karte beim Halbfinale Frankreich U21 gegen Niederlande U21 bei der Euro 2006 U21. In 48 internationalen Spielen gab er gemittelt 4,21 Karten bzw. 11 Meter pro Spiel.

Es lohnt ein Blick auf das letzte Gruppenspiel Deutschland gegen Ghana. In der Liste der Schiedsrichteransetzungen (Direktlink PDF) der nächsten Spiele steht der 44jährige Carlos Simón aus Brasilien als Schiedsrichter fest. Die auf der Webseite vergebene Note von 7.4 (die Leser bewerteten mit 7.9) lässt hoffen, dass das Spiel von den Spielern und nicht vom Schiedsrichter entschieden wird. Auf weniger Karten müssen wir uns aber nicht einstellen, im Gegenteil: In der Statistik aus 100 internationalen Spielen hat er sogar 4.72 Karten oder 11 Meter gegeben. In einem Spiel der in der Copa Libertadores 2010 wurden 4 Rote Karten verteilt. Simon pfeift schon die dritte WM. Eine sechswöchige Sperre wegen Manipulationsverdachts durch den brasilianischen Verband hat die FIFA nicht von der Nominierung zu dieser WM abgehalten.

Weitere Hintergründe zu den Schiedsrichtern der WM gibt es im excellenten Blog von Jens Weinreich: Südafrika, Tag 17: Die WM hat ein Schiedsrichter-Problem

Vielleicht wird es doch noch eine Schwarz-Rot-Goldene WM.

Digitalfotografie und kreative Geschenkideen

Ein Gastbeitrag von Lutz Hufrath, foto-blogr.de

Individuell, passend und kreativ vereint mit einem liebevoll gestalten Geschenk überzeugt oftmals den härtesten Charakter. So stehen dem Schenkenden zahlreiche, vielfältige und einzigartige Geschenkmöglichkeiten zur Verfügung, um seine Zuneigung dem Beschenkten zu übermitteln. Fotogeschenke sind einmalige Geschenke, die es so nicht noch einmal gibt. Künstlerisch kann der Schenkende sein Vorhabe in ein passendes Geschenk verpacken.

Mit einer modernen und preiswerten Digitalkamera kann schnell ein benötigtes Bild geknipst und für unterschiedliche Foto-Geschenke verwendet werden. So eignen sich Foto-Kissen ideal für Paare, wie aber auch für Kinder, die ihren Eltern etwas Schönes schenken wollen, oder aber auch die Schwiegermutter oder die Oma wird in Freude aufgehen, wenn Sie ein Kissen in den Händen halten darf, auf welchem ein Foto der geliebten Enkelkinder abgedruckt ist. Aber auch Schneekugeln, mit integrierten Fotos, oder Stofftiere mit kleinen T-Shirts, auf welchen ein Bild abgedruckt ist, lassen die Herzen erstrahlen. Ebenfalls sehr individuell und zudem auch noch etwas luxuriöser sind Glasfotos, bei welchem das gewünschte Foto in Glas eingebracht wurde. Für Kreative mit viel Fingerfertigkeit eignen sich auch die tollen Puzzle, die mit einem jeweiligen Foto entstehen können.

Aber auch kleinere Geschenke, wie etwas Schlüsselanhänger, mit einem Foto, oder vielleicht eine Foto-Tasse können überzeugen. Ist der Beschenkte ein regelmäßiger Computer-Nutzer, so kann auch ein individuell und liebevoll gestaltetes Mauspad Freude schenken. Für die Süßen unter den Beschenkten gibt es sogar Schokolade, die mit einer Foto-Verpackung eingewickelt ist. Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Geschenkideen, wie etwa Kochschürzen, für den leidenschaftlichen Koch- oder Grillmeister, oder etwa als kleiner Fingerzeig, wenn die Frau sich in die Küche verbannt fühlt. Ebenso können aber auch Fotofiguren für viel Aufsehen und Begeisterung sorgen.

Gewöhnlichere Geschenke, die dennoch von Herzen kommen, wären altbewährte Leinwandfotos, oder Fotos aus Acryl die mit ihrer Einzigartigkeit die Wohnung schmücken. Wenn der Schenkende mit einem Foto-Geschenk überzeugen will, sind der Kreativität und den Geschmäckern kaum Grenzen gesetzt. Vielfältige Möglichkeiten, die Herzen erobern, stehen bereit und lassen jedes Herz in Freude aufgehen.