AVM-7150

7. February 2012

Test: AVM FRITZ!Fon 7150

Heute ist von AVM das lang erwartete AVM FRITZ!Fon 7150 (Pressemeldung) eingetroffen und sogleich angetreten, den Draytek-Router, die Siemens Gigaset-Telefonanlage und das alte DECT-Mobilteil sowie das Kabelwirrwar hinter dem Schreibtisch abzulösen.

Das hat sogar funktioniert. Das neue AVM-Gerät ist nicht nur ein DSL-Router mit kleiner Telefonanlage, sondern gleichzeitig eine DECT-Mobilstation mit Mobilteil. Damit sind endlich die Geräte integriert, die schon lange zusammengehören. Was dahinter steckt, berichtet dieser kleine Test.

AVM FRITZ!Fon 7150
Bild: AVM FRITZ!Fon 7150, AVM Berlin

Installation. Schon beim auspacken fällt ein Zettel entgegen, der den Hinweis gibt, das man zur einfachen Installation am besten zuerst die CD einlegen soll. Das Setup zeigt mit vielen Bildchen ausführlich, wie das FRITZ!Fon angeschlossen wird. Die Verbindung kann hier entweder über einen LAN-Anschluß oder über das WLAN erfolgen. Mit einem FRITZ!WLAN USB Stick ist die Installation des WLAN am einfachsten: man steckt den Stick in den USB-Port des FRITZ!Fon, drückt eine Taste, steckt den Stick in den Rechner und das Setup erledigt Installation und Schlüsselübertragung automatisch. Das Setup hilft auch, wenn der WLAN-Zugang nicht automatisch konfiguriert werden kann und gibt ausführliche Hilfestellung, wie unter Windows XP entweder mit der mitgelieferten oder dem WLAN-Treiber der Zugang eingerichtet wird. Ist das FRITZ!Fon erreichbar, werden noch die DSL-Zugangsdaten abgefragt. Für T-Online gibt es einen eigenen Menüpunkt, sodass niemand den Connection-String selbst zusammenbauen muss. Das Mobilteil ist automatisch angemeldet und man braucht nur mit der Hilfe eines Wizards die eigenen MSN eintragen. Die Installation war damit hier in weniger als 10 Minuten komplett abgeschlossen. Dass sich jemand Gedanken gemacht hat, merkt man auch an kleinen Dingen: es führt nur ein (mit 4.25m ausreichend langes und farbig codierte) Kabel mit einem Y-Adapter von der Box zum NTBA und dem DSL-Splitter. Das spart ein Kabel vom Telefonanschluss zur Box.

DECT. Das FRITZ!Fon ist der erste AVM-Router mit einem DECT-GAP-Modul. Wie bei DECT-Basisstationen üblich, können bis zu sechs Mobilteile angemeldet werden. Da die Box sowohl an analog, als auch ISDN-Anschlüssen verwendet werden kann, unterscheiden sich die verfügbaren Leistungsmerkmale an den Mobilteilen entsprechend. Die Gespräche können auch bei ausgeschaltetem Rechner transparent über VoIP geführt werden. Ist der VoIP-Server nicht erreichbar, wird automatisch ein Fallback auf das Festnetz durchgeführt. Bei der Vorstellung auf der CeBIT 2006 wurde ein strahlungsarmes DECT-Modul angekündigt, aber scheinbar in dem Gerät nicht umgesetzt.

Mobilteil. Der Router ist gleichzeitig die Ladeschale für das mitgelieferte Mobilteil. Das Mobilteil besitzt eine beleuchtete Tastatur und ein großes, farbiges Display. Die Qualität ist zwar ausreichend, aber im Vergleich zu aktuellen Handy-Displays zu dunkel, nicht hochauflösend genug und zu wenig kontrastreich. Die Bedienung ist komplett selbsterklärend. Praktisch ist das Menü, welches die entgangenen Anrufe, SMS und Anrufbeantworternachrichten (20 Min. Kapazität) pro MSN verteilt anzeigt. Das interne Telefonbuch umfasst 200 Einträge und kann vom Rechner aus gefüllt werden. Eine Synchronisation mit Outlook wäre zwar technisch möglich, existiert aber leider nicht. Beim Aufruf von verschiedenen Menüs erscheint regelmäßig eine Sanduhr und man muss zwei bis drei Sekunden warten. Das Mobilteil ist zwar völlig ausreichend, aber nicht auf dem aktuellsten technischen Stand.

USB-Port. Der USB-Port des AVM ist nicht nur ein normaler USB-Slave, wie an vielen anderen Routern, sondern ein USB-Host. Deshalb bietet der USB-Port Anschluss für USB-Zubehör wie Drucker und Massenspeicher (maximal 2 USB-Massenspeicher und 1 USB-Drucker oder 3 USB-Massenspeicher). Die Massenspeicher können im LAN, WLAN und im Internet freigegeben werden. Der Status der angeschlossenen Geräte wird übersichtlich auf der Weboberfläche angezeigt. Für angeschlossene Drucker wird vom FRITZ!DSL automatisch ein entsprechender Port konfiguriert, der in der Druckerkonfiguration ausgewählt werden kann.

DSL. FRITZ!Fon enthält nicht nur den klassischen DSL-Router, sondern auch ein zu 1TR112/U-R2 und ADSL 2+ kompatibles DSL-Modem. Das vom DSL-Anbieter gelieferte Modem wird damit nicht mehr benötigt. Die Firmware des DSL-Modems wurde nicht eingekauft, sondern von AVM selbst entwickelt. Dadurch ist es z.B. möglich, die Energieaufnahme des ADSL-Modems dynamisch mit der ADSL-Bitrate anzupassen und so Strom zu sparen (http://www.avm.de/labor) oder die Geschwindigkeit mit einem Firmwareupdate zu verbessern. Der DSL-Teil bietet alle gängigen Features der anderen AVM-Router, inkl. dem Bandbreitenmanagement DSL Traffic Shaping. Eine interessante Funktion ist die Möglichkeit, die Zwangstrennung durch den Anbieter auf einen bestimmten Zeitbereich des Tages festzulegen.

WLAN. Der integrierte WLAN Access Point nach 802.11b, g und g++ entspricht ebenso dem der aktuellen AVM-Router.

VoIP. Der VoIP-Teil arbeitet weitgehend transparent, wenn der SIP-Zugang einmal eingerichtet ist. Die Codecs werden automatisch ermittelt und per QoS entsprechende Bandbreite freigeschaufelt.

FAX. Um über ISDN/DSL zu faxen, ist ein spezielles Tool nötig. AVM FRITZ!fax für FRITZ!Box ist ein supportfreies Programm, welches einen FAX-Drucker einrichtet und komfortables FAXen aus allen Anwendungen ermöglicht. Die Software kann auf jedem der im Netz vorhandenen Rechner installiert werden und funktioniert auch über WLAN.

Preis und Garantie. Das AVM FRITZ!Fon hat einen empfohlenen Verkaufspreis von 249 € und soll ab Ende Januar frei verfügbar sein. Der Straßenpreis wird vermutlich unter 200 € liegen. AVM bietet 5 Jahre Garantie und kostenlosen Support.

Update 16.02.07: Das Gerät ist jetzt verfügbar und wie erwartet liegt der Preis bei ca. 200 €.