Es ist wieder soweit: die zweite Thüringer Bloglesung findet am 16. Mai, ab 20 Uhr im Kulturbahnhof in Jena statt. Die erste Bloglesung war ein voller Erfolg und wir hoffen, das dies wieder der Fall sein wird. Jojo hat auch ein schönes Logo gebaut:

Es gibt sehr viele Blogs über Fotografie und ebenso echte Fotoblogs, wie das sehr gute Blog von tageausglas. Leider gibt wenige Themen-Blogs, welche sich mit Konzertfotografie, Fotojournalismus und dem Bildmarkt beschäftigen. Die folgenden Blogs lese ich schon länger. Weitere thematisch passende Blogs, insbesondere zum Thema Konzertfotografie dürfen gern in den Kommentaren ergänzt werden.
Thomas Geiger u.a. über Photopool.de, Bildjournalisten, Fotografen, Bildredakteure und die Fotoszene als Solche. Leider wurde das Blog jetzt länger nicht aktualisiert.
Das Blog wird von Michael Hirschler vom Deutschen Journalisten-Verband betrieben und richtet sich an alle Bildjournalisten.
In diesem Blog schreibt der Pressefotografen Horst Welke über „Bildjournalismus und Fotografie aus Leidenschaft“. Es gibt viele klassische Pressebilder mit Hintergrundinformationen zu sehen.
Das Blog von Fabian Mohr berichtet hauptsächlich aus Bereichen der Foto-Reportage und zeigt regelmäßig sehr gute Bilder.
Das englischsprachige Blog widmet sich mehr den künstlerischen Aspekten der Fotografie, aber auch dem klassischen Fotojournalismus.
Der Bildredakteur ist ein Gemeinschaftsblog dreier Schweizer Autoren. Der gut gemachte Themenmix betrifft den Bildermarkt allgemein.
Dysternis „the blog of harm and appletrees�
Der Fotograf Thomas Mellenthin fotografiert eine fast unendliche Menge von Metal-Konzerten und setzt dabei sein 50er Objektiv scheinbar genauso gern ein wie ich.
Vor ein paar Jahren sind im Rosenkeller in Jena bei einem Konzert von Disillusion, Cryptic Wintermoon und Disbelief auch ein paar ähnliche Bilder entstanden. Damals noch auf echtem Film. Hier mein persönliches Highlight und mehr in der Happy Arts Galerie.
Blogger schreiben nur über sich und kochen gern im eigenen Sud. Das dieses Stereotyp beinahe wahr ist und trotzdem Spaß macht, hat die die erste Thüringer Bloglesung gezeigt.
Am Sonnabend trafen sich gut 30 Blogger und interessierte zur ersten analogen Schau ihres Könnens im Café Quirinius in Jena. Die Veranstaltung war ebenso multimedial, wie die die Blogs selbst. Es wurde gelesen, gesungen, gespielt, Videos, Fotos und Comics gezeigt und der Beamer hat das Stage-Licht bereitgestellt. Das Verhältnis von Besuchern und Spiegelreflexkamerabesitzern ist nur auf wenigen Pressekonferenzen noch extremer. Es wurde fotografiert, gepodcasted (ohgott, denglisch) und Filmchen aufgezeichnet, mit allem, was die moderne Digitaltechnik hergibt. Das wäre bei der nächsten Bloglesung nur noch mit Bühnenlicht, Feuerwerk und der obligatorischen Powerpoint-Präsentation zu überbieten. Das Café dagegen bot den passenden Old-Style-Kontrast und verhinderte, das die Veranstaltung gleich als reines Geek-Treffen abgestempelt wird.

Doch aller neumodischer Blogger-Nerd-Multimediakram konnte nicht davon ablenken, dass es um all die schönen, traurigen und lustigen Dinge des Lebens ging. Mit dem Kolumnistenschwein startete die Lesung. Er sieht aus, wie man sich einen Blogger vorstellt, schreibt jedoch, wie man es bei einem Kolumnistenschwein erwartet. Michael, der Radio-G Podcaster aus Gera berichtete unter anderem über den Fall der Geraer Türme. Wenn man ihm die Möglichkeit raubt, im Raum auf- und abzugehen, kommt seine Erfahrung als Podcaster richtig zur Geltung. Gonzo gewinnt den Preis für das markanteste Outfit, zottelig gefolgt vom Kolumnistenschwein. Er berichtete von Reisen in Länder, die sicher nicht zu den klassischen Urlaubsregionen der Deutschen gehören. Hier wäre der Platz für die obligatorische Powerpoint-Präsentation gewesen, die den imaginierten noch ein paar reelle Bilder hinzugefügt hätte. Skurril war der Auftritt von Theodor Thornthrop, dem Beinahe-Londoner. Zwischen verbalen Links auf onlinecasino.com rezitierte er „Die Made“. Hoffentlich kommt bald der Videobeweis, sonst glaubt uns das keiner. Ich muss zugeben, das Blog von lesof habe ich wegen der furchbaren Optik mehr über- als gelesen. Doch nach diesem literarischen Highlight aus absurdistan ändert sich das auf jeden Fall. Kaum hatten wir unsere Lachmuskeln ein wenig entspannt, erzählte uns Pulsiv alle Details über sein bestes Stück und lies mit weiteren Geschichten aus seinen Leben kein Auge trocken. Basti’s Kopfzirkus entschwirren tiefgehende Gedanken über die Liebe und die Wahrheit. Den Text sollte jeder ab und zu lesen sollte, um den Realitätscheck zu machen. Marcus vom urbandesire rettete das musikalische Intro vor dem DRM-Tot. Ein spannendes Thema, über das ich auch schon ein wenig in den Zeiten von The Cures Pictures of You nachgedacht hatte. Zwischen den Lesungen spielte die Sapere Aude Memorial Band (Sven, das nächste mal borge ich dir meine Gitarre) und rahmte die Texte perfekt ein.
Die einzige Frage am Schluß: wann gibt’s die nächste?
Da alle anderen anwesenden Fotografen den Raum Blitzhell erleuchteten, wollte ich nicht das gleiche tun und meine Bilder sind mit einem 50 mm Objektiv bei Blende 1.4 (ISO 1600) unter natürlichen Lichtbedingungen entstanden. Das Zentralorgan der Thüringer Blogger stellt die Videos online.
• Das Dr. Web Weblog hat eine Quellensammlung für die Erste Hilfe bei Abmahnungen veröffentlicht. Wenn es schon zu spät ist, ist mit Hilfe dieser Liste vielleicht wenigstens nicht alles verloren. Ein Blick auf die Abmahncheckliste sollte Pflicht sein, da ein ordentlicher Anteil der Abmahnungen nicht berechtigt sind.
• Abmahnungen, die zweite: Die TAZ titelt „Recht haben wird unbezahlbar“ und greift damit ein Problem auf, welches in der Blogosphäre schon ausführlich diskutiert wird. Das dieses Thema nicht rein akademischer Natur ist, lässt sich am Beispiel Media Markt gegen Media-Blöd.de beobachten. via Mein-Parteibuch.com
• Abmahnungen, die dritte: Der in Blogkreisen bekannte Rechtsanwalt Udo Vetter betreibt seit langem das Blog law blog, in dem er regelmäßig über die Abmahnungen von Bloggern berichtet. Die ARD Tagesschau hat ihn zu diesem Thema interviewt. Er berichtet: „Der Argwohn gegen Blogger wächst“
• Der Trainerwechsel einer 2. Bundesliga Fußballmannschaft ist für alle Fans und beteiligten ein emotionales Thema. Um so wichtiger ist der sachliche Blick auf die Situation, die uns Jens Mende im Fall des FC Carl Zeiss Jena gibt.
• Die Theorie der Schweigespirale kennt jeder Medien- oder Kommunikationswissenschaft. Ich hatte damals in Jena bei Matthias Kohring ein komplettes Seminar zu diesem Thema. Das diese Theorie auch ihren aktuellen Bezug in der Blogosphäre hat, zeigt der Kommunikationswissenschaftler und Journalist Thilo Baum in seinem Beitrag „Schweige, Spirale!“.
• Für die Geschichte von Jena interessieren sich Gonzo und JaBB auf dem neuen Videocast-Weblog JenBlog. Der erste Beitrag begibt sich auf die Suche nach dem Blinkerdenkmal.
Am Samstag, dem 21. April findet um 20 Uhr die erste Thüringer Bloglesung im Café Quirinus in Jena statt. Sieben Thüringer Blogger (Lesof, Gonzo, Theodor, Marcus, Textspeier, pulsiv und Michael) wollen ihren Beitrag leisten und Geschichten erzählen, welche die Blogger schon längst übergelesen haben. Damit die Selbstreferentialitätskritiker den Bloggern nicht wieder ständige Selbstreferentialtiät vorwerfen müssen, hoffe ich, dass auch Nicht-Blogger und andere Interessierte diese Veranstaltung besuchen und bereichern. Zumindest das geplante Kulturprogramm mit Musik, Fotos und Cartoons wird zeigen, das die Blogger mehr können, als über die lokalen Tageszeitungen zu schimpfen.
Die Pressemitteilung gibt es auf Jenakompakt zu lesen.
Den angekündigten Technikmangel werde ich mit zwei Mikros (Shure SM58 Beta und T.Bone SC100II) versuchen zu reduzieren.
Bei der Thematik Media Markt gegen Media-Böld.de ist mir ein Satz von Rainer Kohnen besonders aufgefallen:
Auch in der sogenannten “Blogosphäre” war das Thema nicht auf die erhoffte Resonanz gestoßen, es hatten zwar eine große Anzahl von Blogs darüber berichtet (Mein Dank nochmals an Alle die etwas darüber geschrieben haben!), bei den sogenannten “A-Bloggern” aber, durch deren Berichterstattung die Sache auf Grund deren großen Reichweite enorm an Fahrt hätte gewinnen können, war von Solidarität nicht viel zu spüren. Woran es lag – keine Ahnung, jedenfalls nicht daran daß sie nichts davon gewußt hätten.
Daraus ergibt sich die Frage: Wie wichtig sind A-Blogger in der Blogosphäre für die Themensetzung?
Die A-Blogger haben mindestens 10-100 mal höhere Zugriffszahlen auf ihre Artikel als die restlichen, gut besuchten Blogs. Schon daraus ergibt sich, dass ein Thema mehr wahrgenommen wird, wenn ein A-Blogger sich damit beschäftigt.
Das bedeutet nicht zwingend, dass ein Thema von den A-Bloggern erfunden oder entdeckt werden muss. Oft wird die Thematik auf unbekannteren oder fachspezifischen Blogs entwickelt und verbreitet sich durch die Verlinkung innerhalb des direkten Umfeldes. Wird das Thema dann von einem bekannteren Blogger aufgefasst, gewinnt es meist eine neue Dynamik. Das Thema schwappt sozusagen aus einem kleinen, speziellen Interessenskreis heraus.
Auf den Meta-Blogs – typisch hierfür ist das Basic Thinking Blog – wird das Thema entweder nur verlinkt oder mit einem meist kurzen, persönlichen Kommentar versehen und damit bewertet. Durch die enorme Reichweite wird das Thema in der Blogosphäre bekannt und von weiteren Blogs aufgegriffen. Trackbacks auf dem Meta-Blog sammeln die Diskussion.
Andere Blogs, wie die Blogbar oder Indiskretion Ehrensache setzen neue Themen oft selbst. Meist gibt es einen klaren thematischen Fokus und bestimmte Themenbereiche werden bevorzugt. Auch hier ist der Artikel oft der Anstoß für eine längere Debatte innerhalb der Blogosphäre.
Auch bei Focus-Blogs, wie der Thüringer Blogzentrale, welche gute Blog-Artikel der Thüringer Blogs sammelt und zentral veröffentlicht erfolgt eine bewusste Auswahl der Artikel und Themen.
Es ist anzunehmen, dass Journalisten wenige und vor allem bekannte Blogger lesen und beobachten, da ein vollständiger Überblick über alle Themen der Blogosphäre weder möglich noch nötig ist. Damit dürfen es die Themen, welche von den A-Bloggern aufgegriffen werden leichter haben, die Blogosphäre zu verlassen. Eine gewisse Reputation der bekannten Blogger unterstützt diese Tendenz zusätzlich.
Das Auswählen und Kommentieren relevanter Themen sind klassische Aufgaben eines Journalisten. Die Betreiber der Blogs funktionieren als Gatekeeper der Blogosphäre. Der Unterschied zu klassischen Medien ist nur folgender: Ihre Macht ist begrenzter. Auch ohne A-Blogger kann es ein Thema mit dem entsprechenden Nachrichtenwert es ganz nach oben und bis nach draußen schaffen. In der klassischen Medienwelt ist das ohne die Macht der Großen kaum möglich.
In der Forschung wird die Abkehr von der alten Gatekeeper-Strategie beschrieben. Doch das ist nicht weit genug gedacht: auch die Blogs benötigen ihre Gatekeeper. Das ergibt sich schon aus der schieren Anzahl unterschiedlich relevanter Informationen, die publiziert werden. Zwar ist es jetzt nahezu jedem möglich, seine Gedanken und Informationen zu veröffentlichen. Aber nur, weil eine Information im Netz steht, wird sie noch lange nicht wahrgenommen. Aufgrund des nötigen Auswahlprozesses innerhalb der Blogosphäre wird diese nicht ohne ihre zunehmend journalistisch arbeitenden Alpha-Tiere auskommen.
Passend hierzu der Artikel. „Who’s a Journalist These Days?“ via Jonet
P.S. Es wird immer behauptet, die Blogsphäre beschäftigt sich nur mit sich selbst. Damit wenigstens Fünkchen Wahrheit in dieser Aussage enthalten ist, war dieser Artikel mein Beitrag dazu.
Wer bei dem Vortrag von Katharina Borchert aufgepasst hat, weiß, dass Blogs ein sehr wichtiges Thema für Lokalzeitungen sein sollten. Das hat sich vermutlich auch der Chefredakteur der Thüringischen Landeszeitung, Hans Hoffmeister, gedacht und das erste TLZ ‚Blog‘ eröffnet.
Doch, was wie ein Blog aussieht, wird dort als Tagebuch bezeichnet und heißt treffend TLZ Schlüsselloch. Der Inhalt ist allenfalls ein Archiv: der Autor hat seine wöchentliche Kolumne online gestellt – beginnend von Januar 2006. Da hilft auch nicht, wenn jede Woche ein neuer Eintrag erscheint. Einen persönlichen Eintrag oder etwas, was dem Archiv den Anschein eines Blogs geben könnte, gibt es nicht.
Der Einstieg der TLZ in die Blogosphäre ist damit gründlich misslungen. Vielleicht hätten sie ihre Online-Chefin Katharina Borchert fragen sollen – sie hätte sicherlich erklärt, was ein Blog ist und worauf es beim Bloggen ankommt.
Trotzdem ein paar kleine Lichtblicke: eine Kommentarfunktion, aber nur für angemeldete Nutzer. Es gibt auch Trackbacks, die man jedoch nur mit extra Klick in der Übersicht, aber nicht unter dem Artikel erkennen kann. Weblogs funktionieren anders.
Wann werden die Lokalredaktionen aufwachen und merken, dass eine Online-Präsenz einer Zeitung mehr ist, als einfach ein paar Print-Artikel zu veröffentlichen? Wann werden sie erkennen, dass ein Blog kein Tagebuch und schon gar nicht die Zweitverwertung der Kolumne ist? Bloggen muss man mit Herz und Verstand, nicht mit Aktionismus. Dann werden die Blogs gelesen und ihr Ziel erreichen.
Passend zum Thema: „Blogs als Modeerscheinung“ von Don Alphonso auf der Blogbar.








