Journalismus

21. May 2012

Vortragsbericht: Katharina Borchert über die Zukunft der Regionalzeitungen

Gestern sprach Katharina Borchert, Online-Chefredakteurin der WAZ-Mediengruppe, über ihre Ideen, den WAZ-Konzern in das Online-Zeitalter zu bringen. An der medialen Berichterstattung und Diskussion über diese Veranstaltung ist ein Stück der Zukunft der lokalen Berichterstattung zu beobachten. Auf Gonzo’s Weblog gibt es eine kurze Zusammenfassung und eigene Gedanken zum Vortrag. Sven von der Thüringer Blogzentrale hat den Vortrag auf Video aufgezeichnet, zum großen Teil online gestellt und einen ausführlichen Artikel mit Hintergründen (auch bei Medienrauschen zu lesen) zu dem Thema verfasst. In dem aktuellen Podcast von Radio-G wird ebenfalls über den Vortrag berichtet. Radio-G plant, den kompletten Mitschnitt demnächst online zu stellen. Für Bildmaterial hat das Happy Arts Blog gesorgt.

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Die lokalen Print-Redakteure waren fast vollständig anwesend, was nicht verwundert, denn der Ausgang des Online-Projektes WestEins wird später auch Auswirkungen auf die Thüringer Zeitungen OTZ, TLZ und TA (alle gehören zur Thüringer Zeitungsgruppe und damit zur WAZ) haben. Lutz Prager, der Chefredakteur der Jenaer OTZ hat in einem Print-Artikel (leider nicht dauerhaft online verfügbar) über den Vortrag berichtet. Er verwechselt ein Blog mit einem Tagebuch (da sich der Artikel and plain old Zeitungsleser richtet, verzeihen wir ihm diese Vereinfachung) und fügt dem Blog gleich noch ein „g“ hinzu:

„In Hamburg hat die aus dem Ruhrgebiet stammende 33-Jährige fünf Jahre lang ein Internet-Tagebuch – einen sogenannten Blogg – geschrieben und erlangte in der Szene unter dem Titel “Lyssas Lounge” mit ihren Alltagsgeschichten einer Großstadtnomadin Berühmtheit.„

Der von Thomas Knüwer und Don Alphonso diskutierte digitale Graben scheint also wirklich zu existieren. Das diese Themen auch im Print wahrgenommen und publiziert werden ist jedoch ein großer Fortschritt.

Über den Inhalt des Vortrages und der Diskussion werde ich in einem eigenen Artikel ausführlicher berichten.

Die folgenden Fotos dürfen für die Berichterstattung über diesen Vortrag frei verwendet werden:

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Vortrag: Die Zukunft der Regionalzeitungen

Der folgende Hinweis auf einen Vortrag morgen Abend in Jena ist gerade eingetroffen. Das Thema ist sehr spannend. Katharina Borchert wird bei ihrer Aufgabe von vielen Seiten aufmerksam beobachtet und wird ein Stück weit den Weg weisen, wie traditionelle Verlage mit ihrem Online-Angebot in Zukunft umgehen werden.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft

Die Zukunft der Regionalzeitungen
Lothar Späth und Katharina Borchert am 31. Januar im Gespräch an der Universität Jena

Jena (30.01.07) Lothar Späth spricht am kommenden Mittwoch (31. Januar) an der Universität Jena zusammen mit Katharina Borchert, Online Chefredakteurin der WAZ-Mediengruppe über das Thema “Die Zukunft der Regionalzeitung im Online-Zeitalter”.

Mittlerweile ist die Nutzung von Online-Ausgaben von Zeitungen nicht mehr auf kleine Gruppen der Bevölkerung oder eine junge Elite beschränkt. Vielmehr nutzen gerade junge Menschen zunehmend fast nur noch die Online-Ausgaben von Zeitungen. Gleichwohl setzt die Nutzung dieser Ausgaben häufig ein reguläres Abonnement voraus. Die bevorzugte Zeitung weltweit zu jeder Zeit abzurufen, eröffnet immense Chancen: Ermöglicht wird der regionale Bezug in einer globalen Welt. Doch birgt der Online-Journalismus auch Risiken, etwa bei der journalistischen Qualität? Diese und andere Fragen diskutiert Lothar Späth mit seiner Gesprächspartnerin, die eine einflussreiche Mediengruppe in Deutschland vertritt.

Die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr im Hörsaal 6 des Uni-Campus (Carl-Zeiß-Straße 3). Die interessierte Bevölkerung ist herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.

Beitrag über die Thüringer Blogzentrale in der TLZ

Wenn das klassische Medium lokale Tageszeitung über Weblogs berichtet, dann ist dies ein großer Schritt in die richtige Richtung. So geschehen in dem Artikel in der Thüringer Landeszeitung. Wenn jedoch der Artikel inhaltlich so einseitig ist, dann ist offensichtlich, dass noch ein langer Weg vor dem Verständnis von Weblogs und den Möglichkeiten der neuen Medien liegt.

Meik aus Erfurt schreibt über Computerprogramme und seinen Wellensittich, Christina alias littlesirius berichtet über Chorauftritte und Herbstausflüge. Michael präsentiert als “Schwarzer Monolith�? tiefsinnige Zitate und denkt zwischendurch über die Brückentagskonstellationen des nächsten Jahres nach. Alle diese Themen treffen neuerdings auf http://www.thueringerblogzentrale.de zusammen.

Christina heißt Christine und hat noch nie in der Thüringer Blogzentrale veröffentlicht. Die Artikel über den Chorauftritt und den Herbstausflug stehen in ihrem privaten Weblog. Nur die Links zu den Thüringer Weblogs von Meik, Christine und Michael befinden in der TBZ – die Themen und Aufgabe sind jedoch ganz andere. Die Homepage beschreibt sie wie folgt:

Außerdem soll ein Informationspool für Nachrichten, Reportagen, Bilder, Filme, Podcasts, Kritiken, Glossen, Veranstaltungstipps usw., die sich mit Thüringen, Jena, Weimar, Erfurt, Gera usw. auseinandersetzen, geschaffen werden, der dem, hauptsächlich an regionalen Informationen interessierten Leser, eine konzentrierte Alternative zu herkömmlichen Medien bietet – ohne die fruchtbare Zusammenarbeit mit ihnen von vornherein auszuschließen.

Die TLZ fasst dies in folgendem Satz zusammen …

Garniert ist das Blog mit aktuellen Videoschnipseln und Fotos aus der Region.

… und wird damit den Möglichkeiten eines regionalen Weblogs keineswegs gerecht, sondern ignoriert sie schlechtweg. Ob diese Einschätzung aus Unwissenheit entsteht oder die lokalen Zeitungen lieber nicht über den Journalismus der unabhängigen Webblogger berichten ist dabei zweitrangig. Eine Anfrage beim Autor des Artikels, Karsten Heuke, blieb bis jetzt unbeantwortet.

Ein Beispiel aus der Praxis: Frau Glasser von der TLZ war ebenso wie die TBZ am 18. Oktober um 10 Uhr zum Verkehrssicherheitstag auf dem Marktplatz in Jena. Kaum zwei Stunden später standen die ersten Artikel (hier und hier) im Netz. Kurze Zeit später folgte ein Video. Die TLZ lieferte einen Artikel mit Bild und Hintergrundinformationen, jedoch erst am nächsten Morgen.

Die Stärken eines regionalen Weblogs für den Lokaljournalismus beschreibt auch dieser Artikel in der TBZ.

Dass eine lokale Tageszeitung um das Thema Weblogs nicht mehr herumkommt, zeigt dieser Artikel. Gleichzeitig ist er jedoch eine verpasste Chance, auf Synergien zwischen der klassischen Journalismus und Weblogs hinzuweisen und diese zu fördern. Dazu ist ein Dialog nötig.