Saskia Taeger

7. February 2012

Kulturarena 2008: Modern, Trash, Der Sturm

Der Jenaer Boheme stürmt es mitten ins Gesicht, das neue Theaterstück und Eröffnungsspektakel der Kulturarena. “Der Sturm”, ein vierhundert Jahre altes Werk von Shakespeare wird von Regisseur Markus Heinzelmann ohne Rücksicht auf Verluste in die aktuelle Zeit und darüber hinaus katapultiert. Wie schon die letzten beiden Jahre mit der Dreigroschenoper und Die Orestie wird modernstes Theater mit Provokation und Trash gemixt.

Nicht kleckern, sondern klotzen heißt es gleich zu Beginn, wenn Michael Jacksons „Earth Song“ von der Jenaer Philharmonie gespielt wird. Ariel (Saskia Taeger) beweist schon hier ihr großartiges Schauspieltalent und doch ist man froh, wenn nicht nur sie, sondern auch das Publikum dabei Karaoke (“Aaaaaaaaaah”) singt. Weiter geht es mit skurilen Szenen auf einer Insel, auf der sich die verschiedensten Gruppen Menschen treffen. Eine aufwendige Bühne bezieht die Zuschauer ebenso ein, wie die hervorragend kontroverse Musik der Philharmoniker und des DJ Alexandra Holtsch.

Eine ausführliche Rezension schrieb Jens Mende auf Jenanews.de. Weitere Fotos der Presseprobe gibt es in der Happy Arts Galerie.








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Blut, Blutiger, Die Orestie

Rot, Weiß und Gelb sind die dominierenden Farben des Open Air Theaterspektakels „Die Orestie“ mit dem dieses Jahr die Kulturarena in Jena eröffnet wird.

Nachdem Regisseur Markus Heinzelmann letztes Jahr schon die Dreigroschenoper gut 100 Jahre nach vorn in die Zukunft legte, sind es bei der antiken griechischen Trilogie gleich 2500 Jahre, die das Stück verjüngt wurde. Das Gemetzel bleibt jedoch ein Gemezel und wird durch reichlich Rote BeeteBlut ins Groteske überführt. Das Thema bliebe auch ohne diesen Transfer absolut zeitgemäß. Wikipedia fasst es in drei Sätze:

Der Vater Agamemnon opfert seine Tochter Iphigenie. Die Mutter Klytaimnestra tötet deshalb ihren Mann Agamemnon und dessen Geliebte Kassandra. Der Sohn Orestes tötet daraufhin seine Mutter Klytaimnestra und deren Geliebten Aigisthos. Orestes – und das ist neu – wird dafür nicht mit dem Tod bestraft und der Fluch der Familie wird durchbrochen.

Über 90 Statisten und eine ansehnliche Kulisse sorgen für ordentlich Abwechslung in den über zwei Stunden Spielzeit. Musikalisch wird das Stück von Vicki Schmatolla und ihrer Band begleitet und hat einiges zu bieten. Nur der „Griechische Wein“ ist allenfalls durch lautes Mitsingen zu ertragen, aber genau das ist vermutlich das Ziel. Beeindruckendes leistet Saskia Taeger in der Rolle der Klytaimestra .

Ausführlicher Bericht über die Premiere in einem Artikel von Jens Mende

Weitere Bilder der Presseprobe befinden sich in der Happy Arts Galerie.

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Dreigroschenoper in der Kulturarena

Die diesjährige Kulturarena wird am Donnerstag mit der Dreigroschenoper eröffnet. Von der Presseprobe konnte ich ein paar Impressionen einfangen. Alle Aufführungen sind ausverkauft, aber es findet heute ab 21.30 Uhr eine öffentliche Probe statt (Eintritt: 5 €).

Die Rechteinhaber von Bertholt Brecht und Kurt Weill erlaubten keine oder nur geringfügige Interpretationen des Stückes. Regisseur Markus Heinzelmann konnte jedoch trotzdem der Versuchung nicht widerstehen und verlegt die Handlung in eine “nicht allzu ferne Zukunft in einer nicht existierenden deutschen Großstadt”, was sich auch im Kostüm und dem Bühnenbild widerspiegelt. Dafür wurden einige Texte angepasst, die Musik wird jedoch Note für Note nach dem Original gespielt. Der in der heutigen Zeit besonders aktuelle Inhalt des Stücks wird in eine moderne Kulisse gehieft, ohne jedoch an Aussage oder Strahlkraft zu gewinnen.

Siehe auch Artikel von Jens Mende in Jenakompakt.de und der Rezension vom gleichen Autor zur Premiere, die ich nur bestätigen kann.

Besetzung

Die Rollen und ihre Darsteller:

Jonathan Jeremiah Peachum: Gunnar Titzmann
Frau Peachum: Andrea Schmid
Polly Peachum: Saskia Taeger
Macheath: Tim Ehlert
Brown, Polizeichef: Bernhard Dechant
Lucy, seine Tochter: Natalie Hünig a. G.
Münzmatthias: Mathis Julian Schulze
Trauerweidenwalter: Samwel Bersegian
Hakenfingerjakob: Matthias Pick
Filch / Smith / Kimball: Daniel Fries
Spelunkenjenny: Anna Görgen a. G.
Einer: Hans-Peter Hennig
Hure: Anna-Marja Lützkendorf
Bettler / Huren / Polizisten: Statisten aus Jena und Umgebung

Regie: Markus Heinzelmann
Bühne: Gregor Wickert
Kostüme: Anne Buffetrille
Musikalische Leitung: Vicki Schmatolla
Video: Heiko Kalmbach
Choreografie: Antonio Cerezo
Dramaturgie: Marcel Klett, Tanja Mette

Die Dreigroschen-Band:
Vicki Schmatolla (Musikalische Leitung), Jörg Breitbart, Steffen Gräf, Daniel Hoffmann, David Pölzing, Veit Rudhardt, Ulf Steinhauer, Thomas Uhlmann, Nikolaus Woernle

Aufführungstermine (ausverkauft)
Donnerstag: 06.07.2006, 21.30 Uhr [Premiere]
Freitag, 07.07.2006, 21.30 Uhr
Samstag, 08.07.2006, 21.30 Uhr
Sonntag, 09.07.2006, 22.00 Uhr

Dreigroschenoper Kulturarena
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