Spam

7. February 2012

Web 2.0 Kampagne für Notebookzubehör

Zwischen „3000 Euro Nebenverdienst“, „Vegas casino Bonus“ und der „Geilen 3 Loch Stute“ lag heute eine neue Art SPAM in meiner eMail:

„Hallo Markus,

Als regelmässige Leser Deines Blogs denken wir, dass der „Mobile Security Video Award 2007″ Dich interessieren könnte. […]“

screenshotvikuiti.jpgSogar eine Mitgliedschaft in der Jury wird mir angeboten. Spannend – oder einfach dreist? Hinter dem Award steht der „Der Film- und Fotowettbewerb für Profis und Amateure“ und ist eine Web 2.0 Kampagne für Notebookzubehör einer bekannten Firma. Es werden Amateurvideos und Fotos zum Thema Notebooksicherheit gesucht und mit 10 Preisen im Wert bis zu 3000 € Wert belohnt. Für die gerade knapp 30 Teilnehmer des Wettbewerbes mit etwas Glück ein guter Deal. Sonderlich erfolgreich kann die Kampagne jedoch kaum sein, denn 7 Tage vor Ablauf wurde das meistgeklickte Bild weniger als neunhundertmal angezeigt. Viel Geld für eine geringe Reichweite. Ob es die letze Web 2.0 Kampagne der Firma sein wird?

Meine Antwort auf die Anfrage: Nein, Danke, ich bin nicht käuflich.

Blogpost per Snailmail

Mein Blog hat Post per eine Snailmail SPAM bekommen. Ein weiterer Versuch, Blogger als Werbehure zu missbrauchen. Immerhin hat man sich mehr Mühe gegeben, als viele andere zuvor.

blogpost2.jpgDer Umschlag besteht aus transparentem Papier und ist an den Rändern mit Fäden zusammengenäht. Innenliegend ist – was sonst – eine Pressemitteilung, drei Buttons, eine Visitenkarte und eine von Hand beschriebene Postkarte („Lieber Markus […] Dein Florian“ sagen sonst höchstens Freunde zu mir). Das soll mir vermutlich vermitteln, das die Firma genügend Praktikanten hat, den Post-SPAM zu personalisieren.

blogpost1.jpg

Nach soviel Old-School musste es ja kommen: eine Web 2.0-Firma verspricht Abhilfe für ein Problem („Orientierungslosigkeit im Kopf“), welches ich gar nicht habe. Es gibt schon wieder eine neue Community, die diesmal Daten sammeln der „Orientierungslosigkeit von Jugendlichen“ ein Ende setzen will. Die Daten heißen Profile und werden mit Profilen der anderen verglichen und sicherlich wird es dabei nicht bleiben. Vermutlich kommt auf jeden 10ten Jugendlichen mittlerweile eine Community, doch die Jungs und Mädels vergruscheln sich doch lieber ganz persönlich auf der Kirmes oder der Clique um die Ecke.

Ein weiteres Blättchen enthält den Pressespiegel mit einigen Internet-Links. Ich habe meine Maus draufgesetzt, ein wenig geklickt, aber der Link geht einfach nicht auf. Soll ich jetzt etwa meterweise URLs von Hand abtippen (voll Web 2.0!) oder lieber gleich Google bemühen? Letzteres ist sicherlich schneller und vermittelt ein ungetrübteres Bild. Im Pressebereich der beworbenen Webseite gibt es nicht etwa die Links, sondern nur das eben gelesene Anschreiben. blogpost3.jpg

Doch anstatt mir einfach ein Link zu schicken, unter dem ich das „neuartige Interaktionsgeflecht“ erleben darf, müsste ich mich selbst anmelden, meine Daten preisgeben und den AGB zustimmen. Viel Glück, aber ohne mich.

Neben den beiden völlig sinnfreien Buttons mit der Aufschrift „Regisseur“ und „Neugierig“ gibt es immerhin einen brauchbaren mit „aus!gegruschelt“. Wie passend. Den kann ich auf der nächsten Studentenparty tragen.

Was hat der Absender der Blogpost jetzt von dem Ganzen? Diesen, jenen und jenen Beitrag und ein Beispiel, wie virales Marketing nicht funktioniert.