Test

19. May 2013

Neue Canon-Kameras IXUS 70/75 und PowerShot A560 und A570 IS

Die Bits, mit denen die letzten Artikel (IXUS-Serie, PowerShot-Serie) über Canon Digitalkameras geschrieben wurden, sind noch nicht ganz trocken und schon gibt es Nachschub: Canon hat die IXUS 70/75 und die A560 und A570 IS vorgestellt. Grund genug, die Empfehlung für die IXUS-Serie und die PowerShot-Serie zu aktualisieren.

Die gute Nachricht vornweg: Die Anzahl der Pixel wurde nicht weiter erhöht und der Sensor (1/2.5″ bei allen hier vorgestellten Modellen) wurde nicht weiter verkleinert. Damit besteht endlich wieder die Chance, dass neue Modelle der kompakten Digitalkameras nicht eine schlechtere Bildqualität wie ihre Vorgänger haben.

Die beiden neuen Modelle haben viele Gemeinsamkeiten: 7,1 Megapixel, das klassische Design, den neuen DIGIC-III-Bildprozessor, neue Motivprogramme und Gesichtserkennung. Bei allen neuen Modellen wurde die Rauschunterdrückung verbessert und der ISO 1600 Modus erstmals bei den kompakten Canon-Kameras freigeschaltet. Das ermöglicht endlich stimmungsvolle Party-Aufnahmen ohne Blitz-Einsatz. Die neue Auto ISO Shift Funktion sorgt in Zusammenhang mit den 17 Motiv-Programmen dafür, das auch weniger erfahrene Benutzer eine passende Einstellung erhalten. Die Gesichtserkennung halte ich zwar in den meisten Fällen für eine Spielerei, aber sie ist durchaus geeignet, die Bildqualität zu verbessern, da der Autofokus, die Belichtung und die Blitzstärke abhängig von den erkannten Gesichtern korrigiert werden. Vielleicht sind dann totgeblitze und damit kreideweiße Portraits endlich Vergangenheit.

Die sonstigen technischen Werte entsprechen dem aktuellen Standard und bringen wenig Neues. Der Zoombereich von 35-105 mm (äquivalent zu KB) bei einer Blende von F2.8-F4.9 ist nicht optimal, aber durchaus praxisgerecht. Die IXUS 70 und 75 unterscheiden sich nur im Design und dem verwendeten Display. Während die IXUS 70 einen 2.5″ Polysilizium-TFT-Display mit der hervorragenden Auflösung von 230.000 Pixel verwendet, ist das PureColor-Display der IXUS 75 sogar 3″ groß. Canon wirbt für dieses Display mit der Anzeige von 30 Prozent mehr Tonwerten und einer besonders lebendigen und brillanten Farbwiedergabe. Außerdem ist der Betrachtungswinkel größer und eine Anti-Reflex-Beschichtung verbessert die Sichtbarkeit besonders bei hellem Umgebungslicht. Dafür entfällt der optische Realbild-Zoomsucher. Die IXS 75 bietet ein Touch-Control-Wählrad mit direktem Zugriff auf die Motivprogramme. Außerdem ist bei ihr der direkte Wechsel in den Wiedergabemodus möglich.

Vorbehaltlich der ausführlichen Tests der Bildqualität ist löst die 125 Gramm schwere IXUS 70 damit die IXUS 60 (170 Gramm) als meine Kamera-Empfehlung ab. Die IXUS 75 kostet ca. 30 Euro mehr und hat der kleineren Schwester ein paar weiteren Tasten und das bessere Display voraus.

Die neuen Kameras der PowerShot-Serie A560 und A570 IS erben mit dem DIGIC-III-Prozessor viele Features der IXUS-Modelle, wie die Gesichtserkennung und verbessere Rauschunterdrückung sowie die Höchstempfindlichkeit von ISO 1600. Der Zoombereich von 35-105 mm (äquivalent zu KB) bei einer Blende von F2.6-F5.5 ist von den alten A-Modellen bekannt. Hier wäre ein etwas weitwinkliger Bereich von 28mm beginnend besser. Unverständlich ist, warum das 2.5″ große Display nur eine Auflösung von 115.000 Pixel besitzt. Der Bildstabilisator, der im Vergleich zur A560 etwas 50 Euro teureren A570 IS dürfte viele Fotosituationen retten oder zumindest die Bildqualität verbessern. Auf ihn würde ich beim Kauf einer PowerShot-Kamera nicht verzichten.

ixus70s_fsr_hor.jpg
ixus70s_bck_hor.jpg
ixus75b_fsr_hor.jpg
ixus75b_bck_hor.jpg
powershot_a570is_fsr.jpgpowershot_a570is_bck.jpg

Sony MP3 Player WM-E002: Top und Flop

Es gibt Unternehmen, die verstehen die Wünsche ihrer Kunden. Und es gibt Unternehmen, die ignorieren diese Wünsche komplett. Bei der MP3-Player Serie WM-E00x gelingt Sony beides. Gleichzeitig.

Die Wünsche, die an einen MP3-Player gestellt werden, sind sicherlich sehr verschieden. Ein paar der Wünsche sind jedoch allgemeingültig genug, dass sie an jeden MP3-Player gestellt werden können. Der Player soll klein sein, gut aussehen und ein gut leserliches Display haben, welches alle wichtigen Informationen verständlich anzeigt. Die Bedienung sollte unkompliziert und ohne Handbuch möglich sein. Verschiedene Playlisten, Shuffle-Modi u.ä. helfen, die Musik nach eigenem Geschmack zu organisieren. Ein interner Akku erspart das ständige Wechseln der Batterien, benötigt aber zum Laden einen USB-Anschluß. Wenn der USB-Anschluß integriert ist, fällt auch das sonst nötige zusätzliche Kabel weg.

im_nw-e000b.jpgAlle diese Wünsche erfüllt der Sony Player hervorragend. Das Gerät ist extrem klein, gibt es in verschiedenen Farben und das gut leserliche OLED-Display verschwindet, wenn der Player ausgeschaltet ist. Über die wenigen Tasten sind alle Funktionen schnell erreichbar. Der interne Akku hält laut Hersteller 30h und ist schnell geladen: 3 Minuten am USB-Anschluß und der Player läuft für einige Stunden. Die mitgelieferten Kopfhörer sind immerhin ausreichend.

Das alles klingt fast zu gut, um wahr zu sein: Doch Sony hat es geschafft, mit seiner Software eine sehr gute Hardware fast unbrauchbar zu machen. Das wäre kein Problem, wenn der Player wie eine normale Festplatte mit MP3-Dateien bespielbar wäre. Das Gerät meldet sich zwar als Wechseldatenträger an, allerdings werden die Dateien in einem speziellen Sony-Format abgelegt, welches nur die Sony SonicStage Software unterstützt.

Der Weg zu SonicStage und zur Musik auf dem Player ist allerdings lang: auf der mitgelieferten CD befindet sich nur die veraltete Version 3.x. Im Netz erhält man die aktuelle Version 4.2 – allerdings nicht einfach als Komplettdownload, sondern nur den ca. 800kb kleinen Installer, der nach dem Start neben dem eigentlichen SonicStage noch 33 MB DirectX 9.0c herunterlädt, obwohl das selbstverständlich schon installiert ist. Der Server ist zudem noch so langsam, dass die fast 50 MB Installationsdaten mit DSL-6000 erst nach über einer Stunde da sind, obwohl weniger als zwei Minuten nötig wären. Vor dem ersten Lied auf dem Player hat Sony aber noch ein paar weitere Hürden gesetzt: Bevor ein Lied auf den Player kopiert wird, muss es importiert werden. Ein direktes Drag-und-Drop auf das Transferfenster des Players ist nicht möglich. Der Import ist für einzelne Dateien oder Verzeichnisweise möglich. Meine MP3-Sammlung war nach über einer Stunde fertig importiert (Foobar benötigt weniger als 30 Sekunden, um die gleiche Menge Dateien in eine Playliste zu kopieren). Alle .OGG (Ogg Vorbis) und .FLAC-Dateien wurden dabei ohne weiteren Hinweis ignoriert. Danach ist es endlich möglich, die Lieder auf den Player zu laden. Aber nur, wenn man sie auch wiederfindet: die komplette Verzeichnisstruktur und die Dateinamen gehen beim Import verloren. Wenn die ID3-Tags nicht korrekt gesetzt sind, ist es kaum noch möglich, gezielt bestimmte Alben oder Lieder wiederzufinden. Es gibt verschiedene Sortier- und Anzeigemodi (Playlist, Alben, …), die aber beim Wechsel (nur mit der Maus möglich) auf dem 2 GHz Dual Core erst einmal 15 Sekunden Pause einlegt.

Ich erspare es mir, alle weiteren Probleme der Software zu beschreiben, denn das katastrophale Fazit würde sich nicht mehr ändern. Es bleibt die Frage, wo die Gründe dafür liegen, ein eigentlich gutes Produkt mit solcher Software so konsequent untauglich zu machen. Zum Glück gibt es Alternativen.

Buchhaltung: Die Qual mit der Software

Quickbooks Plus. Quickbooks ist eine äußerst einfach zu bedienende Buchhaltung, welche mit einfachen Begriffen die Buchhaltung auch für Einsteiger ermöglicht. Die aktuelle Version nutzt leider für interne Dialoge immer mehr HTML mit einem versteckten Browser und fühlt sich damit immer langsamer und wenig intuitiv an. Die vor längerer Zeit von mir verwendete Version buchte die Vor- und Mehrwertsteuer nicht korrekt auf getrennte Konten, was bei mir einen enormen Nacharbeitungsaufwand erforderte.

Lexware Buchhalter. Der erste Eindruck vom Lexware Buchhalter war kurz, aber bleibend: Beim ersten Start nach der Installation der Testversion kam die folgende Fehlermeldung. Die Datei existiert selbstverständlich. Den Fehler konnte ich nicht beseitigen und habe den Test abgebrochen.

Fehler Lexware Buchhalter

WISO Mein Büro. Buhl Data vertreibt verschiedene Bürosoftware unter eigenem Namen. Hinter WISO Mein Büro versteckt sich minifaktura bzw. dessen Nachfolger orgaMAX. Die Software macht einen guten Eindruck und ist sehr leicht zu bedienen, allerdings ist der Funktionsumfang sehr eingeschränkt. Die Originale sind in Bezug auf die gebotene Leistung zu teuer.

WISO Kaufmann. Hier versteckt sich eine OEM Version von Büro Plus NexT in dem Produkt. Die Software ist relativ preiswert, extrem leistungsfähig, aber von der Bedienung sehr gewöhnungsbedürftig. Die Hilfe erklärt nur die Fakten, die man auch so versteht. Außerdem ist die Software leider sehr instabil, ich konnte regelmäßige Access Violations beobachten (Beispiel: Drucken, wenn die interne Druckereinrichtung nicht vorher gelaufen ist).

Insgesamt war der Test der Bürosoftware sehr ernüchternd. Eigentlich sollte man erwarten, dass bei einem so großen Markt für Standardsoftware eine größere Auswahl brauchbarer Software vorhanden ist. Leider scheinen alle Produkte kaum eine Qualitätskontrolle zu erhalten und die Programmierer entwickeln das Design der Oberfläche, welche dann einer IDE näher kommt, als einer ordentlichen Bürosoftware.

Test: AVM FRITZ!Fon 7150

Heute ist von AVM das lang erwartete AVM FRITZ!Fon 7150 (Pressemeldung) eingetroffen und sogleich angetreten, den Draytek-Router, die Siemens Gigaset-Telefonanlage und das alte DECT-Mobilteil sowie das Kabelwirrwar hinter dem Schreibtisch abzulösen.

Das hat sogar funktioniert. Das neue AVM-Gerät ist nicht nur ein DSL-Router mit kleiner Telefonanlage, sondern gleichzeitig eine DECT-Mobilstation mit Mobilteil. Damit sind endlich die Geräte integriert, die schon lange zusammengehören. Was dahinter steckt, berichtet dieser kleine Test.

AVM FRITZ!Fon 7150
Bild: AVM FRITZ!Fon 7150, AVM Berlin

Installation. Schon beim auspacken fällt ein Zettel entgegen, der den Hinweis gibt, das man zur einfachen Installation am besten zuerst die CD einlegen soll. Das Setup zeigt mit vielen Bildchen ausführlich, wie das FRITZ!Fon angeschlossen wird. Die Verbindung kann hier entweder über einen LAN-Anschluß oder über das WLAN erfolgen. Mit einem FRITZ!WLAN USB Stick ist die Installation des WLAN am einfachsten: man steckt den Stick in den USB-Port des FRITZ!Fon, drückt eine Taste, steckt den Stick in den Rechner und das Setup erledigt Installation und Schlüsselübertragung automatisch. Das Setup hilft auch, wenn der WLAN-Zugang nicht automatisch konfiguriert werden kann und gibt ausführliche Hilfestellung, wie unter Windows XP entweder mit der mitgelieferten oder dem WLAN-Treiber der Zugang eingerichtet wird. Ist das FRITZ!Fon erreichbar, werden noch die DSL-Zugangsdaten abgefragt. Für T-Online gibt es einen eigenen Menüpunkt, sodass niemand den Connection-String selbst zusammenbauen muss. Das Mobilteil ist automatisch angemeldet und man braucht nur mit der Hilfe eines Wizards die eigenen MSN eintragen. Die Installation war damit hier in weniger als 10 Minuten komplett abgeschlossen. Dass sich jemand Gedanken gemacht hat, merkt man auch an kleinen Dingen: es führt nur ein (mit 4.25m ausreichend langes und farbig codierte) Kabel mit einem Y-Adapter von der Box zum NTBA und dem DSL-Splitter. Das spart ein Kabel vom Telefonanschluss zur Box.

DECT. Das FRITZ!Fon ist der erste AVM-Router mit einem DECT-GAP-Modul. Wie bei DECT-Basisstationen üblich, können bis zu sechs Mobilteile angemeldet werden. Da die Box sowohl an analog, als auch ISDN-Anschlüssen verwendet werden kann, unterscheiden sich die verfügbaren Leistungsmerkmale an den Mobilteilen entsprechend. Die Gespräche können auch bei ausgeschaltetem Rechner transparent über VoIP geführt werden. Ist der VoIP-Server nicht erreichbar, wird automatisch ein Fallback auf das Festnetz durchgeführt. Bei der Vorstellung auf der CeBIT 2006 wurde ein strahlungsarmes DECT-Modul angekündigt, aber scheinbar in dem Gerät nicht umgesetzt.

Mobilteil. Der Router ist gleichzeitig die Ladeschale für das mitgelieferte Mobilteil. Das Mobilteil besitzt eine beleuchtete Tastatur und ein großes, farbiges Display. Die Qualität ist zwar ausreichend, aber im Vergleich zu aktuellen Handy-Displays zu dunkel, nicht hochauflösend genug und zu wenig kontrastreich. Die Bedienung ist komplett selbsterklärend. Praktisch ist das Menü, welches die entgangenen Anrufe, SMS und Anrufbeantworternachrichten (20 Min. Kapazität) pro MSN verteilt anzeigt. Das interne Telefonbuch umfasst 200 Einträge und kann vom Rechner aus gefüllt werden. Eine Synchronisation mit Outlook wäre zwar technisch möglich, existiert aber leider nicht. Beim Aufruf von verschiedenen Menüs erscheint regelmäßig eine Sanduhr und man muss zwei bis drei Sekunden warten. Das Mobilteil ist zwar völlig ausreichend, aber nicht auf dem aktuellsten technischen Stand.

USB-Port. Der USB-Port des AVM ist nicht nur ein normaler USB-Slave, wie an vielen anderen Routern, sondern ein USB-Host. Deshalb bietet der USB-Port Anschluss für USB-Zubehör wie Drucker und Massenspeicher (maximal 2 USB-Massenspeicher und 1 USB-Drucker oder 3 USB-Massenspeicher). Die Massenspeicher können im LAN, WLAN und im Internet freigegeben werden. Der Status der angeschlossenen Geräte wird übersichtlich auf der Weboberfläche angezeigt. Für angeschlossene Drucker wird vom FRITZ!DSL automatisch ein entsprechender Port konfiguriert, der in der Druckerkonfiguration ausgewählt werden kann.

DSL. FRITZ!Fon enthält nicht nur den klassischen DSL-Router, sondern auch ein zu 1TR112/U-R2 und ADSL 2+ kompatibles DSL-Modem. Das vom DSL-Anbieter gelieferte Modem wird damit nicht mehr benötigt. Die Firmware des DSL-Modems wurde nicht eingekauft, sondern von AVM selbst entwickelt. Dadurch ist es z.B. möglich, die Energieaufnahme des ADSL-Modems dynamisch mit der ADSL-Bitrate anzupassen und so Strom zu sparen (http://www.avm.de/labor) oder die Geschwindigkeit mit einem Firmwareupdate zu verbessern. Der DSL-Teil bietet alle gängigen Features der anderen AVM-Router, inkl. dem Bandbreitenmanagement DSL Traffic Shaping. Eine interessante Funktion ist die Möglichkeit, die Zwangstrennung durch den Anbieter auf einen bestimmten Zeitbereich des Tages festzulegen.

WLAN. Der integrierte WLAN Access Point nach 802.11b, g und g++ entspricht ebenso dem der aktuellen AVM-Router.

VoIP. Der VoIP-Teil arbeitet weitgehend transparent, wenn der SIP-Zugang einmal eingerichtet ist. Die Codecs werden automatisch ermittelt und per QoS entsprechende Bandbreite freigeschaufelt.

FAX. Um über ISDN/DSL zu faxen, ist ein spezielles Tool nötig. AVM FRITZ!fax für FRITZ!Box ist ein supportfreies Programm, welches einen FAX-Drucker einrichtet und komfortables FAXen aus allen Anwendungen ermöglicht. Die Software kann auf jedem der im Netz vorhandenen Rechner installiert werden und funktioniert auch über WLAN.

Preis und Garantie. Das AVM FRITZ!Fon hat einen empfohlenen Verkaufspreis von 249 € und soll ab Ende Januar frei verfügbar sein. Der Straßenpreis wird vermutlich unter 200 € liegen. AVM bietet 5 Jahre Garantie und kostenlosen Support.

Update 16.02.07: Das Gerät ist jetzt verfügbar und wie erwartet liegt der Preis bei ca. 200 €.

Erste Eindrücke vom „The Venice Project“

Das Fernsehen soll revolutioniert werden. Mal wieder. Doch diesmal haben es sich Niklas Zennström und Janus Friis, die Entwickler von Kazaa und Skype vorgenommen. Das Projekt hört auf den internen Namen „The Venice Project“ und ist eine abgesicherte Version von Peer-To-Peer TV über IP. Mitte Dezember letzen Jahres begann der Betatest für ausgesuchte Tester.

Der Client in Version 0.7.2 läuft schon erstaunlich flüssig. Die Videos starten innerhalb Sekundenbruchteilen und sehen deutlich besser aus, als die üblichen Flickr Videos. Der Client läuft normalerweise im Full Screen Modus und hat eine schicke, eigene Oberfläche, basierend auf dem Chrome-Framework von Mozilla.
Die Auswahl der Filme erfolgt durch Channels, wie beim klassischen Fernsehen. Diese lassen sich leicht durchsuchen und neu zusammenstellen. Der Unterschied zu den aktuellen Video-On-Demand Angeboten ist der unkomplizierte Zugriff auf das gewünschte Videomaterial. Die dahinter liegende Technologie wird komplett abgeschottet. Die Peer-To-Peer Übertragung soll eine ausreichende Bandbreite auch bei vielen Betrachtern ermöglichen. Die Inhalte werden über kurze Werbevideos finanziert, die im Moment nur beim Wechsel des Videos angezeigt werden.

Der Community Gedanke kommt auch nicht zu kurz: Feeds lassen sich einblenden, Chats über das aktuelle Filmchen starten und
Bewertungen können abgegeben werden. Über Plugins werden sicherlich weitere Features folgen.

Das Projekt geht zumindest mit der Technologie in die richtige Richtung. Installation und Bedienung sind simpel, die Inhalte lassen sich leicht finden und die Community wird mit eingebunden. Die Videoqualität ist für den Start ausreichend und lässt sich bei zunehmender Verbreitung schnellerer Internetzugänge weiter steigern. Entscheidend für den Erfolg des Projektes werden die Inhalte sein.

Test: Kopfhörer für MP3-Player

10 Jahre hat mir der KOSS KSC35 die Stille vertrieben – jetzt ist es wieder still. Einige Operationen mit Lötkolben und Heißkleber hatten sein Leben verlängert, doch jetzt rettete ihn auch eine letzte Notoperation nicht mehr. Es gilt, einen würdigen Nachfolger zu finden.

Die Rezensionen der Käufer bei Amazon.de bieten einen guten Anhaltspunkt bei der Auswahl eines neuen Kopfhörers. Für mich kamen drei Produkte in die engere Wahl. Sie bekamen eine Chance, die Stille zu vertreiben.

Der KOSS KSC 35 ist in Deutschland nicht mehr erhältlich. Mit ähnlicher Optik und sehr günstigem Preis ist jedoch der KOSS KSC 75 verfügbar. Eine weitere Alternative mit einem Kopfbügel statt der Ohrklemmen ist der KOSS Porta Pro. Die technischen Daten aller drei Modelle sind identisch.

KOSS KSC 75Die offene Konstruktion des KSC 75 hat Vor- und Nachteile. Die Umgebungsgeräusche werden nicht komplett eliminiert, so dass ich nicht jedes Mal erschrecke, wenn plötzlich jemand hinter mir auftaucht. Andererseits kann sich – je nach Lautstärke – die ganze Umgebung einen Eindruck von meinem Musikgeschmack machen. Durch die Bügel werden die Muscheln gut am Ohr gehalten. Unter einem Fahrrad- oder Motorradhelm lassen sie sich KOSS nicht gut tragen – abgesehen davon ist es zu Recht verboten, also bitte nicht ausprobieren! Meine Freundin findet, das ich furchtbar aussehe, wenn ich ‚die Dinger’ trage. Die große Membran sieht vielleicht nicht gut aus, aber sorgt dafür, dass der KOSS ein eindrucksvolles Bassfundament liefert. Die Bässe des aktuellen Modells sind noch etwas knackiger und druckvoller, als die meines alten KOSS und für meinen Geschmack deutlich überbetont. Die Mitten und Höhen klingen weniger betont. Es fehlt die Differenzierungsfähigkeit in der Musik, die teurere Kopfhörer bieten. Bei aller Kritik: Der KOSS klingt besser als 90% der bei den MP3-Playern mitgelieferten Ohrstöpsel. Für 20 € finden sich kaum bessere Schallwandler. Wer allerdings einen linearen Frequenzgang erwartet oder Klassik höhren möchte, sollte tiefer in die Tasche greifen. Liebhabern satter Bässe geht mit den KOSS ein Ohr auf.

In-Ear-Kopfhörer arbeiten mit einem anderen Konstruktionsprinzip. Sie sitzen nicht wie normale Kopfhörer direkt auf der Ohrmuschel oder wie die meisten mitgelieferten Modelle am Rand des Gehörgangs, sondern gehen je nach Ausführung tief in den Gehörgang hinein und schließen diesen im Idealfall nach außen hin komplett ab. Die Umgebung verschwindet dadurch komplett aus der Wahrnehmung. Beim Fahrradfahren hört man mit diesem Modell gerade noch die Sirene der Polizei, wenn sie neben einem fährt. Und gleich noch eine Warnung: da der Schall nahezu direkt auf das Trommelfall geleitet wird, ist es ohne weiteres möglich, das eigene Gehör dauerhaft zu schädigen. Das geht schneller, als die meisten denken und für viele ist es wohl schon zu spät (Rettung für alle anderen gibt es im SonicShop http://www.sonicshop.de/De/index.htm). Für ein geschultes und geschontes Gehör jedoch öffnen sich neue Klangwelten.

Creative EP 630Leider verwehrt mir der zweite getestete Kopfhörer die erwarteten neuen Klangwelten. Der Creative EP 630 Ohrhörer wird auf Amazon über jede Schallwelle gelobt und enttäuscht umso mehr. Ray Wilson klingt ab sofort wie eine der unzähligen quäkenden Deutschpopsängerinnen und selbst die Oma-kompatible Stimme von Chris de Burgh schmerzt im Ohr, als würde Michelle Hunziker persönlich in selbiges flüstern. Die Mitten zu betonen, hilft der Sprachverständlichkeit und allen Gehörgeschädigten, die schon etwas mehr Druck in diesem Bereich brauchen. Doch hier ist es eindeutig zu viel des Guten und selbst mit einem EQ nicht mehr zu reparieren. Die Bässe sind abhängig von der Position der Stöpsel im Ohr kaum vorhanden oder gerade noch ausreichend. Im oberen Frequenzbereich klingt er brauchbar, so wie man es bei einem Ohrhörer für über 30 € auch erwarten kann. Insgesamt eine sehr enttäuschende Vorstellung.

Sony MDR-EX 90Eigentlich hatte ich nicht geplant, mehr als 30 € für einen Ohrhörer auszugeben. Der Versuchung, ein etwas teureres Modell zu bestellen, konnte ich nicht widerstehen und habe den Sony MDR-EX 90 getestet – und behalten. Er spielt in einer ganz anderen Liga. Das merkt man nicht nur am Preis von ca. 75 €, sondern vor allem beim Klang. Die Grundkonstruktion besteht aus zwei Teilen: ein Teil ragt mit einem auswechselbaren Gummistöpsel in den Gehörgang hinein und schließt diesen nach außen ab. Die Membran selbst befindet sich außerhalb des Gehörgangs und ist mit einem Durchmesser von 13,5mm größer als bei ähnlichen Modellen. Die Bässe sind sehr präzise, angenehm druckvoll, aber nicht extrem hart. Durch die Wahl der Position im Ohr und die Größe der Gummistöpsel lässt sich der Klang der Bässe deutlich beeinflussen. Im direkten Vergleich liefert der KOSS das größere Bassfundament, der Sony klingt jedoch bei tiefen Frequenzen wesentlich sauberer. Auch die anderen Frequenzbereiche werden sehr fein differenziert wiedergegeben. Diese Detailauflösung wird von keinem anderen Ohrhörer bis zu dieser Preisklasse auch nur annähernd erreicht. Damit spielt er seine Stärken besonders bei anspruchsvoller Musik und hochwertigen Aufnahmen voll aus. Selbst bei einigen Arch Enemy Alben, die leider nicht gut aufgenommen und gemischt sind, öffnen sich Details in der Musik, die vorher einfach im Einheitsbrei der Geräuschkulisse untergegangen sind.

Shure E2cAlle, die einen hohen Anspruch an die Qualität ihrer mobilen HiFi-Anlage haben und die der Kaufpreis nicht abschreckt erhalten hier eine ordentliche Alternative zu den normalen Chinabrüllstöpseln, die den Geräten meistens beiliegen. Im Gespräch über diesen Test lobten einige Rockmusiker den Shure E2c. Dieser liegt im gleichen Preisbereich wie der Sony und besitzt eine ähnliche Bauform. Einen Test werde ich nachreichen, sobald ein Testexemplar zur Verfügung steht.

Fazit: Der Kauf von Ohrhörern ist eine sehr subjektive Angelegenheit. Jeder hat andere Vorlieben und hört andere Musik. Deshalb ist es schwierig, eine allgemeine Empfehlung zu geben. Bei den In-Ear-Modellen ist der Sitz im Gehörgang für einen Großteil der wahrgenommenen Qualität verantwortlich. Hier hilft nur ausprobieren. Die beiden Ohrhörer, die ich nicht behalten habe, hat Amazon ohne Probleme zurückgenommen und sogar den Versand bezahlt, da der Warenwert insgesamt über 40 € lag. Optimal wäre ein Fachhändler, bei dem man verschiedene Modelle im direkten Vergleich testen kann. Leider ist mir in Jena kein Händler bekannt, der eine ausreichende Anzahl höherwertige Modelle auf Lager hat und diese vor dem Kauf testen lässt.

MaxData Port-Replikator für 600 IW und 6100 IW

MaxData Port ReplikatorDer Port-Replikator (139 €) für die MaxData Notebooks 600 IW und 6100 IW bietet viele Anschlussmöglichkeiten. Unter anderem ist ein VGA-Ausgang vorhanden, den es am Notebook nicht gibt. Damit können theoretisch maximal drei Displays (intern, DVI und VGA) gleichzeitig angesteuert werden. Die interne Grafikkarte unterstützt jedoch nur zwei Ausgänge gleichzeitig. Leider schaltet der Port-Replikator den DVI-Ausgang des Notebooks ab, sobald er angeschlossen ist. Ich konnte keine Möglichkeit finden, dieses Verhalten zu verhindern und den DVI-Ausgang weiter zu nutzen. Damit ist der Port-Replikator für mich komplett unbrauchbar. MaxData hat ihn wieder zurückgenommen und den Kaufpreis gutgeschrieben. Wie sich die Dockingstation (239 €) für das Notebook 8100 IWS in diesem Punkt verhält, wird getestet, sobald diese lieferbar ist.

Empfehlung SD-Speicherkarte für Digitalkameras

Die meisten aktuellen Digitalkameras nutzen SD-Speicherkarten. Beim Kauf ist jedoch einiges zu beachten. Bei den aktuellen Preisen ist der Kauf einer Speicherkarte mit weniger als 1 GB Größe nicht mehr sinnvoll. Mehr als 2 GB sprechen die aktuellen Kameras nicht an. Neben der Speichergröße ist noch die Geschwindigkeit entscheidend. Die meisten einfachen Karten schreiben mit maximal 2-3 MB/Sekunde. Selbst für kleine Kameras ist das zu wenig. Mit der zunehmenden Pixelzahl aktueller Kameras kann ein Bild bis zu 5 MB groß werden. Im Serienbildmodus ist der interne Speicher schnell voll und das schreiben dauert zu lange. Bei Videos mit höheren Auflösungen reicht die Geschwindigkeit meist ebenso nicht mehr. Eine hohe Lesegeschwindigkeit ist auch von Vorteil, denn das reduziert die Wartezeiten beim Anschauen der Bilder auf der Kamera und beim kopieren der Bilder auf den PC. Optimal sind Karten, die mind. 10 MB/Sekunde beim Lesen und 5 MB/Sekunde beim Schreiben schaffen. Schnellere (und damit teurere) Karten wiederum werden bei kompakten Digitalkameras nicht ausgenutzt.

Passende Kameras werden in den Artikeln „Überblick und Empfehlung Canon IXUS Modelle“ und „Vergleich der Canon PowerShot A-Serie“ beschrieben.

Folgende Speicherkarten aus dem aktuellen Amazon-Angebot sind nach meiner Erfahrung empfehlenswert. Alle, die sich nicht für die technischen Daten interessieren, sollten sich einfach eine der beiden ersten Transcend Karten aussuchen.

b0009i6kca01_ss400-v39610626__2.jpgTranscend Secure Digital (SD) Speicherkarte 80x 1 GB, 29,45 €
Preiswerte und schnelle Karte mit 1 GB Größe.



b000arloe401_ss500-v40457550__2.jpgTranscend Secure Digital (SD) Speicherkarte 150x 2 GB, 49,99 €
Hervorragende Geschwindigkeit von 19,6 MB/Sekunde beim Lesen und 12,6 MB/Sekunde beim Schreiben laut c’t 23/2006, Seite 153.

b0009t8tve03_aa200-_2.jpgCorsair Secure Digital (SD) 1GB (1024MB) High Speed 60x Speicherkarte, 26,51 €
Preiswerter Einstieg in die schnellen Karten



b0007qu7ku03_ss500-v1122631187__2.jpgSanDisk Secure Digital Ultra II (SD) Speicherkarte 1GB
SanDisk ist nach wie vor der Name bei Speicherkarten. Bei diesen Karten kann man sich auf die angegebenen Geschwindigkeiten verlassen: 10 MB beim Lesen und 9 MB beim Schreiben schafft diese Karte pro Sekunde. 28,99 €, im Moment 1-2 Wochen Lieferzeit.

b000e6gytq01_ss400-v37568975__2.jpgExtrememory Secure Digital (SD) Highspeed Speicherkarte 2GB 133x
Diese mit 34,99 € äußerst preiswerte Karte. Die angegebenen Geschwindigkeiten von 20 bzw. 15 MB/Sekunde für Lesen und Schreiben sind als absolute Maximalwerte zu verstehen. In der Praxis bleibt von der Geschwindigkeit nicht mehr viel übrig. Meine Karte schafft nur 5 MB/Sekunde beim Lesen und 2,4 MB/Sekunde beim Schreiben. Für aktuelle Kameras definitiv zu langsam.

Vergleich der Canon PowerShot A-Serie

Die PowerShot-Serie umfasst Canons Kompaktkameras, die etwas größer und leistungsfähiger, als die der IXUS Serie sind. Während bei der IXUS besonders auf das Design und einfachste Bedienung Wert gelegt wird, hat die PowerShot ein eher klassisches Design und mehr manuelle Einstellmöglichkeiten. Außerdem werden meist zwei AA-Batterien anstatt LiIonen-Akkus genutzt.
Die PowerShot-Modellpalette ist groß und unübersichtlich geworden. Die Unterschiede zwischen den Kameras liegen oft in einem Detail, welches nicht sofort ersichtlich (z.B. Sensorgröße 1/1.8″ bei der A620/A630), aber für die Kaufentscheidung wichtig ist. Die folgende Übersicht zeigt diese Unterschiede. Auf die vielen Marketing-Features wird nicht eingegangen, da sie in der Praxis meist nur geringe Bedeutung besitzen und von den meisten Anwendern weder gebraucht noch benutzt werden. Käufer einer PowerShot wollen einfach gute Bilder mit einer ‚Immer-Dabei-Kamera’; wer mehr möchte, greift zum Beispiel zu einer PowerShot G7 oder einer 1D Mark II.

Zusammenfassung der Kaufempfehlung ohne technische Details: Die A630 für 257 € hat ein optimales Preis/Leistungsverhältnis und geringes Rauschen. Die A540 ist die preiswerte Alternative für 179 €. Tipps für den Kauf der passenden Speicherkarte gibt der Artikel „Empfehlung SD-Speicherkarte für Digitalkameras“.

Die PowerShot A420 und A430 sind die mit rund 100 € preiswertesten PowerShot-Kameras. Deshalb fehlt es an allem Wichtigem: der Sensor ist mit 1/3″ viel zu klein, 4 Megapixel bieten keine Reserven, der Zoombereich geht erst bei 39 mm (äquivalent zu Kleinbild) los und endet bei der A420 bei 125mm (F5.1), bei der A430 bei 156 mm (F5.8). Der nur 1.8″ große Sucher löst nur 77.000 Pixel auf.

Bei der A530 (5 Megapixel, 139 €) und der A540 (6 Megapixel, 179 €) fängt aktuelle Technik an. Der 1/ 2.5″ große Sensor ist klassenüblich, der Brennweitenbereich von 35-140mm bei Blende F2.6-F5.5 ausreichend. Die A540 hat ihrer kleinen Schwester den größeren Sucher (2.5″ mit 88.000 Pixel statt 1.8″ mit 77.000 Pixel) und die ISO 800 Einstellung voraus.

Canon PowerShot A630
Die A620 (7.1 Megapixel, 248 €) wird gerade von der A630 (8 Megapixel, 257 €) und A640 (10 Megapixel, 319 €) abgelöst. Alle drei Kameras haben einen großen Vorteil: Der 1/1.8″ große Sensor. Dieser sorgt für geringes Rauschen und angenehme Hintergrundunschärfe bei Portraits. Der Zoombereich liegt zwischen 35 und 140 mm und ist ausreichend praxisnah. Bei einer Blende von F2.8-F4.1 gelingen auch in kritischen Lichtsituationen noch gute Bilder. Bei Offenblende und einer Brennweite von 1400mm fällt mehr als doppelt so viel Licht auf den Sensor wie bei einer A540. Im Vergleich kann auch eine 710 IS mit dem Bildstabilisator nur in speziellen Situationen mithalten. Licht auf dem Sensor ist auch mit Bildstabilisatoren nicht zu ersetzen. Die A620 ist nicht mehr zu empfehlen, denn die A630 bietet zum gleichen Preis mehr Leistung. Die A630 und A640 haben einen 2.5″ großen Sucher mit einer hohen Auflösung von 115.000 Pixel. Die A640 unterscheidet sich von der A630 nur im höheren Preis und durch die 10 statt 8 Megapixel. Die enormen Pixelzahlen sind bei dieser Kameraklasse fast nur noch ein Marketinginstrument. Kein bezahlbares Objektiv liefert genügend Informationen auf den Sensor, so dass die Bilder der A640 zwar größer, aber kaum schärfer werden dürften. Da jeder einzelne Bildpunkt bei gleicher Sensorgröße kleiner werden muss, steigt bei der A640 automatisch das Rauschen gegenüber der A630. Die Kaufentscheidung ist klar: den Aufpreis kann man sich sparen und zur A630 greifen.

Die A700 bietet gegenüber der A630 nur den kleineren Sensor und das mit 210mm ungewöhnliche lange Teleobjektiv. Dieser Brennweitenbereich wird in der Praxis kaum Bedeutung haben. Wer bei 210mm und Blende F4.8 noch ein gutes Bild machen will, braucht eine ruhige Hand und sehr viel Licht. Oder eine dafür geeignete Kamera, die mindestens das Dreifache kosten und wiegen wird.

Das neue Flagschiff der Canon PowerShot A-Serie A710 IS hat einen Bildstabilisator und 7.1 Megapixel, einen großen Brennweitenbereich von 35-210mm und einen 1 / 2.5″ großen Sensor. Das ist viel Leistung für 285 €, aber bringt im täglichen Einsatz wenig Vorteile und einige Nachteile gegenüber einer A630. Die A710 IS ist optimal für alle, die gern mit einem langen Tele arbeiten. Für die Party im dunklen Zimmer ist die A630 besser.

Überblick und Empfehlung Canon IXUS Modelle

Seit der letzten Empfehlung für kleine, digitale Kompaktkameras ist fast ein halbes Jahr vergangen. Die getesteten Modelle sind zum Teil nicht mehr verfügbar. Deshalb folgt ein Überblick über die aktuellen Kameras der besonders kleinen und leichten IXUS Serie von Canon. Alle im ersten Artikel enthaltenen Hinweise zur Sensorgröße und Anzahl der Megapixel gelten weiterhin. Durch die gestiegene Pixelzahl ist das Thema noch bedeutender als damals.

Siehe auch Artikel zum „Vergleich der Canon PowerShot A-Serie“. Tipps für den Kauf der passenden Speicherkarte gibt der Artikel „Empfehlung SD-Speicherkarte für Digitalkameras“.

Alle hier vorgestellten Kameras haben einen 1 / 2.5″ großen Sensor, ebenso wie die alten IXUS 50/55. Die IXUS 60, 65 und 800 IS haben 6 Megapixel, die 850 IS löst 7.1 Megapixel auf.



Canon Ixus 60

Canon IXUS 60. Mit 213 € ist die Kamera sehr preiswert und eine gute Wahl für alle, die eine kleine und einfach zu bedienende Kamera brauchen. Der 2.5″ große Sucher löst 173.000 Bildpunkte auf. Ein optischer Sucher ist vorhanden. Der Brennweitenbereich von 35-105 mm (äquivalent zum Kleinbildformat) bei einer Blende von F2.8-F4.9 ist günstig, aber nicht optimal. Die Kamera wiegt 170g.



Canon Ixus 65

Die Canon IXUS 65 ist der große Bruder der IXUS 60 und kostet mit 252 € deutlich mehr. Der einzige Unterschied ist der 3″ große Sucher, der allerdings die gleiche Auflösung wie bei der IXUS 60 hat. Damit ist das Bild zwar größer, aber nicht schärfer. Mit dem fehlenden optischen Sucher und dem Aufpreis wird der Nachteil des großen Sucherbildes teuer erkauft. Ich empfehle, lieber die preiswertere IXUS 60 zu kaufen.



Canon Ixus 800 IS

Die Canon IXUS 800 IS (308 €) ist Canons erste kompakte digitale Kamera mit eingebautem optischen Bildstabilisator. Beim Fotografieren mit wenig Licht hilft der Bildstabilisator, verwacklungsfreie Bilder zu schießen. Wenn sich das Objekt selbst bewegt, kann das der Stabilisator aber auch nicht ausgleichen. Der Brennweitenbereich beträgt 35-140 mm bei einer Blende von F2.8–F5.5. Der Sucher ist wie bei der IXUS 60 2.5″ groß und hat mit 173.000 Bildpunkten die gleiche Auflösung. Die Kamera wiegt 195 Gramm. Ob der Aufpreis von gut 100 € gegenüber der IXUS 60 gerechtfertigt ist, kommt auf den Einsatzzweck an. Der Bildstabilisator ist sinnvoll, sorgt aber für eine geringer Lichtstärke und höheres Gewicht. Es lohnt sich, ein Blick auf das Nachfolgemodell zu werfen.



Canon Ixus 850 IS

Da die Anzahl der Pixel nach wie vor für die meisten ein Kaufargument darstellt, zieht auch Canon nach und legt bei fast jedem neuen Modell ein paar Pixel drauf. Die Canon IXUS 850 IS liefert 7,1 Megapixel, kostet 410 € und wiegt 195 Gramm. Dafür bietet die Kamera im Vergleich zur IXUS 800 IS einige wirkliche Vorteile: der Brennweitenbereich von 28-105mm ist für eine Kompaktkamera fast optimal, nur die Lichtstärke sinkt leicht auf F2.8-F5.8. Der Sucher ist mit 2.5″ ausreichend groß, löst aber jetzt 207.000 Bildpunkte auf. Das bedeutet einen Schärfegewinn und ist sinnvoller, als die ganze Rückwand der Kamera mit einem extra großen, aber unscharfen Sucher auszustatten (siehe IXUS 65). Die Kamera bietet erstmals eine Einstellung für 1600 ISO an. Ob die Bilder bei dieser Einstellung noch brauchbar sind, wird erst ein ausführlicher Test zeigen.